Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Kassensturz: Demografie - das seltsame Pferd

Ralf Julke
Demografie hier, Demografie da. Immer wieder tourt einer der Promis aus der sächsischen Staatsregierung durchs Land und erzählt der andächtig lauschenden Hörerschaft in Klein-Posemuckel oder anderswo was über die demografischen Entwicklungen im Land und den grandiosen Plänen der Staatsregierung, das Problem zu lösen. Das kein Problem ist. Aber zu einem wird, wenn außer dem Finanzminister keiner mit Zahlen umgehen kann.

Anzeige

Die Telefonnummer des Statistischen Landesamtes schreiben wir jetzt nicht hierher. Wer in einem deutschen Bundesland Minister oder Ministerin sein will, der sollte fähig sein, die Nummer im Webauftritt der eigenen Regierung zu finden und dort mal anzurufen. Die Zahlen, die die Rechner in Kamenz veröffentlichen, sind zwar nicht immer so ganz tagfrisch. Was daran liegt, dass Statistiker genaue Leute sind und lieber zehn Mal nachrechnen, bis sie sagen "Geht." Aber selbst wenn sie mit drei, vier Monaten Verspätung kommen, sind sie so ungefähr um 100 Lichtjahre näher an der Wirklichkeit, als all die Zahlen, die die komplette Ministerriege seit Amtsantritt nicht müde wird zu wiederholen.

Das betrifft die Studierendenzahlen genauso wie die Zahlen der Lehrer und der benötigten Polizisten, die Steuereinnahmen und auch die Bevölkerungsentwicklung. Natürlich geht es bei all dem Beschwören einer "dramatischen demografischen Entwicklung" nicht um die Entwicklung selbst und irgendwelche Ansätze, diese Entwicklung zu steuern und zu gestalten. Es geht um die Maschinerie dahinter. Und das ist ein rigides Programm des Staatsumbaus und der Rückbaus staatlicher Strukturen. Meist mit Verweis auf die Verschuldung des Freistaats und die "drohenden Einnahmerückgänge".

Doch das mit der demografischen Entwicklung zu koppeln, ist mittlerweile mehr als fadenscheinig. Der Freistaat blutet längst nicht mehr so heftig aus wie noch vor zehn Jahren. Warum auch? Haben Menschen denn nicht eigentlich einen unbändigen Willen, da zu bleiben, wo sie ihre Heimat haben und sich dort eine Existenz aufzubauen? Man packt doch nicht einfach die Koffer, weil man im fernen Schwaben einen Traum vom Glück träumen möchte.

Jeder einzelne der jungen Bewohner des Freistaats, der in den letzten 20 Jahren fortging, hat für sich selbst abgewogen, was für sie oder ihn mehr Gewicht hat: der besser bezahlte Job in Bayern, die Familie, der Ort, an dem man aufwuchs, der Wille, das eigene Land wieder aufzubauen usw. Sachsen hat nicht wirklich mehr ein Abwanderungsproblem, ein Wanderungsproblem schon. Das zeigen auch die neuen Zahlen aus dem Statistischen Landesamt.


Die Meldung dazu hat das Kamenzer Amt so betitelt wie schon ein paar Meldungen zum selben Thema in den Vormonaten: "Bevölkerungsrückgang in Sachsen im ersten Halbjahr 2011 weiter abgeschwächt".

Eigentlich eine Überschrift, die in aufgeklärten Regierungen zu einem Stutzen führen würde und der Frage: Ist es nicht an der Zeit, die Titanic-Stimmung im eigenen politischen Verhalten zu überdenken? Ist Sachsen keineswegs dabei, auszusterben und all die Infrastrukturen, die man jetzt mit der großen Schere rasiert, werden auch in zehn Jahren noch dringend benötigt?

4.138.651 Einwohner lebten nach Auskunft der Statistiker am 30. Juni 2011 im Freistaat Sachsen. Das waren zwar 10.826 Personen bzw. 0,3 Prozent weniger als am Jahresende 2010. Doch im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Bevölkerungsrückgang noch bei 15.101 Personen. Und im Jahr davor lag er noch höher. Und davor noch höher. Klares Zeichen, dass die Abwanderung sich rapide vermindert hat und junge Leute immer öfter ihre Chancen in Sachsen selbst suchen.

Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist mittlerweile das Geburtendefizit. Aber darunter leiden praktisch alle Regionen in Deutschland. In Sachsen sind die Geburtenraten in den letzten Jahren sogar wieder angestiegen - besonders stark in den beiden Metropolen Dresden und Leipzig. Hier zeigt sich exemplarisch, wo sich in diesem Bundesland zukunftsfähige Strukturen entwickelt haben - die in den Sparprogrammen einer rechenfaulen Regierung freilich auch allesamt zur Disposition stehen.

