Kassensturz: Was ist 2012 wirklich teurer geworden?
Ralf Julke
05.01.2013
Die Inflation gehört zum Leben in einer von Zinsen beherrschten Welt. Was sich die diversen Kreditinstitute manchmal mit Wonne von den Kreditnehmern geben lassen, landet irgendwann unweigerlich als Aufschlag auf allen möglichen Produkten. Und wenn man das mit bedenkt, sind die Sachsen 2012 noch relativ glimpflich davongekommen. Die, die sich Geld geborgt haben, sowieso.
Anzeige
"2012 bringt keine Entspannung bei den sächsischen Verbraucherpreisen", titelte das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen am 2. Januar, als es die Inflationsraten für das vergangene Jahr bekannt gab. Am Jahresende stand nun ein Plus von 2,2 Prozent auf alle Waren und Dienstleistungen im Buch. Wirkliche Preisrückgänge gab es eigentlich nicht, auch wenn die Statistiker im Detail einige Warengruppen fanden, in denen es 2012 einen Nachlass der Preise gab.
Endlich kamen auch die seit 2008 von den Staatsbanken gewährten Kreditsätze als leichte Verbesserung bei den Kreditnehmern an. Was freilich sehr zu denken gibt: Drei, fast vier Jahre, bevor die historisch niedrigen Zinsen von ganz oben bis zum eigentlichen Kunden durchsickern? Das zeugt entweder von einem verdammt schwerfälligen System - oder von einem nicht lernwilligen System. Oder von einem System, das die Differenz aus dem Leitzins der EZB und den Verbraucherzinsen die ganze Zeit über dringend brauchte, um eigene Probleme zu lösen. Wenn sie denn gelöst sind.
Denn dass 2012 die Verbraucherzinsen fielen, muss nicht bedeuten, dass die Probleme gelöst sind. Es kann auch bedeuten, dass die überteuerten Finanzprodukte keine Abnehmer mehr fanden. Denn irgendwann "rächt" sich jede Hochzinspolitik, weil immer mehr Unternehmen sich die saftigen Aufschläge für frisches Geld nicht mehr leisten können und dann lieber auf Expansion und Investition verzichten. Was zusätzlich auf die Geldkreisläufe negativ zurückschlägt.
Ein Blick auf Europa zeigt, wohin ein Kontinent kommt, wenn auf diese Weise - obwohl es das Geld von der EZB quasi für null Prozent gibt - die Innovationsrate in den einzelnen Wirtschaften gedrosselt wird (in Südeuropa wurde sie durch geniale Politik ja geradezu abgewürgt): Ein Kontinent stagniert und fällt selbst für die fleißig exportierenden Sachsen als Absatzmarkt aus. Wo nichts erwirtschaftet wird, wird auch nicht gekauft.
Und so stellen denn Sachsens Statistiker fest: Günstiger als im Vorjahr 2011 kam man vor allem bei der Inanspruchnahme von „Finanzdienstleistungen“ (-15,7 Prozent). Das sieht schon nach viel aus. Aber die Wahrheit ist auch: Es könnte (und müsste) sogar noch mehr sein.
Billiger wurde auch der Kauf einiger technischer Geräte, speziell von „Notebooks“ (-10,9 Prozent), „Fernsehern“ (-9,4 Prozent), „Telefonen“ (-5,7 Prozent) und „Waschmaschinen“ (-3,7 Prozent). Aber das war's dann schon. Und man dürfte wohl mit der Vermutung nicht falsch liegen, dass die Preissenkungen mit der "gesunkenen Konsumlaune" in ganz Europa zu tun haben, denn solche Geräte werden ja nicht nur für den winzigen sächsischen Markt in gewaltigen Stückzahlen gebaut. Man kauft sie auch in der Regel nicht jedes Jahr neu.
Das aber, was man praktisch täglich kaufen muss - das wurde nicht billiger. Im Gegenteil.
Preissteigerungen von drei Prozent und mehr verzeichneten dabei die Bereiche „Bekleidung und Schuhe“ (3,9 Prozent), „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (3,2 Prozent), „Verkehr“ (3,1 Prozent) sowie „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (3,0 Prozent). Besonders auffallend fanden Sachsens Statistiker die Entwicklungen bei „Mehl“ (41,6 Prozent), „Zucker“ (20,8 Prozent), „Bekleidungsartikeln“ (4,0 Prozent), „Schuhen“ (4,3 Prozent), „Flugtickets“ (7,6 Prozent), „Kraft-/Schmierstoffen“ (5,6 Prozent), „Mixgetränken“ (5,6 Prozent) und „Zigaretten“ (3,9 Prozent). Teurer wurden zudem „stationäre“ (5,7 Prozent) oder „zahnärztliche Leistungen“ (4,3 Prozent) bzw. die Betreuung in „sozialen Einrichtungen“ (1,6 Prozent).
