Der Stadtrat tagt: Sören Pellman will Trabis in die Umweltzone lassen
Michael Freitag & Daniel Thalheim
23.03.2011
Foto: Michael Freitag
Der DDR-Zweitakter darf mit der Einführung der Umweltzone nicht mehr in Leipzig cruisen. Das wurmt offenbar Sören Pellmann von der Leipziger Stadtratsfraktion Die Linke. Deswegen hakt er heute schriftlich bei der Stadtverwaltung nach und fordert eine Ausnahmeregelung für die fahrenden Pappschachteln. Inklusive Oldtimer-Status.
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Als ob die Leipziger Umweltzone nicht genug Ausnahmeregelungen zu Gunsten des Wirtschaftsverkehrs bereit stellt... Aber ein Gefährt hat es Sören Pellmann besonders angetan. Genau 504 Trabis gibt es noch in der Messestadt - Tendenz fallend. Zu unzeitgemäß die Abgaswerte, um noch einfach so damit durch die Gegend zu knattern.
Doch so mancher verbindet noch einen Schuss Nostalgie mit dem Zwickauer Gefährt und so stellt Pellmann heute fest, dass immerhin 99 Trabis den Oldtimer-Status innehaben, aber über 400 Trabis nicht. Sie müssen in den Garagen stehen bleiben oder dürfen zumindest nicht mehr in die weiträumige Leipziger Umweltzone einfahren.
Der Ordnungsamtsleiter solle sich Pellmanns Informationen nach positiv für zusätzliche Ausnahmeregelungen geäußert haben, aber diese seien nicht erfolgt. Grund für den für die selten gewordenen Automobile engagierten Stadtrat nachzufragen.
Heute keine Sonderregeln für den Trabant in Leipzig.
Foto: Michael Freitag
"Worin ist die Ursache zu sehen, dass die 400 Fahrzeuge der Marke Trabant nicht in die Allgemeinverfügung aufgenommen wurden?" Haben die Halter Amtsschreiben erhalten über die Stilllegung ihrer Rennpappen und ist es möglich, dass für diese Personen eine Ausnahmeregel geschaffen wird, um in der Umweltzone herumdampfen zu dürfen.
Klar, dass wohl der eine oder andere sicher auch ohne Umweltplakette in Leipzig für Auspuffgase sorgen möchte oder gar dies schon getan und erwischt wurde. Gibt es nach Pellmann Hinweise aus anderen Städten, dass gegen ein Verstoß der Umweltzone-Richtlinien erfolgreich rechtlich gegen einen Bußgeldbescheid vorgegangen wurde? Inwieweit ist das rechtlich belastbar?
Eigentlich alles unnötige Fragen, weil die Privilegierung der Trabis grundsätzlich gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstößt, so die Verwaltung in ihrer schriftlichen Antwort. Die bezieht sich auch auf DDR-Autos wie Barkas und Wartburg. Außerdem sind diese "Oldies" besonders emissionsstark, so die Verwaltung weiter. Rechtlich könne man in diesem Land auch gegen Bußgeldbescheide vorgehen. Ob das in diesem Fall sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt.
Heute also keine Sonderregeln für den Trabant in Leipzig.
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