Leipziger Kulturbetriebe: CDU-Ratsfraktion erteilt Oberbürgermeister Burkhard Jung zwei Absagen
Daniel Thalheim
12.01.2012
Foto: Daniel Thalheim
Die Leipziger CDU-Fraktion ist mit Manchem in der Leipziger Kulturpolitik nicht einverstanden. Nach einer Fraktionssitzung über die künftige Struktur von Oper, Gewandhaus, Schauspiel & Co. erteilte Ursula Grimm der Idee einer Fusionierung von Theater der Jungen Welt und Musikalische Komödie eine Absage. Zuerst müsse an den Strukturen geschraubt werden, bevor man fürs Leipziger Schauspiel einen Intendanten suche, hieß es außerdem aus dem CDU-Fraktionsbüro.
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Zwei Themen lagen bei der Fraktionssitzung der CDU am 11. Januar auf dem Tisch: Neustrukturierung der Leipziger Theaterhäuser und die Suche nach dem neuen Intendanten fürs Leipziger Schauspiel. Seit 2010 existiert ein CDU-Antrag zur Umstrukturierung der Leipziger Kulturbetriebe Oper, Schauspiel und Theater der Jungen Welt. Die drei Institutionen wollte die Leipziger CDU-Ratsfraktion in der Spielzeit 2011/2012 in der Gründung eines Mehrspartenhauses "Städtische Bühnen Leipzig GmbH“ organisiert wissen. Daraus wurde bekanntlich nichts.
Vor Weihnachten 2011 soll Oberbürgermeister Burkhard Jung laut Angaben der CDU-Fraktion gesagt haben, dass er eine Zusammenlegung von Theater der Jungen Welt und Musikalischer Komödie als eine "interessante Option" favorisieren würde und alle anderen Fusionen "weitgehend vom Tisch“ seien.
Es hat nach dieser Aussage - sofern sie stattfand - den Anschein, dass das von der Leipziger Stadtverwaltung in Auftrag gegebene "Actori"-Gutachten für Leipzigs OB eine Handlungsgrundlage sei. Dem sei aber nicht so, laut Stadtverwaltung am 12. Januar. Eine Fusionsoption stünde nicht zur Debatte.
Ursula Grimm, CDU-Stadträtin.
Bild: www.cdu-fraktion-leipzig.de
In dem Gutachten wurden auch Fusionsszenarien errechnet, von denen die Belegschaft der Oper und Musikalischen Komödie bei einem am 28. November 2011 anberaumten Bürgerforum annahm, sie seien schön gerechnet. Man befürchtete, mit diesem 400-seitigen Papier gäbe man den Stadträten eine fertige Handlungsgrundlage in die Hand. Für die "MuKo" sah man die Schließung durch die Hintertür. Am Ende der Debatte sah Gutachter Dr. Martin Dehli für Leipzig nur den dritten Weg vorbei an seinem Gutachten.
Die Leipziger CDU-Fraktion sieht in dem "Actori"-Gutachten ein weiteres Problem: Man habe den seit 2010 existierenden Antrag für die Zusammenlegung für die verschiedenen Häuser unter dem Dach eines Mehrspartenhauses nicht berücksichtigt, so die Kritik aus der Fraktion. Dazu CDU-Fraktionsvorsitzende Ursula Grimm: "Zum Vorschlag der CDU-Fraktion aus dem Antrag A95 'Strukturreform für die Theater der Stadt Leipzig' trifft das Actori-Gutachten keine Aussagen. Fusionen im Kulturbereich sind für uns keineswegs 'vom Tisch'. Wir halten weiterhin an unserem Vorschlag fest.“
Die vom OB angeblich favorisierte Idee, die beiden Häuser Theater der Jungen Welt und Musikalische Komödie zusammenzulegen, erregte Widerspruch bei der CDU. Auch in einer anderen Sache zeigte sich die Leipziger CDU-Fraktion widerspenstig. Ursula Grimm erteilte dem Vorschlag des Oberbürgermeisters, noch vor der Sommerpause einen neuen Schauspielintendanten zu finden, eine Absage: "Die CDU-Fraktion wird keine Intendantensuche für das Schauspiel unterstützen, bevor nicht die Strukturfragen abschließend geklärt sind."
Aus dem Büro des Leipziger Oberbürgermeisters hieß es zur Intendantensuche bereits am 6. Dezember 2011 gegenüber der L-IZ, dass das Vorschlagsrecht bei einer Auswahlkommission liegen würde, die Burkhard Jung in Absprache mit dem Betriebsausschuss Kulturstätten beruft. Die würde seit Anfang 2012 damit beschäftigt sein, das Bewerbungsverfahren in die Wege zu leiten. Es hieß: "Der designierte Intendant muss im Sommer 2012 Nichtverlängerungsgespräche führen, damit Kündigungen im künstlerischen Bereich auf Grund Intendantenwechsel zum Spielzeitende 2012/13 möglich sind."
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