Da denkt man schon ein wenig nach, wer das alles noch bezahlen soll, wenn das immer so weiter geht. Denn gerade für Energie und Lebensmittel geht die Preisspirale ja seit Jahren immer weiter kräftig nach oben.
Haushaltsenergie ist mittlerweile 44,3 Prozent teurer als noch 2005, Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke haben um 27,1 Prozent zugelegt. Nur zum Vergleich: Die Gesamtteuerungsrate seitdem lag nur bei 15,8 Prozent. Was im Effekt auch heißt, dass vor allem Menschen mit kleinem Einkommen richtig zur Kasse gebeten wurden, weil es die Dinge des Grundbedarfs waren, die überdurchschnittlich teurer wurden: Obst um 32,6 Prozent, Bekleidung und Schuhe um 36,6 Prozent, Strom um 43,9 Prozent.
Die Steigerung der Parkhausgebühren von 17 Prozent im Jahr 2011 wird die meisten eher nicht interessieren. Auch wenn Autofahrer wirklich oft glauben, ihr fahrbarer Untersatz sei der Nabel der Welt und 32,9 Prozent Aufschläge beim Sprit seit 2005 seien zu viel. Im Dezember gab es da sogar mit 1,4 Prozent einen eher unüblichen Preisrückgang. Aber der hat mit der mittlerweile völlig enthemmten Öl- und Gas-Förderpraxis der USA zu tun, wo einige Leute wirklich glauben, sie müssten nur möglichst schnell möglichst viel Öl aus der Erde pumpen, dann wären Preise und Welt wieder in Ordnung.
Tatsächlich ist der Katzenjammer damit nicht einmal verschoben - nur die Phase, dass sich alle Optimisten gegenseitig versichern, dass es gar keinen Ölengpass gibt, wird etwas verlängert. Und damit werden die so notwendigen Kurskorrekturen wieder ein Stück in die Zukunft verschoben.
Stattdessen sparen auch die deutschen Spaßvögel in den Ministerien lieber beim ÖPNV. Und zwar happig. Was sich logischerweise seit Jahren auch auf die Fahrpreise auswirkt. Und so wirkten sich die Tariferhöhungen im „Schienen-“ (3,2 Prozent), „Luft-“ (2,9 Prozent) und „kombinierten Personenverkehr“ (0,5 Prozent) entsprechend aus, teilt das Statistische Landesamt mit. Seit 2005 sind die Fahrpreise im ÖPNV im Schnitt zwischen 24 und 25 Prozent gestiegen.
Am Tage nach seiner Rückkehr auf einen Leipziger Denkmalssockel geht man in Sachen Richard Wagner wieder ins Detail. Getanzte und Gelesene Wagner-Liebe gibt es am Abend des 23. Mai im Opernhaus am Augustusplatz mit „Ein Liebestraum“. Letztmalig in dieser Spielzeit ist die Choreografien der Geschwister Silvana und Mario Schröder zu erleben. Und in der Aula der Alten Nikolaischule wird am gleichen Abend dem Dresdner Revoluzzer nachgegangen: „Wegen wesentlicher Theilnahme“. mehr…
Bereits in der Nacht zum 16. Mai verübten Unbekannte einen Anschlag auf eine Leipziger Niederlassung der "Trenkwalder Personaldienste GmbH" in der Karl-Liebknecht-Straße. Die Täter warfen Pflastersteine in die Fensterscheiben der Büroräume. Am Eingang des Gebäudes prangte der fehlerhafte Schriftzug "Leiharbeit kaput". Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. mehr…
Leipzigs Bevölkerung wächst. Das sorgt auch dafür, dass der Wohnungsleerstand schmilzt. Aber was bedeutet das für die Bezahlbarkeit der Mieten? - Die Fraktion Die Linke brachte zur Ratsversammlung am 15. Mai zwei Anträge ins Verfahren, die eine strategische und sozial orientierte Wohnungspolitik in der Stadt Leipzig langfristig befördern sollen. mehr…
Es ist schon erstaunlich, welche Erwartung Unternehmenschefs immer wieder haben an Politik - und wie verstört sie hinterher sind, wenn sie die Regierung bekamen, die sie wollten. Was auch daran liegt, dass Betriebswirtschaft ein ganz anderes Feld ist als Makroökonomie. Und dass in der Makroökonomie manchmal Dinge getan werden müssten, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn machen. Und trotzdem richtig wären. Solche Dinge wie Marktregulierung und Bankenkontrolle. Den Salat habe wir derzeit. mehr…
Und siehe da, es kommt wie erwartet: "Minister aus den 54 Mitgliedsstaaten des International Transport Forum fordern mehr Investitionen in strategische Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsdienstleistungen", heißt die aktuelle Meldung vom International Transport Forum, das vom 22. bis 24. Mai in Leipzig tagt. mehr…
