Der 20. September am Bundesverwaltungsgericht Leipzig: IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle unterstützt Menschenkette der Berliner Nachtfluggegner
Redaktion
19.09.2011
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
Foto: Ralf Julke
Am Dienstag, 20. September, ist vom Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB) rund um das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine Menschenkette mit etwa 400 Fluglärm-Betroffenen aus der Hauptstadt geplant. Dabei geht es um die Nachtfluggenehmigung um den Flughafen Berlin Brandenburg. Die IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e. V. will sich an der Menschenkette beteiligen. Denn Nachtfluglärm bringt auch die Leipziger um den Schlaf.
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Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt am 20. und 21. September 2011 über etwa 40 Klagen von Privatpersonen und Gemeinden gegen die geplante Nachtflugregelung am Flughafen Berlin Brandenburg (BER).
Durch die Berliner Planfeststellungsbehörde wurden dort 103 Nachtflüge in den Nachtrandzeiten von 22.00 bis 24.00 Uhr und von 5.00 bis 6.00 Uhr am BER genehmigt. Der BVBB klagt für ein striktes Nachtflugverbot in der Zeit zwischen 22.00 und 6.00 Uhr. Die 40 Kläger werden vom BVBB finanziell mit etwa 200.000 Euro unterstützt. Wenn das Gericht für ein striktes Nachtflugverbot entscheidet, dann hätte dies eine entscheidende Signalwirkung auch für alle Nachtfluglärm-Betroffenen in ganz Deutschland. Mit der Aktion will der Verein auf den „grundgesetzlich verankerten Anspruch auf Nachtruhe aufmerksam machen“, heißt es in einem Protestaufruf. Nachtruhe sei ein verfassungsrechtlich verbrieftes Grund- und Menschenrecht.
Lärm könne nicht nur Gehörschäden verursachen, sondern auch schwerwiegende Gesundheitsprobleme verschärfen, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO festgestellt. "Auch wenn Menschen schlafen, reagieren ihre Ohren, ihr Gehirn und ihr Körper trotzdem weiter auf Geräusche", so die WHO.
Erst kürzlich forderte der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, in der "Berliner Morgenpost" an allen städtischen und stadtnahen Flughafenstandorten ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.
Konkret sagte er: "Das Umweltbundesamt empfiehlt an allen städtischen und stadtnahen Flughafenstandorten ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Das gilt auch für Berlin. Ich fände es wirklich schwer verständlich, wenn es bei der geplanten Nachtflugregelung am künftigen Flughafen BER bliebe – mit Flugverkehr auch in der Zeit von 22 bis 24 Uhr und von 5 bis 6 Uhr. Denn das bedeutet, dass es weniger Nachtruhe gibt als mit dem jetzigen Flughafen Tegel. Dort gilt ein Nachtflugverbot von 23 bis 6 Uhr. Zur Nachtruhe können wir aber nur Empfehlungen an die Politik geben – dies ist nicht Teil unserer förmlichen Beteiligung."
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
Foto: Ralf Julke
Für die IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V. ist klar: Der Flughafen Leipzig/Halle gilt ebenso wie der Berliner Flughafen als stadtnah und ist nicht für Nachtflüge geeignet, da Gesundheitsschäden der Anwohner nicht ausgeschlossen werden können. In Leipzig/Halle gilt sogar eine uneingeschränkte 24-stündige Nachtflugerlaubnis für alle Fracht- und Militärtransporte.
"Deshalb unterstützt die IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V. den BVBB im Kampf für ein striktes Nachtflugverbot und ruft alle Leipziger und Bürger der umliegenden Ortschaften auf, an der Menschenkette teilzunehmen", erklärt Thomas Pohl, Pressesprecher der IG. "Kommen Sie um 9.00 Uhr vor das Portal des Bundesverwaltungsgerichts am Simsonplatz und zeigen Sie Solidarität mit den Berlinern für ein gemeinsames striktes Nachtflugverbot an beiden Flughäfen in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr. Reihen Sie sich ein in die Menschenkette rund um das Bundesverwaltungsgericht!"
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