Neuer Quartalsbericht: Niedrigster Stand an Sozialleistungen und Arbeitslosen seit 2005 – Kriminalität gestiegen
Redaktion
24.08.2011
Nackte Zahlen sind in der Regel eine nüchterne und trockene Angelegenheit. Doch schaut man einmal etwas genauer dahinter, offenbaren sich die einen oder anderen interessanten Sichtweisen. So verhält es sich auch mit der jüngsten Veröffentlichung des Amtes für Statistik und Wahlen Leipzig. Die Statistik verrät Interessantes über Einwohnerzahl, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Handel und Migrationshintergrund in Leipzig.
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Die Leipziger werden mehr und entgegen dem bundesweiten Trend jünger. So konnte die Messestadt im ersten Quartal 2011 fast 1.000 Einwohner hinzugewinnen und hatte per 31. März nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen nunmehr 523.815 Einwohner. Auch im Jahr 2010 war die Bevölkerungszahl gestiegen: Per 31. Dezember hatte Leipzig mit 522.883 Einwohnern knapp 30.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Hierfür entscheidend ist die hohe und zudem wachsende Zuzugszahl junger Erwachsener.
Die relative Konstanz des Durchschnittsalters in Dresden und Leipzig in der letzten Dekade steht im Zusammenhang mit der stabilen Bevölkerungszunahme in den beiden sächsischen Metropolen. Die Leipziger mit Migrationshintergrund wohnen bevorzugt zentrumsnah, insbesondere in den Stadtbezirken Mitte und Ost sowie weiteren Großwohnsiedlungen wie Grünau und Lößnig. 40,3 Prozent aller in Leipzig sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wohnen außerhalb der Stadt.
77.648 Leipziger erhielten zum Jahresende 2010 ALG-2- oder Hartz-IV-Leistungen. Hier zeigt sich eine positive Entwicklung, da dies einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 3,6 Prozent entspricht. Dies ist der niedrigste Stand seit Einführung dieser Leistungen im Jahr 2005. Auch auf dem Arbeitsmarkt vermehren sich die positiven Signale. Laut letztem Stand vom 31. Dezember 2010 war der Anteil der Arbeitslosen an der Leipziger Bevölkerung mit 9,6 Prozent so niedrig wie noch nie seit 1999. In diese Statistik fallen die 15- bis unter 65-Jährigen.
Und nun zum unerfreulichen Teil der Statistik. Seit einiger Zeit schafft es die Kriminalität in Leipzig immer wieder in die Schlagzeilen und sorgt so dafür, dass der Ruf der Messestadt in letzter Zeit erheblich gelitten hat. So stiegen die in Leipzig registrierten Straftaten im Jahr 2010 gegenüber 2009 um 4,2 Prozent an. Dabei ist mit einem plus von fast 20 Prozent ein alarmierender Anstieg bei den Autodiebstählen zu verzeichnen. Bei Diebstählen beträgt die Zuwachsräte ebenfalls beunruhigende 10,6 Prozent.
Vom Klauen zum Kaufen. Die Verkaufsfläche in der Leipziger Innenstadt wuchs bis 2010 auf fast 170.000 Quadratmeter, was etwa dem Vierfachen des Jahres 1990 entspricht. Hoher Investitionseinsatz, verbunden mit traditioneller und neuer Attraktivität und Multifunktionalität, bestärken den guten Ruf der City offenbar weit über die Stadtgrenzen hinaus. Nach der Krisenstimmung des Jahres 2009 legte Leipzigs Wirtschaft deutlich zu. Im ersten Quartal 2010 stieg der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe um 19,7 Prozent, im Baugewerbe betrug die Steigerung gar 170,9 Prozent.
Über eine gesündere Wirtschaft dürfte sich Leipzigs Stadtkämmerer freuen, durfte man doch im ersten Halbjahr 2011 mehr eingenommene Steuern in Höhe von 10,1 Prozent gegenüber 2010 verbuchen. Auch das Baugeschehen in Leipzig hat sich deutlich intensiviert. Im ersten Quartal 2011 lag die Zahl der Baugenehmigungen mit 250 um 83,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, die der genehmigten Wohnungen war fast zweieinhalb Mal größer als im ersten Quartal 2010.
Für alle, die von Zahlen jetzt immer noch nicht genug haben, steht der Quartalsbericht im Internet kostenlos zum Download zur Verfügung. Als Broschüre kann er beim Amt für Statistik und Wahlen für sieben Euro erworben werden.
Ausführliches zu den einzelnen Themen und Zahlen des Quartalsberichts in den nächsten Tagen an dieser Stelle.
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