Im ersten Halbjahr 2011 starben 2,3 Personen je 1.000 Einwohner mehr als lebend geboren wurden, haben die Statistiker in Kamenz ausgerechnet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren das 2,2 Personen je 1.000 Einwohner. Deutlich kleiner das Manko bei den Abwanderungen: 0,3 Personen mehr je 1.000 Einwohner haben den Freistaat verlassen als nach Sachsen gekommen sind (1. Halbjahr 2010: 1,4 Personen je 1.000 Einwohner).

Und mittendrin die beiden wachsenden Großstädte: "Von allen Kreisfreien Städten und Landkreisen konnten nur Leipzig und Dresden einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen (0,5 bzw. 0,3 Prozent)", schreiben die Statistiker. "Dabei profitierten die Städte von einem deutlichen Wanderungsgewinn, Dresden zusätzlich von einem Geburtenzuwachs. - Auch in die Kreisfreie Stadt Chemnitz zogen mehr Personen, als sie verlassen haben. Dennoch verzeichnete die Kreisfreie Stadt Chemnitz einen
Bevölkerungsrückgang um 0,2 Prozent, der jedoch noch unter dem Sachsendurchschnitt von 0,3 Prozent lag."

Die (noch) infrastrukturstarken Großstädte haben sich zu Wachstumskernen in einer Landschaft entwickelt, in der die Bevölkerung eher nicht zurückgeht, sondert abwandert - Richtung Großstadt eben.

"Die höchste Bevölkerungsabnahme hatten die Landkreise Zwickau und Görlitz sowie der Vogtlandkreis mit 0,6 Prozent", schreiben die Statistiker. Und der Effekt, der sich in den nächsten Jahren noch verstärken wird: "Am 30. Juni 2011 lebte knapp ein Drittel der sächsischen Bevölkerung in den Kreisfreien Städten."

Und weil im 2008 so zurechtgestutzten Regierungsbezirk Leipzig die Großstadt Leipzig mit 525.245 offiziell gezählten Einwohnern mittlerweile deutlich das Übergewicht hat, gibt es dort mittlerweile einen erstaunlichen Effekt. Denn während die Direktionsbezirke Dresden und Chemnitz 3.538 bzw. 7.622 Einwohner verloren, nahm die Bevölkerung im Direktionsbezirk Leipzig in den ersten sechs Monaten zu - um 334 Personen. Die klare Zweiteilung dabei: Die Landkreise Leipzig und Nordsachsen verloren dabei 922 bzw. 1.106 Einwohner, Leipzig gewann 2.362 hinzu.

Das Statistische Landesamt: www.statistik.sachsen.de


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Ausstellung ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch: „Von Panitzsch bis Paris“

„Von Panitzsch bis Paris“
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…

Schnupperkurs am 7. Juni in der Villa: Swing für Einsteiger

Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…

Insel-Bücherei in schwarz: Ein besonderes Plakat der Leipziger Buchwissenschaft gibt's zum Wave Gotik Treffen

Schwarze Bücher.
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…

Steigende Milliardenkosten für Tagebausanierungen: Grüne fordern Ausstieg aus teurer Energiequelle Braunkohle

Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen.
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…

Das nächste Großprojekt geht auf wie Hefe: A 72-Abschnitt Rochlitz-Borna wird erst 2013 fertig

Enrico Stange, Landtagsabgeordneter der Linken.
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…

Ausstellung im Neuen Rathaus: Studentenarbeiten untersuchen Auswirkungen des City-Tunnels auf Infrastruktur

Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…

Leutzscher Fußball: Jamal Engel bezieht im Blockstreit Stellung/ Hammermüller wird neuer Trainer bei Chemie

Neues aus Leutzsch.
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…

Grimmige Märchen-Maloche: Rainald Grebes anderer Blick auf 200 Jahre "Kinder- und Hausmärchen" im Interview

Grebe-Grimm im Schneewittchensarg: Buntes Märchenmosaik im Centraltheater.
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…

Enrico Lübbe soll neuer Schauspielintendant in Leipzig werden: Stadtrat entscheidet am 20. Juni

Enrico Lübbe
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…

Doppelte Freude: Kein Zusatzbeitrag und bis 600 € Prämie*

AOK: Doppelte Freude!
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…

Erhaltung der Arten eines der wichtigsten Zukunftsprojekte: Zoo Leipzig und Biodiversivität-Zentrum künftig Partner

Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…

Energie-Erlebnispfad im BSZ 7 eröffnet: Aha-Erlebnis bei jedem einzelnen ist wichtiger als ein Ministerwechsel

Energie-Erlebnispfad im BSZ 7.
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…

5 Prozent für Freie Szene: FDP-Fraktionschef sieht für Faber-Vorschlag keine Stadtratsmehrheit

Reik Hesselbarth, Vorsitzender der FDP-Fraktion.
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…

Leutzscher Derby - Kein Platz im Gästeblock: Chemie-Fans wollen auf den Norddamm

Die Fans der BSG Chemie
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…

Herrenlose Grundstücke in Leipzig: Rot-gelber Streit um die politischen Verantwortlichen

FDP-Stadtrat Rene Hobusch.
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog