Der Stadtrat tagt - Nachlese: Turmhelm der Russischen Gedächtniskirche soll saniert werden
Daniel Thalheim
26.01.2012
Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats: 1913 im Andenken an die 1813 gefallenen russischen Soldaten im Kampf gegen Napoleon Bonaparte bei der Völkerschlacht zu Leipzig errichtet.
Foto: Daniel Thalheim
Seit 1913 steht sie in der Nähe des Deutschen Platzes. Nun reicht das Leipziger Kulturdezernat eine Vorlage zur außerplanmäßigen Sanierung ein. Die Sanierung muss aufgrund der Völkerschlacht-Feierlichkeiten 2013 schon im Juni 2012 erfolgen. Denn besonders der Turm der Russischen Kirche ist betroffen und bedarf einer Erneuerung.
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Wenn auch in den vergangenen Jahren laut Kulturdezernat zahlreiche kleinere und mittlere Baumaßnahmen an der 1913 nach den Plänen von Wladimir Alexandrowitsch Pokrowski (1871 - 1931) gebauten Kirche erfolgten, reicht das noch nicht aus. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II wurde zwar die Fassade der Unterkirche denkmalsgerecht ausgeführt, aber der Hauptturm mit Turmhelm und -zwiebel ist laut Kulturdezernat in einem desolaten Zustand.
Seit der Errichtungszeit fehle eine Abdichtungsebene, die zur Durchfeuchtung des Turms beigetragen haben soll. Dadurch fallen Putzteile der Kuppelinnenseite der Kirche in den Innenraum, wo sich regelmäßig Gläubige der russisch-orthodoxen Glaubensrichtung und Touristen aufhalten. Um sie zu schützen, wurde im Innenraum ein Netz gespannt.
Russische Gedächtniskirche: Turmhelm und Zwiebel sollen 2012 saniert werden.
Foto: Daniel Thalheim
"Trotz erheblicher Bemühungen der Stadt Leipzig konnte die Turmsanierung als großer, nicht teilbarer Bauabschnitt nicht finanziert werden", heißt es aus dem Kulturdezernat weiter. Aussichtsreich sei die Sanierung aber. Denn Leipzigs OB Burkhard Jung habe in Moskau Spendengelder in Höhe von 250.000 Euro eingeworben. Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen seien auch im Gespräch. Der benötigte Eigenanteil der Stadt Leipzig würde aber 60.000 Euro betragen und soll laut Kulturdezernat als außerplanmäßige Ausgabe aus dem Gesamthaushalt gedeckt worden sein.
"Zudem sollte im Jahr 2013 der komplette Abschluss mit der Sanierung der Fassade der Oberkirche, geschätzte Kosten 358.000 Euro, angestrebt werden", so das Kulturdezernat weiter. Notwendige Fördermittel könne man zusätzlich durch Folgeanträge bei Bund und Land heranziehen. Zusätzlich könne man einen Rest von 50.000 Euro an Moskauer Spendengeldern verwenden. Aber: der Bauabschnitt für 2013 soll nicht Bestandteil der Vorlage am 25. Januar sein. Zunächst ginge es nur um die Bauwerksabdichtung, Instandsetzung des Turmhelmes mit seiner vergoldeten Zwiebel. Um diese Arbeiten durchführen zu können, müsse man die Mosaikarbeiten, Sandsteinlisenen und Fenstereinfassungen vom Turmhelm abnehmen, um das Mauerwerk freizulegen und zu sanieren.
Das Kulturdezernat rechnet für 2012 mit einer Gesamtkostensumme von 750.000 Euro, für 2013 mit 358.000 Euro. Die Fördergelder sollen für 2012 bereits im März bewilligt werden. Baubeginn soll Juni 2012 sein. Im November 2012 sollen die Turmsanierungs-Arbeiten abgeschlossen sein. Der Plan ist vom Stadtrat am 25. Januar 2012 beschlossen worden.
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