Bekräftigung erwünscht: Leipzig will Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnen
Redaktion
16.05.2010

Eilenburger Bahnhof: Neunutzung als Park.
Foto: Ralf Julke
Die Stadt Leipzig will die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen" unterzeichnen. So zumindest beschloss es die Dienstberatung des Oberbürgermeisters in der vergangenen Woche. Damit ist Leipzig eine von 30 deutschen Städten, die sich an dieser von der Bundesregierung verabschiedeten Strategie beteiligen.
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Anlass ist der internationale Tag der biologischen Vielfalt am Samstag, 22. Mai 2010.
Das „Bündnis für biologische Vielfalt“ soll den unterzeichnenden Städten und Gemeinden die Chance eröffnen, durch Erfahrungsaustausch und Kooperation entscheidende Schritte zum Erhalt der Artenvielfalt einzuleiten. Den Kommunen kommt dabei eine besonders wichtige Bedeutung zu, da sie vor Ort über den Umgang mit Natur und Landschaft entscheiden. Was im Klartext heißt: Die beteiligten Städte erklären sich bereit, ihre Stadtpolitik so umzustellen, dass der Artenvielfalt eine Priorität eingeräumt wird.
Mögliche Maßnahmen - so teilt zumindest die Stadtverwaltung mit - seien neben der Entwicklung städtebaulicher Konzepte zum Beispiel die Reaktivierung von innerstädtischen Brachflächen, um das Siedlungswachstums auf „der grünen Wiese“ zu begrenzen, die Mitarbeit und der Ausbau von Biotopverbundsystemen, der Schutz von Gewässern vor schädlichen stofflichen Einträgen und die Förderung naturnaher Tourismuskonzepte.
Alles keine großen Aufreger. Das wird alles schon versucht und Jahr um Jahr eifrig konterkariert. Das Umdenken bei vielen Akteuren dauert unendlich lange oder geschieht - gerade bei Leipzigs Nachbargemeinden - überhaupt nicht. Da wird in Wiedemar eine neues Einkaufscenter genehmigt, will Markkleeberg nach wie vor eine neue Straße quer durch ein Auengebiet legen, müssen erst Bürgerinitiativen einen völlig überdimensionierten Straßenbau im Leipziger Nordosten stoppen oder der Floßgraben wird mir Gewalt für Motorbootverkehr erschlossen.

Wie nutzt man Brachen in der Stadt? - Beispiel Eilenburger Bahnhof.
Foto: Ralf Julke
"Bereits 2007 hat die Bundesregierung eine der Erklärung zu Grunde liegende umfassende Strategie verabschiedet. Die Stadt Leipzig verfolgt seit Jahren vergleichbare Lösungsansätze, wie sie zum Beispiel in den Umweltqualitätszielen, durch die zertifizierte Bewirtschaftung des Stadtwaldes, die Strategien zum Schutz, zur Entwicklung und zum Management von Natur- und Landschaftsschutzgebieten (einschließlich der „Natura 2000“ – Gebieten) in der Stadt und durch die Aussagen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (SEKo) zum Ausdruck kommen", teilt die Stadtverwaltung mit. Durch die Unterzeichnung der Deklaration 'Biologische Vielfalt in Kommunen' würden "diese Strategien zusammen mit den daraus resultierenden Maßnahmen bekräftigt und weiter ausgebaut."
Wie aus der vom Bundesamt für Naturschutz und der Deutschen Umwelthilfe verfassten Deklaration hervorgeht, werden weltweit fast zwei Drittel aller Ökosysteme sowie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten als gefährdet eingestuft. Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der Lebensräume bedroht. Hinzu kommt ein großer Verlust an genetischer Vielfalt mit unabsehbaren Auswirkungen auf künftige Generationen.
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