Leipziger Kulturdebatte: Wolf-Dietrich Rost (CDU) - Effizienter gestalten heißt nicht automatisch kürzen
Daniel Thalheim
21.02.2012
Wolf-Dietrich Rost (CDU)
Foto: Daniel Thalheim
Wolf-Dietrich Rost vertritt die Leipziger CDU auch im Betriebsausschuss Betriebsstätten und Fachausschuss Kultur. Im Kurzinterview mit der L-IZ führt er aus, was er unter Einsparungen in der Kultur versteht und was er von einer Kulturabgabe hält.
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Was fordert die Leipziger CDU im Hinblick auf das Actori Gutachten?
Dass die Szenarien und Berechnungen aus dem Gutachten ernst genommen und sachlich diskutiert werden. Dabei dürfen keine Vorbehalte oder Tabus bestehen. Das Gutachten wurde vom Stadtrat in Auftrag gegeben und liefert nun Optionen – diskutieren und umsetzen muss sie der Stadtrat.
Wolf-Dietrich Rost (CDU): Effizienter gestalten heißt nicht automatisch kürzen.
Foto: Daniel Thalheim
Wir als CDU haben bereits vor einigen Monaten in einem Antrag dazu angeregt, die Kultur-Eigenbetriebe in einer anderen Gesellschaftsform agieren zu lassen und einer Strukturreform zu unterziehen. Das ermöglicht Synergien unter den Häusern und eröffnet Einsparpotentiale ohne die Häuser in ihrem künstlerischen Wirken einzuengen. Das wird oftmals falsch interpretiert. Effizienter gestalten heißt nicht automatisch Kürzen.
Wie realistisch schätzen Sie die Umsetzung ihrer Forderung ein?
Wir sollten sachlich im Stadtrat darüber diskutieren – ohne parteipolitisches Taktieren. Wir haben in Leipzigs Kulturetat in den kommenden Jahren ein Defizit von über 5 Millionen Euro zu beseitigen, das, bedingt durch weitere Tarifsteigerungen, stetig wächst. Das und die Leipziger Kultur auf finanziell gesunde Beine zu stellen, sollte Ziel aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen sein. Es muss nun eine langfristige und nachhaltige Lösung her.
Was halten Sie von den Vorschlägen der anderen Fraktionen im Stadtrat?
Konkrete und ernsthafte Vorschläge liegen bislang nur von der CDU vor. Eine Bettensteuer oder Tourismusförderabgabe, wie von der LINKE gefordert, würde nicht reichen, das Defizit langfristig zu beheben. Es ist rechtlich ungeklärt und es wäre das falsche Signal einer Stadt, die auch vom Tourismus lebt. Fusionen von Spielstätten, wie auch diskutiert, bringen meines Erachtens auch nur dann etwas, wenn man administrativ und künstlerisch zusammenarbeitet: Dieses Szenario gibt es derzeit nicht. Fakt ist, dass wir uns jetzt diesem Thema ehrlich stellen müssen, um auch langfristig als Kulturstadt wahrgenommen zu werden.
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