Die SPD feiert am 23. Mai in Leipzig Geburtstag. Am 23. Mai 1863 wurde eine der Vorläuferparteien der SPD in Leipzig gegründet: der ADAV. 150 Jahre später gibt es die SPD zwar immer noch. Doch in Meinungsumfragen dümpelt sie deutlich unter der 30-Prozent-Marke. Kein guter Wert für eine Partei, die sich eigentlich die Kernelemente unserer Gesellschaft in den Namen geschrieben hat: das Soziale und das Demokratische. Zeit für ein Geschenk zum Nachdenken. mehr…
Seit Mittwoch, 22. Mai, reden sie wieder: Verkehrsminister aus aller Welt diskutieren in Leipzig über Geld. Die für Verkehr zuständigen Minister aus den 54 Mitgliedsstaaten des Weltverkehrsforums (International Transport Forum) der OECD treffen sich vom 22. bis 24. Mai in Leipzig. Im Mittelpunkt des dreitägigen Gipfeltreffens steht die Zukunft der Finanzierung von Mobilität. Oder das, was Minister dafür halten. Sachsen ist eigentlich ein gutes Fleckchen für so eine Debatte. mehr…
Die Einstellung des 1. FC Lok für den Mittwochabend hat sich ausgezahlt. Nach langer Anreise gen Torgelow gewannen die Blaugelben beim ortsansässigen Torgelower SV Greif mit 5:2 (3:1). Rolleder und Spahiu, je zweimal, und Benedikt Seipel trafen in einem lockeren Kick für den sich Lok was vorgenommen hatte: „Wenn wir schon Mittwochabend nach Torgelow müssen, dann wollen wir auch gewinnen!“. mehr…
Am Freitag, 24. Mai, lädt die Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst um 19 Uhr zu einem Artist Talk ein. Künstlerinnen aus Leipzig, Straßburg und Venedig geben in englischer und deutscher Sprache Einblicke in ihre Arbeiten. Im Anschluss wird der temporäre Frühlingsgarten des gemeinnützigen Kunstzentrums auf der Leipziger Baumwollspinnerei eingeweiht. Der Eintritt ist frei. mehr…
Mit Ausklingen der Wagner Festtage in Leipzig feiert das Stadtgeschichtliche Museum am Sonntag, dem 26. Mai, ab 16 Uhr, die Finissage der Jubiläumsausstellung Wagnerlust & Wagnerlast. In einer letzten Führung berichtet die Kuratorin vom Leben, Wirken und Nachwirken des berühmten, aber auch umstrittenen Sohnes der Stadt. Als besondere Aufmerksamkeit des Museums ist der Eintritt in die Ausstellung ab 15 Uhr frei. Außerdem werden unter allen Besuchern der Finissage fünf Ausstellungskataloge verlost. mehr…
„Bisher konnte keine Einigung erzielt werden“, räumt die Stadtverwaltung auf Anfrage der Grünen zur Auseinandersetzung mit der Stadtbau AG über das Jahrtausendfeld ein. Damit liegen die Pläne für einen Bildungscampus Jahrtausendfeld mit Gymnasium und Grundschule weiter auf Eis. Kurzfristigen Einigungsbedarf sieht die Stadt ohnehin nicht. mehr…
Mit einer Technikschau und Feuerwehr zum Anfassen bietet die Freiwillige Feuerwehr Leipzig-Wiederitzsch am Samstag, dem 25. Mai, interessante Einblicke. Die Tore des Gerätehauses in der Bahnhofstraße 11a stehen den Besuchern zwischen 14 und 18 Uhr offen. mehr…
Was haben Hans Sachs und Hieronymus Lotter miteinander zu tun? Beide waren Franken, gebürtige Nürnberger, vielleicht Buddelkastengefährten. Sie lebten in der Zeit Martin Luthers zwischen Spätmittelalter, Renaissance und Neuzeit. Hans Sachs wollte die Welt mit Schuhen und mit Meistergesang verbessern. Hieronymus Lotter schmeichelte sächsischen Landesherren, handelte mit Metall und Tuchen, und war acht Mal Leipziger Bürgermeister im Ehrenamt. mehr…
Unter www.sachsens-baustellen.de kann jetzt jeder darüber abstimmen, auf welchen politischen Baustellen, die Schwarz-Gelb seit Jahren hinterlässt, Bündnis 90 / Die Grünen in Sachsen zuerst anpacken sollen. Für Claudia Maicher, Landesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen in Sachsen, ist klar, dass bei CDU und FDP die Luft raus ist, sie verwechselten Auf- und Abbau. mehr…
Am Dienstag, 28. Mai, um 18 Uhr laden die Stadt und Region Leipzig, das Institut Français sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) zum dritten deutsch-französischen Wirtschaftsdialog in die Leipziger Stadtbibliothek (Wilhelm-Leuschner Platz 10-11) ein. Das Thema lautet „Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit: Beitrag der Unternehmen in Deutschland und Frankreich“. mehr…