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Eine Weihnachtsgeschichte: Musikalische Komödie vor Eigenständigkeit - Erdgasunternehmen wird Partner

Gernot Borriss
MuKo in Lindenau
MuKo in Lindenau
Foto: Gernot Borriss
Ein ausländisches Erdgasunternehmen will als Partner bei der Musikalischen Komödie einsteigen. Dem Vernehmen nach sollen die Vereinbarungen am 28. Dezember 2011 nach der Aufführung der Oper „Zar und Zimmermann“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Leipziger Rathaus signalisierte bereits Zustimmung.

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Die Herauslösung der Musikalischen Komödie aus der Leipziger Oper kommt. Aber eben schneller und anders, als es einige Berechnungsmodelle im actori-Gutachten zur Zukunft der Leipziger Kulturbetriebe nahelegen. Ein ausländisches Erdgasunternehmen will als Großsponsor bei dem beliebten Volkstheater im Leipziger Westen einsteigen. Namen und Herkunftsland des Großsponsors sollen bis zum 28. Dezember 2011 noch geheim bleiben. Nach der Aufführung der Lortzing-Oper „Zar und Zimmermann“ aber soll im Haus Dreilinden das Konzept zur Zukunft des Hauses vorgestellt werden.

Doch soviel ist bereits bis zur L-IZ durchgesickert. Das Unternehmen will auf dem deutschen Markt weiter Fuß fassen. Das bestehende Engagement bei einem traditionsreichen deutschen Sportverein will man nun um Kultursponsoring, hier in Form einer Stiftung ergänzen.

Die künstlerische Qualität des Hauses Dreilinden und der hohe Zuschauerzuspruch hätten das Interesse des Unternehmens geweckt, heißt es. „Immer wieder wurde in Leipzig über die Schließung der Musikalischen Komödie diskutiert“, sagt uns der Leiter der Deutschland-Geschäftsleitung des Unternehmens im Vertrauen, „mit der öffentlichen Diskussion zum actori-Gutachten sei es immer klarer geworden, dass hier etwas geschehen muss. Weshalb wir uns entschieden haben, selbst als Großsponsor tätig zu werden.“ Zugleich sehe man in der Muko beträchtliche Wachstumspotenziale schlummern.

Die Musikalische Komödie im Leipziger Westen ist gerettet.
Die Musikalische Komödie im Leipziger Westen ist gerettet.
Foto: Gernot Borriss

Wie berichtet, führt für die Leipziger Stadtverwaltung an der - offenen oder verkappten - Schließung einer Kultursparte offenbar kein Weg mehr vorbei. Auf anderem Weg hält man im Neuen Rathaus die Entwicklung des Zuschussbedarfs für die kulturellen Eigenbetriebe für nicht mehr beherrschbar.

Das als Handreichung an die Stadtpolitik in der Diskussion befindliche Gutachten der Münchner Beratungsgesellschaft actori hält zwar eine Schließung der Musikalischen Komödie für politisch nicht durchsetzbar. Gleichwohl empfiehlt es die Herauslösung des Musiktheaters aus dem Verbund der Oper und die Fusion einer entkernten Muko mit dem Theater der Jungen Welt.

Unter den Künstlern und Freunden der Musikalischen Komödie macht sich ob des Sponsoren-Interesses große Erleichterung breit. Für das Energieunternehmen sei es ein leichtes, den kommunalen Zuschuss an die Muko über Jahre zu stemmen. Auch die in der Schublade liegenden Pläne zur Sanierung des Hauses, die 2008 ein Architektenbüro bei der Stadtverwaltung vorgelegt hatte, sollen nun umgehend angegangen und schrittweise umgesetzt werden.

Veränderungen bei Personal und Repertoire des Hauses seien nicht zu befürchten. Gerade wegen der Aufführungen wie „Zar und Zimmermann“ und „Peter und der Wolf“ oder die für den März 2012 geplante Premiere von „Der Zarewitsch“ soll das Unternehmen zudem auf die Muko aufmerksam geworden sein, erzählt man sich in Lindenau.

Der Wegweiser kann also die nächsten Jahre dran bleiben.
Der Wegweiser kann also die nächsten Jahre dran bleiben.
Foto: Gernot Borriss

Wie bei dem bestehenden Sportsponsoring tief im Westen Deutschlands will sich der neue Eigner nicht in die Arbeit der künftig eigenständigen Musikalischen Komödie einmischen. Struktur und Namen des Hauses blieben definitiv erhalten, heißt es. „Wir respektieren die Traditionen und die Kultur vor Ort“, sagt der Deutschlandexperte zur Philosophie des Unternehmens, „wir wollen hier nicht als Ufo einschweben, um Marketing für unsere Produkte zu machen.“

Von Seiten der Stadtverwaltung war bislang keine offizielle Stellungnahme zu erhalten. Rathausmitarbeiter erzählen jedoch, dass unter den politischen Schwergewichten im Rathaus „Heil sei dem Tag, an welchem du bei uns erschienen“ der aktuelle Hit sein soll.

Kantate und Arie gleichen Namens gehören zu den Evergreens aus Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“. Bevölkerung und Bürgermeister einer niederländischen Küstenstadt huldigen darin dem Zaren, der unter ihnen bislang incognito als Zimmermann das Schiffbauerhandwerk erlernte.

Mit der Übereignung der Musikalischen Komödie an den ausländischen Interessenten könnte die Stadtverwaltung gegenüber der Landesdirektion die Erfüllung von Sparauflagen vermelden. Und auf den Einstieg privater Partner drängt man an der Braustraße die Stadtverwaltung ja nun schon länger.

Diese Geschichte entspricht nicht der Wahrheit

Anmerkung der L-IZ-Redaktion: Die unwahren Weihnachtsgeschichten der Leipziger Internet Zeitung finden nun das dritte Jahr statt. Immer vom 24. bis zum 27. Dezember ist also nicht alles richtig, was auf der L-IZ.de geschrieben steht (und hiermit als unwahr deutlich gekennzeichnet). Dieses ist also so eine Geschichte irgendwo zwischen dem Millimeter neben der Möglichkeit, vielleicht auch nur schrullig und skuril. Hoffentlich jedoch immer zum Schmunzeln oder Nachdenken.

In jedem Fall lohnt es sich also wie sonst auch, Artikel in diesen Tagen wirklich bis zum Ende zu lesen. Ganz entgegen der gern gepflegten Eile im Netz.

Weitere Informationen hier
Schöne Bescherung: Die L-IZ spinnt wieder rum und Leipziger träumen


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