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Straßensozialarbeit für Alkoholkranke: Weiterführung bis Ende Mai 2012 gesichert

Gernot Borriss
Straßensozialarbeit für Alkoholkranke ist bis Mai gesichert.
Straßensozialarbeit für Alkoholkranke ist bis Mai gesichert.
Foto: Ralf Julke
Das Projekt „Aufsuchende Hilfen für Alkoholkranke im öffentlichen Raum“ im Leipziger Westen geht weiter. Für die nächsten sechs Monate ist die Finanzierung aus EFRE-Mitteln gesichert, bestätigt Teamleiter Tino Neufert gegenüber L-IZ. Nun hat die Stadtverwaltung Zeit gewonnen, weiter nach einer dauerhaften Finanzierung zu suchen.

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„Es haben sich alle gefreut“, beschreibt Tino Neufert die aktuelle Gefühlslage rund um das Projekt „Von der Straße ins Leben – Aufsuchende Hilfen für Alkoholkranke im öffentlichen Raum“. Gerade bei den Klienten habe es zuletzt des Öfteren geheißen „Was sollen wir denn machen ohne Euch?“, erzählt der Sozialarbeiter.

Denn die Arbeit der beiden Streetworker war bis zum 30. November 2011 befristet. Nun hat sich für die nächsten sechs Monate eine Anschlussregelung für das Projekt gefunden, das vom Suchtzentrum Leipzig realisiert wird. Im EFRE-Programmgebiet Lindenau/Plagwitz stehen auch im nächsten halben Jahr europäische Gelder für diese spezielle Hilfe für Suchtkranke bereit.

Über die Wirksamkeit der Arbeit der zwei Streeties bestehen keine Zweifel. Erst unlängst hat das städtische Ordnungsamt in einem Schreiben der MobileStreetWork bestätigt, „dass es einen deutlichen Rückgang von Beschwerden gibt“. Auch von den Suchtkliniken und der Polizei gibt es nach den Worten von Tino Neufert positive Rückmeldungen.

Die Straßensozialarbeit für Alkoholkranke ist jetzt bis Mai 2012 gesichert.
Die Straßensozialarbeit für Alkoholkranke ist jetzt bis Mai 2012 gesichert.
Foto: Ralf Julke

Doch den Streeties geht es nicht ausschließlich um die ordnungsrechtliche Seite des Trinkens im öffentlichen Raum und den Alkoholkonsum. Sie beobachten Veränderungen bei ihren Klienten, wollen sie weiter begleiten.

Dabei kann es um Themen wie die Vermüllung der Wohnungen gehen, um Vermittlung hin zur Schuldenregulierung, um Kontakte zu Behörden, der Arbeitsverwaltung oder dem Energieversorgungsunternehmen.

„Wir wissen, dass der Ansatz funktioniert“, so Tino Neufert weiter im Gespräch mit der L-IZ. Deshalb wolle man in Plagwitz und Lindenau bleiben, auch über den Mai 2012 hinaus: mit der Arbeit an den Trinkerplätzen und mit den Beratungsräumen in der Plautstraße 4.

Für eine räumliche Ausweitung des Angebots der MobileStreetWork, wie sie in Leipzig diskutiert wird, steht Neufert bereit. „Wir wissen um das Problem in Grünau, und da würden wir gern hin“, sagt er. Natürlich ohne das bisherige Angebot aufzugeben.

Gern würde sich Neufert auch mit ähnlich gelagerten Projekten austauschen. In Sachsen hingegen sei man offenbar einmalig. Bei der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) unlängst in Leipzig konnten die Leute von der MobileStreetWork ihr Projekt vorstellen. Das Interesse war groß, so Neufert, der nun auf bundesweite Kontakte hofft.

In Leipzig steht jedoch noch die Entscheidung über eine längerfristige Finanzierung des Projekts aus. Für den ursprünglichen Antrag der Grünen, das Projekt in städtischem Rahmen fortzuführen, fand sich keine Mehrheit im Stadtrat. Dieser beauftragte stattdessen im Oktober 2011 die Stadtverwaltung, eine Finanzierungsmöglichkeit zu suchen, die den städtischen Haushalt möglichst wenig belastet. Etwas Zeit für die Suche ist mit der Finanzierung über EFRE-Mittel bis Ende Mai 2012 nun gewonnen.


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