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Bürgerumfrage 2009: Nettoeinkommen der Leipziger sind wieder gesunken

Ralf Julke
Bürgerumfrage 2009.
Bürgerumfrage 2009.
Die gestern vom Amt für Statistik und Wahlen vorgestellte "Kommunale Bürgerumfrage 2009" macht dem Oberbürgermeister Burkhard Jung nicht nur Freude. Das Image der Stadt ist gut, schätzen die Leipziger ein. Vieles entwickelt sich positiv. Nur beim Geld klemmt's.

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"Überhaupt nicht zufrieden bin ich mit den Einkommensverhältnissen", sagte Jung gestern bei der Vorstellung der Umfrage-Ergebnisse. Danach sind 2009 die persönlichen Nettoeinkommen der Leipziger nach Jahren des leichten Anstiegs erstmals wieder gefallen. Von 1.005 Euro laut Bürgerumfrage 2008 auf nunmehr 977 Euro. Der letzte Tiefststand war im Jahr 2005 mit 969 Euro verzeichnet worden. Dann kam der Konjunkturaufschwung, der dann 2008 in der Finanzmarktkrise endete.

Das hatte primär noch keinen Einfluss auf die Arbeitsmarktzahlen in Leipzig. Auch 2009 entstanden noch neue Arbeitsplätze und die Erwerbslosenzahl sank auch gegenüber 2008 weiter.

"Wir haben uns schon Gedanken darüber gemacht, woher diese Zahlen jetzt kommen", sagt Jung. "Und die Analyse sagt ziemlich eindeutig: Natürlich ist es der Niedriglohnsektor. Und natürlich sind es die Aufstocker."

Leipziger Nettoeinkommen sanken im Krisenjahr 2009.
Leipziger Nettoeinkommen sanken im Krisenjahr 2009.
Foto: Ralf Julke

Womit das nächste Problem schon anklingt: Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer, geben ein Durchschnittseinkommen von 900 Euro an, während die Männer auf einen Durchschnitt von 1.059 Euro Nettoeinkommen kommen.

Das Verblüffende daran: Die Frauen haben in den letzten Jahren sogar zugelegt. 2006 kamen sie auf 800 Euro, die Männer auf 1.100. Die Entwicklung des Niedriglohnsektors hat augenscheinlich vor allem die Männer gebeutelt. Gingen 2006 nur 22 Prozent der Männer mit weniger als 700 Euro Nettoeinkommen nach Hause, so waren es 2009 schon 26 Prozent. Der Anteil der Frauen, die mit so wenig Geld für ihre Arbeit abgespeist wurden, sank von 39 auf 34 Prozent. Wen das nun genau betraf, auch das hat das Statistik-Amt etwas genauer analysiert. Und die Zahlen sind deutlich: Es waren vor allem die 50- bis 64-Jährigen, deren Position im Erwerbsleben sich drastisch verschlechtert hat. Hier hat sich der Anteil derjenigen, die mit weniger als 700 Euro abgespeist wurden, von 23 auf 31 Prozent erhöht. Eine Erhöhung dieses Anteils gab es aber auch bei den 35- bis 49-Jährigen. Gingen hier 2006 noch 17 Prozent mit weniger als 700 Euro nach Hause, so waren es 2009 20 Prozent.

Kommunale Bürgerumfrage 2009.
Kommunale Bürgerumfrage 2009.
Deutlicher lässt sich eigentlich gar nicht nachvollziehen, wie "effektiv" Hartz IV dafür sorgt, dass Arbeitslosigkeit gerade für die wichtigsten Arbeitsalter in die Armutsfalle führt und welchen Druck die Sanktionspolitik der Behörde auf die Löhne vor allem im Dienstleistungssektor ausübt.

Für Burkhard Jung eine klare Angelegenheit: "Wir brauchen klare tarifliche Abkommen über einen Mindestlohn."

Gestiegen ist hingegen das Durchschnitts-Nettoeinkommen der Haushalte, das 2008 mit 1.379 einen Tiefpunkt erreicht hatte. 2005 hatte es schon einmal bei 1.450 Euro gelegen, jetzt ist es wieder bei 1.427 Euro angelangt. Dabei ist erstaunlicherweise das Einkommen aus eigenem Erwerbsleben sogar gesunken – von 1.800 im Jahr 2006 auf 1.790 im Jahr 2009 – Zeichen dafür, dass durchaus mehr Leipziger im Niedriglohnsektor tätig wurden. Zugelegt haben insbesondere Paare (mit und ohne Kinder) und Rentner.

Mehr zur "Bürgerumfrage 2009" finden Sie morgen an dieser Stelle.

www.leipzig.de/statistik


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