Leipzigs Streetworker protestieren gegen schleichende Kürzungen: Zur nächsten Stadtratssitzung gibt's Pappkameraden für die Stadträte
Ralf Julke
07.09.2011
Ein "Streetworker" aus Pappe.
Foto: Initiative „Streetwork 2.016"
Der Stich mit der Generalkritik an der Leipziger Drogenprävention, die Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz im Frühjahr setzte, hatte auch finanzielle Gründe. Denn natürlich hat das, was in den letzten Jahren in der Präventionsarbeit im Freistaat und in Leipzig eingespart wurde an Geld, Folgen. Auch personelle. Deswegen gibt's zur nächsten Ratsversammlung am 14. September wieder eine Protestaktion.
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Unter dem Motto „Streetwork 2.016 – Nicht von Pappe!?“ machen die freien Träger, die in der Stadt Leipzig Mobile Jugendarbeit/Streetwork praktizieren, am Mittwoch, 14. September, um 13:30 Uhr in der Oberen Wandelhalle des Neuen Rathauses auf eine gefährliche Entwicklung aufmerksam.
Der Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V., der CVJM Leipzig e.V., der MachtLos e.V., das Projekt „südpol“ des Jugendhaus Leipzig e.V. und die Streetworker der Heilsarmee Leipzig haben sich für diese Aktion zusammengetan.
Leipziger Streetworker mit ihren Protest-Kollegen aus Pappe beim Fototermin auf dem Markt.
Foto: Initiative „Streetwork 2.016"
Stück für Stück verringerte sich in den letzten Jahren die finanzielle Förderung der Streetwork-Projekte. Dies geschah entweder durch reale Kürzungen oder durch eine Stagnation der Förderbeträge, was bei steigenden Kosten einer „versteckten“ Kürzung gleich kommt, stellen sie fest. Die Folge sind Arbeitszeitverkürzungen, wodurch den fünf an der Aktion beteiligten Vereinen in diesem Jahr bereits 1.881 Stunden weniger für die Sozialarbeit mit den Jugendlichen zur Verfügung stehen. Werde diese Abwärtsspirale nicht gestoppt, könnte das Budget in wenigen Jahren nur noch für ein paar Streetworker aus Pappe reichen.
Als warnendes Symbol dafür, wie die Arbeit der Streetworker im Jahr 2016 aussehen könnte, wenn jetzt und in Zukunft in Leipzig an der falschen Stelle gespart wird, übergeben die fünf Vereine vor der kommenden Stadtratssitzung jeweils einen lebensgroßen, blauen Papp-Streetworker an die Fraktionen. Die Vorsitzenden der Fraktionen - so teilen sie im Vorfeld mit - wurden ebenfalls persönlich zu dieser Übergabe eingeladen. Jetzt sind die Initiatoren gespannt, inwieweit ihre Offerte von den gewählten Volksvertretern angenommen wird.
Näheres zur Initiative „Streetwork 2.016 – Nicht von Pappe!?“ und den beteiligten Vereinen auf Facebook: www.facebook.com/streetwork2016
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