6.000 Studierende in Leipzig gegen Bologna und Hochschulrektoren + Bildergalerie
Patrick Limbach
24.11.2009
Auf Leipziger Straßen - die Studierenden aus Leipzig, Sachsen und teilweise aus Halle (S.)
Foto: Patrick Limbach
Die Studenten haben heute in Leipzig den Weg auf die Straße gesucht. Die L-IZ.de war den ganzen Tag unter Ihnen. Hier der erste Bericht ab 13 Uhr von der Demonstration von Patrick Limbach.
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"Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut." Mit Slogans wie diesem demonstrierten am Dienstag-Nachmittag nach Polizeiangaben rund 4.000 erst, dann 6.000 Studierende in der Innenstadt und im Zentrum-Süd. Die von der Konferenz sächsischer Studierender (KSS) gemeinsam mit dem StudentInnenrat der Uni Leipzig veranstaltete Demonstration richtete sich gegen zahlreiche Missstände im deutschen Bildungswesen. Die Teilnehmer forderten lautstark u. a. ein gebührenfreies Studium sowie den freien Zugang zu allen Master-Studiengängen. Dazu hatten sie sich gegen 13.00 Uhr vor dem Rektorat der Uni in der Goethestraße versammelt, dass seit gestern Mittag von Studierenden besetzt ist.
Füpr gebührenfreies Studieren: Die Polizei meldet 6.000 Demonstrationsteilnehmer in Leipzig
Foto: Patrick Limbach
Der Demonstrationszug ist bunt, die Stimmung ausgelassen. Viele Studenten haben Trillerpfeifen mitgebracht, um ihren Unmut über die Missstände an deutschen Universitäten lautstark Ausdruck verleihen zu können. "In eurer Bolognese sind wir das Hackfleisch" ist in Anspielung auf die umstrittenen Bologna-Reformen auf einer Papptafel zu lesen.
Anlass des Protests war die Tagung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig. Die HRK betrachtet sich selbst als Interessensvertretung der Hochschulen. Ihre Mitglieder sind allerdings durch kein demokratisches Gremium zur Teilnahme legitimiert. Die Demonstranten warfen den Rektoren vor, allein ihre eigenen Interessen, nicht aber die der Studierenden zu vertreten. So hätten fast alle Hochschulen in Nordrhein-Westfalen Studiengebühren eingeführt, obwohl die Mehrzahl der studentischen Interessensvertretungen sich dagegen ausgesprochen hatte.
Klare Kante gegen die weitere Verwirtschaftlichung der Bildung
Foto: Patrick Limbach
Als der Demonstrationszug das Neue Rathaus, den Tagungsort der HRK, erreicht, droht die Lage kurzzeitig zu eskalieren. Einige Protestler versuchten zunächst in das Gebäude gelangen. Die deeskalativ auftretenden Polizeikräfte und die Demo-Ordner verhinderten dies.
Nachdem die Veranstalter die Information ausgegeben hatten, dass die Rektoren das Rathaus bereits verlassen hätten, setzte sich die Demo wieder in Bewegung in Richtung Bundesverwaltungsgericht, wo die Zwischenkundgebung stattfand. Gleich drei Redner/innen kritisierten dort die mangelhafte Umsetzung der Bologna-Reformen an deutschen Universitäten. Anschließend liefen die Studenten zurück zum neuen Uni-Campus, wo ab 16:30 die Abschlusskundgebung stattfand.
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