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Leipziger zeigen Charakter: Beste Schülerzeichnungen gegen Rechts ausgezeichnet

Gernot Borriss
Auszeichnung für die "Bunten Charakterköpfe".
Auszeichnung für die "Bunten Charakterköpfe".
Foto: Gernot Borriss
Das war ganz deutlich. Und ganz bunt. Mit pfiffigen Ideen und in viel Farbe schufen Schüler der Region ihre Gegenentwürfe zu dumpfem Einheitsbraun. Am Montag dieser Woche prämierten die Initiatoren der Malaktion „Bunte Charakterköpfe - statt brauner Rüben“ im Theater der Jungen Welt die aus ihrer Sicht 40 besten Arbeiten.

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Montagnachmittag, 18. Juni, in der Kleinen Bühne des Theaters der Jungen Welt in der Lindenauer Demmeringstraße. Ein Lied der Toten Hosen wird eingespielt. „Weil täglich immer mehr passiert, weil der Hass auf Fremde eskaliert. Und keiner weiß, wie und wann man diesen Schwachsinn stoppen wird.“ So heißt es im Lied.

Vorhang auf und „Willkommen in Deutschland“. Und weiter im Text: „Es ist auch mein Land, und ich kann nicht so tun, als ob es mich nichts angeht. Es ist auch dein Land, und du bist schuldig, wenn du deine Augen davor schließt.“

Roman Schulz, im Hauptberuf Pressesprecher der Bildungsagentur Leipzig, hat das Lied ausgewählt als Einstimmung für die Abschlussveranstaltung der Aktion „Bunte Charakterköpfe - statt brauner Rüben“. Deren Initiatoren, neben Schulz der Leipziger Maler Michael Fischer-Art und der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Feist, haben aus den eingegangenen gut 400 Arbeiten die aus ihrer Sicht 40 besten ausgewählt. Unterstützt wurden die Herren dabei von Andrea Hempel, Kunstlehrerin am Leipziger Thomas-Gymnasium, und Vera Koch, Bühnenbildnerin am gastgebenden Theater. Am Montag nun wurden die jungen Schöpfer der Kunstwerke prämiert.

Auszeichnung für die "Bunten Charakterköpfe".
Auszeichnung für die "Bunten Charakterköpfe".
Foto: Gernot Borriss

Die 40 besten Arbeiten liegen nun auch gebunden als Broschüre vor. Die Arbeiten beeindrucken gerade durch die Vielfalt der künstlerischen Ansätze, betonten Jurorinnen und Juroren unisono. Allein das sei eine politische Qualität, fand Christdemokrat Feist. „Colourfull!“ (20. Mittelschule Leipzig) und „Genieße den Unterschied“ (Thomasschule Leipzig) sind zwei der Botschaften.

„Lindenau und Plagwitz sind wunderschöne Stadtteile“, befand bei der Ehrung Michael Fischer-Art. Sie seien in den letzten Jahren wieder so richtig bewohnbar geworden. Doch das NPD-Büro in der Odermannstraße stört aus seiner Sicht den wohnlichen und gastlichen Gesamteindruck.

Ärgert die Gäste im NPD-Zentrum: Großplakat in der Odermannstraße.
Ärgert die Gäste im NPD-Zentrum: Großplakat in der Odermannstraße.
Foto: Gernot Borriss
Deshalb hat Fischer-Art den Kameraden dort vis-a-vis ein großes Banner hingehängt. "Leipzig ist tolerant, international vernetzt und seinen Einwohnern und Besuchern - egal woher – in der Welt freundlich verbunden", steht dort. Und weil in der nahen Lützner Straße gerade mächtig gewaltig gebuddelt wird, hält die Straßenbahn derzeit baustellenbedingt unmittelbar vor Banner und NPD-Büro.

„Radikal ist asozial“, diese Botschaft eines der Preisträgerbilder beeindruckte den Maler besonders. Gemalt haben es Schüler der Mittelschule Brandis. Für das Bild werden die Brandiser mit einem Besuch beim Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung im hiesigen Neuen Rathaus ausgezeichnet. Vom Rathausturm gibt es dann einen Rundblick über die weltoffene und tolerante Stadt Leipzig, in der gerade über das Konzept zur dezentralen Unterbringung von Asylsuchenden öffentlich gestritten wird.

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Für die ersten elf Preisträger geht es weiter weg. Arrangiert hat das der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Feist. Eine Gruppe fährt nach Berlin und trifft dort unter anderem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Die andere reist in die sächsische Landeshauptstadt und kann dort auch mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) diskutieren.

Vielleicht geht es in den Gesprächen im Spreebogen und im Elbtal auch um die Erkenntnisse der NSU-Untersuchungsausschüsse auf Bundes- und Landesebene.

Und um die politische Gewichtung der verschiedenen Gefahren für unsere Demokratie. Nach den Worten von Roman Schulz war die hiesige Malaktion nämlich ausschließlich gegen rechtsextremistische und nazistische Tendenzen sowie gegen braune Gedanken gerichtet.


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