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OBM-Kandidat Felix Ekardt antwortet auf Leserfragen: Kinderbetreuung in Leipzig

Redaktion
Die Zahl der Geburten in Leipzig ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ab August 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. vollendeten Lebensjahr.


Was wollen Sie gegen den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen - vor allem in kinderreichen Vierteln - tun? Welche Maßnahmen halten Sie für realistisch?

Leipzig ist eine Stadt mit vielen Freiflächen und leerstehenden Häusern, es muss geprüft werden, welche davon für eine Kinderbetreuungseinrichtung genutzt werden können. Dazu ist es notwendig, dass die Stadt zum Einen selbst als Träger aktiv wird, zum Anderen müssen Investoren und private Träger und Initiativen an der Mammutaufgabe beteiligt werden. Die Initiative muss aber von der Stadt kommen.

Ein Arbeitskreis innerhalb der Stadtverwaltung ist nötig, welcher sich nur damit auseinandersetzt. Vermehrt muss in diesem Zusammenhang auch auf Tageseltern gesetzt werden, um den Engpass zu beheben müssen diese aber entsprechend entlohnt werden.

In den letzten Jahren wurde viel versäumt, es ist unrealistisch zu behaupten, dass Leipzig keine Probleme haben wird den Rechtsanspruch zu erfüllen, denn neben den Fehlenden Einrichtungen haben wir einen Erziehermangel. Bei alledem hat der amtierende Oberbürgermeister kapital versagt.

Was halten Sie vom derzeitigen System der Kita-Platzvergabe und was wollen Sie daran ggf. ändern?

Die Kita-Platzvergabe ist ein undurchsichtiges und unfaires System geworden. Die Eltern rennen sich die Hacken ab oder telefonieren sich die Finger wund, das ist untragbar. Wir fordern daher eine zentrale Vergabe der Plätze mit einer zentralen Koordination. Eltern melden sich beim Jugendamt an und sagen ab wann sie wo einen Platz brauchen. Ein softwarebasiertes Vergabesystem sorgt dann für eine gerechte und faire Vergabe.

Die Angabe von Wunscheinrichtungen, Gemeindezugehörigkeit oder besondere private Umstände müssen dabei berücksichtigt werden. Auch wenn es ausreichend viele Plätze geben sollte, wird sich die Vergabe nur so gerecht und elternfreundlich gestalten lassen.

Werden Sie sich für eine gerechte Entlohnung des Betreuungspersonals (Erzieherinnen in Kitas UND Tageseltern) einsetzen? Welchen Netto-Lohn soll ein Erzieher/eine Erzieherin für 36 Stunden/Woche mindestens erhalten?

Ich werde mich natürlich für eine ausreichende Entlohnung einsetzen, allerdings wären Aussagen über einen Nettolohn unrealistisch, da dieser immer von der individuellen Situation abhängig ist. Für Erzieher_innen in kommunalen Einrichtungen sehe ich wenig Handlungsbedarf, da dies durch einen bundesweiten Tarifvertrag geregelt wird. Allerdings halten sich die Freier Träger nur unzureichend daran - das muss sich ändern. Insbesondere aber die Vergütung von Tageseltern muss verbessert werden, sie ein wesentlicher Pfeiler in der Kinderbetreuung und ein jeder sollte von seiner Arbeit leben können.

Da sehe ich noch viel Handlungsbedarf. Tageseltern mit einer Erzieherausbildung sollten entsprechend ihrer Qualifikation bezahlt werden. Bei allen anderen müssen wir uns nach dem Bundesdurchschnitt richten.


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