Eine Weihnachtsgeschichte: Clara-Zetkin-Park - Neuer Vorstoß zur Streichung des Namens
Gernot Borriss
25.12.2011
Clara Zetkin-Plastik
Foto: Gernot Borriss
Innerhalb des Leipziger Rathauses wird offenbar die endgültige Streichung des Namens „Clara-Zetkin-Park“ betrieben. „Zetkin hat Thälmann erst möglich gemacht“, heißt es unter Verweis auf erneute Quellenstudien und den jüngsten Beschluss zur Aufhebung des Ernst-Thälmann-Platzes in Volkmarsdorf.
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Eine bislang nur wenigen Experten bekannte historische Begebenheit lässt im Leipziger Rathaus die Debatte um die Berechtigung des Namens „Clara-Zetkin-Park“ erneut aufkommen. Die deutsche Kommunistin Clara Zetkin (1857 – 1933) soll auf einer Tagung des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale im April 1925 vor der versammelten Sowjetführung die damalige KPD-Spitze um Ruth Fischer und Arkadi Maslov scharf kritisiert haben.
Damit hatte die Moskauer Führung endlich einen Anlass zum Handeln. Fischer und Maslov wurden abgesetzt. Damit war der Weg an die Parteispitze frei für Ernst Thälmann, den Wunschkandidaten der Moskauer Zentrale. „Zetkin hat Thälmann erst möglich gemacht“, heißt es nun auf den Rathausfluren. Die Anspielung ist unzweideutig. Nachdem der Stadtrat jüngst mehrheitlich für die Aufhebung des Ernst-Thälmann-Platzes in Volkmarsdorf stimmte, gehöre ein Beschluss aus dem April 2011 überprüft.
Clara Zetkin machte Thälmann erst möglich. Nun soll auch ihr Name aus dem Leipziger Stadtbild verschwinden
Foto: Gernot Borriss
Kurz vor Ostern dieses Jahres nämlich hatten die Leipziger Volksvertreter eine Flurneuordnung der Parks im Stadtzentrum vorgenommen. Der Name „Zentraler Kulturpark Clara Zetkin“ ist seitdem nicht mehr das verbindende rote Band für das Grün im Herzen der Stadt. Einige Teilbereiche tragen weiterhin den Namen der Kommunistin und Frauenrechtlerin. Doch schon damals setzten manche auf eine vollständige Wiederherstellung königlich-sächsischer Parknamenherrlichkeit.
Diese sehen ihre Stunde nun gekommen. Denn neben der Moskauer Polemik von 1925 rücken nun noch andere Handlungen und Äußerungen Zetkins wieder ins Bewusstsein, die demokratisch äußerst zweifelhaft sind.
„Es darf jetzt keine vorschnellen Denkverbote geben“
Foto: Gernot Borriss
So war das Verhältnis von Zetkin zum Frauenwahlrecht immer ein bloß taktisches. Denn als glühende Kommunistin stellte für sie die Gleichstellung der Frau nur den Nebenwiderspruch innerhalb des welthistorischen Ringens zwischen Kapital und Arbeit dar. Die demokratische Landesverfassung von 1919 lehnte Zetkin als damalige württembergische Landesparlamentarierin ab.
Die Eröffnung des neu gewählten Reichstages verband Zetkin 1932 als Alterspräsidentin mit der „Hoffnung, das Glück zu erleben, als Alterspräsidentin den ersten Rätekongress Sowjetdeutschlands zu eröffnen“. Ihre Rhetorik in jenen Jahren war jedenfalls eindeutig. Eine proletarische Revolution nach sowjetischem Vorbild sollte die demokratische Republik der Weimarer Reichsverfassung hinwegfegen.
Auch ist von Zetkin die Aufforderung überliefert, die Sowjetunion nur barfuß zu betreten. „Ziehe deine Schuhe aus, der Boden, da du stehst, ist heiliger, revolutionärer Boden.“ So die Worte, in die sie ihre Vergötzung des Sowjetreiches gekleidet haben soll. Andere Kritiker führen zudem an, dass Clara Zetkin 1971 Friedrich Schiller von der Zehn-Mark-Banknote der DDR verdrängte.
Damit ist für manche auf den Ratshausfluren das Maß nun voll. Es soll sich bereits eine Initiative gebildet haben, die den Beschluss zur Teilumbenennung des Clara-Zetkin-Parks nun neu verhandeln will. Das Ziel ist klar: Der Name Zetkin soll ersatzlos gestrichen werden.
Ob ein solcher Beschluss auch die Berechtigung der Clara-Zetkin-Denkmale im gleichnamigen Park und auf dem Gelände der vormaligen Pädagogischen Hochschule „Clara Zetkin“ an der Karl-Heine-Straße 22b beinhalten soll, wollten die Initiatoren noch nicht verraten. „Es darf jetzt keine vorschnellen Denkverbote geben“, heißt es vieldeutig. Schließlich soll nach dem Willen der Stadtverwaltung in vier Jahren das Schulgelände an einen privaten Investoren veräußert werden.
Diese Geschichte entspricht nicht der Wahrheit
Anmerkung der L-IZ-Redaktion: Die unwahren Weihnachtsgeschichten der Leipziger Internet Zeitung finden nun das dritte Jahr statt. Immer vom 24. bis zum 27. Dezember ist also nicht alles richtig, was auf der L-IZ.de geschrieben steht (und hiermit als unwahr deutlich gekennzeichnet). Dieses ist also so eine Geschichte irgendwo zwischen dem Millimeter neben der Möglichkeit, vielleicht auch nur schrullig und skuril. Hoffentlich jedoch immer zum Schmunzeln oder Nachdenken.
In jedem Fall lohnt es sich also wie sonst auch, Artikel in diesen Tagen wirklich bis zum Ende zu lesen. Ganz entgegen der gern gepflegten Eile im Netz.
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