OB-Wahl Leipzig 2013: Rene Hobusch will sich für die FDP in den Wind stellen
Gernot Borriss
03.09.2012
Stadtrat Rene Hobusch.
Foto: Gernot Borriss
Der Leipziger Stadtrat Rene Hobusch will 2013 als Kandidat der FDP Oberbürgermeister von Leipzig werden. Neben neuer Offenheit und Dialogfähigkeit ist aus Sicht der Liberalen auch eine neue Entscheidungsfreude im Rathaus von Nöten. Familie, Arbeit und eine moderne Verwaltung gibt Hobusch als seine politischen Schwerpunkte an.
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Wenn das Ziel stimmt, sei es die Aufgabe des Oberbürgermeisters, gemeinsam mit den Bürgern und den Verwaltungsmitarbeitern einen Weg zu finden, beschreibt FDP-Stadtrat Rene Hobusch sein Verständnis von einem idealen Oberbürgermeister. „Dann muss sich ein Oberbürgermeister auch in den Wind stellen“, so der Fraktionsvize der Liberale im Leipziger Rathaus am Montag bei der Präsentation des FDP-Oberbürgermeisterkandidaten. Dieser soll nach dem Willen der örtlichen FDP-Spitze Rene Hobusch heißen.
Natürlich steht dieser Personalvorschlag noch unter dem Vorbehalt der Entscheidung eines FDP-Kreisparteitages. Dieser findet am 14. September 2012 statt.
Für FDP-Kreischef Holger Krahmer ist Rene Hobusch der optimale Kandidat. Krahmer beschrieb Hobusch am Montag bei der Kandidatenpräsentation als „bodenständig, glaubwürdig und besonders energisch“.
Rene Hobusch will 2013 als Kandidat der FDP Oberbürgermeister von Leipzig werden.
Foto: Gernot Borriss
Seit 1996 lebt der gebürtige Köthener Hobusch in Leipzig. Im Jahre 2001 schloss er sich der FDP an. Seit 2009 ist der 35-jährige Rechtsanwalt Mitglied des Leipziger Stadtrates. Hier beschäftigt sich Hobusch mit den Themen Stadtentwicklung und Bau. Als Mitglied des Ausschusses für Allgemeine Verwaltung und des Rechnungsprüfungsausschusses profilierte sich Hobusch insbesondere im Zusammenhang mit dem Skandal um die sogenannten Herrenlosen Häuser.
Zugleich erinnerte Krahmer daran, dass die liberale Ratsfraktion im Stadtrat das Thema Verwaltungsmodernisierung auf die Tagesordnung gesetzt habe. Etwas ungeplant fand der FDP-Antrag damals eine Mehrheit.
Rene Hobusch selbst gibt sich ganz als Familienmensch. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei sein politisches Credo, und zwar genau in dieser Reihenfolge, stellte Krahmer über seinen Stellvertreter im FDP-Kreisvorsitz heraus.
„Familie steht für mich als Vater an allererster Stelle“, sagte Hobusch zur Begründung seiner politischen Prioritätenliste. Keinen Kita-Platz zu bekommen sei fast so, wie keinen Arbeitsplatz zu bekommen. „Wir brauchen mehr Betreuungsplätze, und zwar wohnortnah“, forderte Hobusch deshalb.
Für FDP-Kreischef Holger Krahmer (li) ist Rene Hobusch der optimale Kandidat.
Foto: Gernot Borriss
Thema Nummer zwei sind für Hobusch Arbeitsplätze. Arbeitsplätze, die es Familien ermöglichen, ohne Transferleistungen zu leben. Dazu will Rechtsanwalt Hobusch nach den Großansiedlungen der letzten Jahre einen „neuen Gründergeist“ an Weißer Elster und Pleiße entfachen. Mit dem Ansatz „Politik ist nicht dazu da, Menschen Steine in den Weg zu räumen, sondern Hindernisse aus dem Weg zu nehmen“ soll dies gelingen.
Dazu will Hobusch die Potenziale der städtischen Verwaltungsmitarbeiter besser abrufen, sie neu motivieren.
Bei der Kulturpolitik bedauerte Hobusch auf Nachfrage, dass der Stadtrat es versäumt habe, den Weg frei zu machen für Strukturveränderungen. Statt die Anregungen des actori-Gutachtens aufzunehmen, habe man auf den Status quo einfach nur sechs Millionen Euro draufgelegt. Das zuletzt wieder streitig diskutierte Freiheits- und Einheitsdenkmal steht für Hobusch wegen der historischen Bedeutung der Demonstration am 9. Oktober 1989 „nicht zur Disposition“. Die drei derzeit präferierten Entwürfe seien für ihn samt und sonders so nicht realisierbar. Gleichwohl gibt er sich zuversichtlich, dass man in weiteren Diskussionen eine tragfähige inhaltliche Lösung geben werde.
Überhaupt: mehr Offenheit, mehr Dialog, mehr Diskussion – so soll es unter einem Oberbürgermeister Rene Hobusch zugehen.
Nun ist die FDP auch in Leipzig nicht dafür bekannt, bei Wahlen permanent stärkste Partei zu werden. Doch Oberbürgermeisterwahlen seien „Persönlichkeitswahlen“, unterstrich Parteichef Krahmer immer wieder. Dabei könnten auch liberale Persönlichkeiten reüssieren, findet Krahmer. Am letzten Sonntag in Lommatzsch habe es jedenfalls geklappt.
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