Sächsische Verbraucherpreisstatistik: Nikolausindex 3,5 Prozent über Vorjahr
Ralf Julke
06.12.2011
Preiswerter als vor einem Jahr: Äpfel.
Foto: Ralf Julke
Statistik ist ja ein hübscher Rechenspaß. Man kann zum Beispiel ausrechnen, was ein normales Frühstück kostet. Das ist dann ein "Frühstücksindex". Der steigt seit Jahren, weil einige Zutaten wie Brötchen, Butter und Cornflakes immer teurer werden. Der Preisauftrieb macht auch vor dem Nikolausstiefel nicht Halt, haben Sachsens Landesstatistiker jetzt ausgerechnet.
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Alljährlich am 6. Dezember kommt der Nikolaus (oder einer seiner Stellvertreter) und füllt zahlreiche Stiefel und Strümpfe mit kleinen Leckereien. Auch er wird sich die Frage stellen: Komme ich noch mit dem Budget des letzten Jahres aus?
Das Ergebnis ist ein klares Nein. Für seine Einkäufe musste der Bursche (oder sein Stellvertreter) im Vergleich zu 2010 im Schnitt 3,5 Prozent mehr einplanen.
Dies fängt bereits bei der Grundausstattung in Form von „Schuhen“ an, die sich zwischen reichlich fünf (für Herren) und neun Prozent (für Kinder) verteuerten. Selbst der Versuch, die „alten“ Schuhe vom vergangenen Jahr mit den entsprechenden „Pflegemitteln“ (plus 1,4 Prozent) wieder flott zu bekommen, belastet die Kasse. Vielleicht sollten die Eltern aufhören, ihre Kleinen am Vorabend dazu aufzufordern, die Stiefel blank zu putzen? Das könnte ein wenig Geld sparen.
Wer die englische Variante des Schenkens benutzt und seine "stockings" am Kamin aufhängt, sollte vielleicht auch lieber wieder Omas guten alten Stopfpilz herausholen.
Denn auch bei „Herren-“ (6,4 Prozent) und „Kinderstrümpfen/-socken“ (2,1 Prozent) war 2011 ein Preisanstieg zu verzeichnen, die sich dennoch, so die Statistiker, aufgrund ihrer geringeren Grundanschaffungskosten als Alternative zum Füllen anboten.
Als gesunde Gabe empfehlen sich diesmal „Äpfel“, die sich um beinah 5 Prozent verbilligten. Selbst „Orangen“ (0,7 Prozent) wurden im Vergleich zu anderen Gaben nur unwesentlich teurer.
Ein sparsamer Nikolaus verteilt lieber Äpfel als Schokopralinen.
Foto: Ralf Julke
Doch dann kommt es, das mit den Pfeffernüssen und so.
Der Anstieg der Rohstoffpreise bei Kakao blieb leider nicht ohne Folgen, so dass der Nikolaus für süße Leckereien in Form von „Pralinen“ (0,6 Prozent), „Schokoladenriegeln“ (4,8 Prozent) und „-tafeln“ (6,9 Prozent) auch hier mehr zahlen musste. Gleiches galt für „Kekse“ (3,1 Prozent), „Bonbons“ (3,3 Prozent) sowie „Lebkuchen“ (5,3 Prozent), da auch Mehl und Zucker im Einkaufspreis stiegen. Bei all den Teuerungen fragt man sich, ob noch Platz für „Trockenobst“ (9,7 Prozent) und „Nüsse“ (12,4 Prozent) im Stiefel ist?
Da auch eine Menge anderer Sachen im Verlauf des Jahres teurer wurden, kann es sein, dass da und dort dann doch ein leerer Stiefel angetroffen wird. Im September lag die Inflationsrate in Sachsen immerhin bei 2,6 Prozent. Dabei sind zwar die saisonabhängigen Nahrungsmittel wieder etwas billiger geworden - aber alles, was da an Nahrungsmitteln auf den Weltmärkten eingekauft werden muss, wurde teurer. So dass allein der Index für die tägliche Verpflegung um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstieg. Was dann eben auch alle exotischen Zutaten für Nikolausstiefel betrifft.
Teurer wurde auch wieder Energie - um satte 12,2 Prozent. Was dann die warme Wohnung genauso betrifft wie den Sprit für den Schlitten des Nikolaus. Kann also auch passieren, der Bursche war heute morgen da und hat ein paar Süßigkeiten weniger gebracht als im Vorjahr. Dafür ein paar Äpfel mehr. Aber die sind ja viiiiiel gesünder.
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