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2013 - was kommt? - Mehr Geld für Leipzigs Städtepartnerschaften und ein paar Jubiläen

Ralf Julke
Wurde 1813 von den polnischen Truppen verteidigt: Torhaus Dölitz.
Wurde 1813 von den polnischen Truppen verteidigt: Torhaus Dölitz.
Foto: Ralf Julke
Leipzig unterhält 14 Städtepartnerschaften. Das ist eine Menge. Denn im Wesentlichen liegt die Arbeit, diese Partnerschaften mit Leben zu erfüllen, auf den Schultern der einzelnen Vereine, die sich die Partnerschaft auf die Fahne geschrieben haben. Die erste Städtepartnerschaft entstand mit Kiew (Ukraine) bereits 1961, die jüngste mit Herzliya (Israel) im Jahr 2011.


Städtepartnerschaften haben das Ziel, die Zusammenarbeit zweier Städte in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Kunst, Kultur und Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, Jugend und Bildung aktiv zu befördern, dies erfolgt in der Regel durch gemeinsame Projekte, Workshops, Schulungen, Beratungen oder im Rahmen von offiziellen Besuchen. Die Stadt selbst sollte zumindest ein großes Interesse an der Pflege dieser Partnerschaften haben.

Hinter jeder der Leipziger Städtepartnerschaften stehen engagierte Interessengruppen und Förderer. Vielfältige gegenseitige Interessenverknüpfungen, kulturelle, wirtschaftliche und persönliche Verbindungen haben diese Städtepartnerschaften ermöglicht und halten sie lebendig. Die Chance, dass die Beziehungen dauerhaft und tragfähig bleiben, kann nur bestehen, wenn die Präsenz verbessert und das Wissen und die Akzeptanz in der Leipziger Bevölkerung verankert wird.

„Die Vereine übernehmen eine große Menge an freiwilligen Aufgaben im internationalen Bereich. Die verantwortungsvolle Arbeit und die damit im Zusammenhang stehende Kontinuität in der internationalen Zusammenarbeit muss trotz des hohen ehrenamtlichen Engagements mit einer finanziellen Mindest-Basis durch die Stadt untersetzt werden. Die Vereine selbst sind nicht in der Lage, allein diese städtischen Aufgaben zu stemmen“, erklärt Stadträtin Heike König aus der Grünen-Fraktion, die den Antrag auf Erhöhung der Geldzuweisungen für die Städtepartnerschaften gestellt hatte.

Wurde 1813 von den polnischen Truppen gegen die Österreicher verteidigt: Torhaus Dölitz.
Wurde 1813 von den polnischen Truppen gegen die Österreicher verteidigt: Torhaus Dölitz.
Foto: Ralf Julke

Das Referat Internationale Zusammenarbeit bekommt - nachdem die Stadtverordnetenversammlung den Haushalt im Dezember abgenickt hat - weitere 20.000 Euro für die städtepartnerschaftliche Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt.

Dabei könnten etliche dieser Städtepartnerschaften in diesem Jahr auch noch richtig feiern. Allen voran die Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Nanjing, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird.

20 Jahre alt wird die Partnerschaft mit der amerikanischen Weltraumstadt Houston, 10 Jahre alt wird sogar die Partnerschaft mit Travnik in Bosnien-Herzegowina. Und auf 40 Jahre schauen die Aktivitäten mit den Partnerstädten Krakow in Polen und Brno in der Tschechischen Republik zurück.

Das Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft von Leipzig und Krakow begann sogar schon mit einem Besuch des Krakower Stadtpräsidenten, Prof. Jacek Majchrowski. Am Sonntag, 6. Januar, hat er am Festgottesdienst und der Uraufführung der "Epiphanias-Messe" von Krzysztof Penderecki, einem der bedeutendsten polnischen Komponisten der Gegenwart, in der Thomaskirche teilgenommen. Anschließend trug er sich in das Goldene Buch ein und informierte sich bei einem Besuch des Völkerschlachtdenkmals über die Vorbereitungen auf den 200. Jahrestag der Völkerschlacht.

Denn mit der Völkerschlacht verbindet sich auch das Schicksal der polnischen Nation. Die polnischen Verbände kämpften an der Seite Napoleons gegen die alliierten Truppen. Ihr Kommandeur, Fürst Józef Antoni Poniatowski, wurde von Napoleon noch während der Schlacht zum Marschall ernannt - ertrank aber auf dem Rückzug beim Versuch, die durch Regenfälle angeschwollene Elster zu durchschwimmen. Das Poniatowski-Denkmal am Poniatowski-Plan erinnert an den Marschall - und an das Scheitern des polnischen Kampfes um die nationale Eigenständigkeit im Jahr 1813.

Krakau, die alte Krönungsstadt der polnischen Könige, ist heute eine moderne Metropole mit 760.000 Einwohnern, deren Universität, Technische Hochschule und Akademien von rund 92.000 Studenten besucht werden. Die zweitgrößte Stadt Polens ist ein wichtiger Technologie- und Biowissenschaftsstandort und verfügt über ein astronomisches Observatorium, Museen und Bibliotheken, zahlreiche Galerien, mehrere Theater, Oper und Operette sowie eine Philharmonie. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Leipzig und Krakau liegen in den Bereichen Kultur, Jugendaustausch und Soziales.

Leipzigs Partnerstädte: www.leipzig.de/de/business/wistandort/international/partnerst/index.shtml



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