Leipziger auf dem Weg zum Meer: Paddeltour nach Hamburg erlebt 2013 Neuauflage
Gernot Borriss
18.01.2012
Paddeltour 2006 nach Hamburg.
Foto: Lindenauer Stadtteilverein e.V.
Am 15. Juli 2013 wollen Leipziger Wassersportfreunde nach Hamburg aufbrechen. Wie bereits 2006 wollen sie die gut 471 Kilometer lange Tour paddelnd zurücklegen. Über noch unvollendete Kanalläufe geht es von Plagwitz bis zur Saale, und dann immer stromabwärts. Mitpaddler sind den veranstaltenden Leipziger Vereinen herzlich willkommen.
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Das verspricht ein stattlicher Bootskorso zu werden. Mitte Januar 2012 haben sich bereits 42 Interessierte über die zweite Bootstour Leipzig – Hamburg im Juli 2013 informiert - noch vor Start der offiziellen Anmeldemöglichkeit. Dahinter stehen teilweise Anfragen mehrköpfiger Familien, fügt Christina Weiß vom Lindenauer Stadtteilverein erläuternd hinzu.
Bei der Premiere im Sommer 2006 machten sich noch 26 Unerschrockene auf den gut 471 Kilometer langen Weg von Plagwitz bis in den Hamburger Hafen, erinnert Thorsten Mehnert von der Stiftung Ecken wecken, der im Vorbereitungsteam für 2013 mitarbeitet.
Ein Leipziger Grauwackestein in Hamburg: 471 Kilometer geschafft.
Foto: Lindenauer Stadtteilverein e.V.
„Ausgerüstet mit den Erfahrungen der 2006-er Crew, ihrem Wissen um interessante Orte sowie schöne Plätze zum Campen machen wir uns mit eigenen beziehungsweise geliehenen Booten auf in Richtung Nordsee“, so Mehnert weiter. Leinen los soll es in Plagwitz am 15. Juli 2013 heißen. Für die Bootstour sind zwei Wochen veranschlagt.
Getragen und vorbereitet wird die Aktion von Mitgliedern des Leipziger Kanu-Club LKC, dem Lindenauer Stadtteilverein, des SC DHfK Leipzig, der Stiftung Ecken wecken, dem Verein Wasserstadt Leipzig sowie Wassersport Sachsen aus Grimma.
Start zur Paddeltour 2006.
Foto: Lindenauer Stadtteilverein e.V.
Alt und groß ist die Sehnsucht der Leipziger nach einem Weg zum Meer. Was den Leipziger Kaufleuten im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Notwendigkeit war, ist heute eher von wassersportlicher und touristischer Bedeutung.
Denn zwischenzeitlich wurden die Eisenbahn, das Automobil und das Flugzeug erfunden. Der Seeverkehr trägt zwar immer noch den Hauptanteil des internationalen Warenaustauschs. Doch die so genannten Hinterlandverkehre der Seehäfen wie beispielsweise Hamburg werden auf Schienen und Straßen realisiert. Und dann gibt es noch den Frachtverkehr in der Luft, der in Leipzig einen weiter wachsenden Knotenpunkt gefunden hat.
Treffen zum Abschluss der Tour 2006 mit dem Hamburger Bausenator.
Foto: Lindenauer Stadtteilverein e.V.
„Wir haben uns damals gedacht: Alle sagen ‚Leipzigs Weg zum Meer’ - na, da fahren wir mal los und schauen, wie weit wir kommen“, erzählt Christina Weiß aus der Brainstormingphase des Projekts 2005. Die Unentwegten im Alter von 7 bis 67 fuhren also los - und kamen in Hamburg an. Zum Empfang der Leipziger Wasserfreunde an den Landungsbrücken in St. Pauli kam sogar ein Hamburger Senator vorbei.
Zwischendurch setzten die Leipziger Paddelfreunde immer wieder Wegzeichen. Passenderweise waren das Entfernungstafeln auf Grauwackesteinen. Also auf jenem legendären Heine-Knack, der beim Kanalbau im Leipziger Westen einstmals freigelegt wurde.
Wassersportler gehen naturgemäß nicht gern zu Fuß. Doch zwischen Plagwitz und der Saale müsse sie nach aktuellem Stand noch drei Mal „umtragen“, wie es in der Fachsprache heißt. Denn die Kanalpläne aus Karl Heines Zeiten sind bis heute unvollendet.
So dient die Bootstour ganz nebenbei auch der Popularisierung der Aktion „Durchstich“. Alle Beteiligten wollen gemeinsam für die Realisierung der drei fehlenden Durchstiche vor und hinter dem Lindenauer Hafen sowie am Ende des Elster-Saale-Kanals werben, in die Anfang 2012 wieder Bewegung gekommen sei, so Thorsten Mehnert.
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