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OBM-Kandidat Felix Ekardt antwortet auf Leserfragen: Kultur in Leipzig

Redaktion
Der Kulturetat der Stadt Leipzig beträgt ca. 100 Mio Euro. Dennoch ist es bisher nicht möglich gewesen, alle Spielstätten der (Hoch-)Kultur zu sanieren. Kleine Bühnen wie bspw. die Connewitzer Kammerspiele stehen immer wieder mal kurz vor dem finanziellen Aus. Mit dem Gutachten über die Zukunft der Spielstätten der Hochkultur sollte u.a. eine breite Diskussion angestoßen werden.


Werden Sie die Hochkultur wieder beim entsprechenden Dezernenten für Kultur ansiedeln?

Für die Zukunft der einzigartigen Kulturlandschaft dieser Stadt ist es von entscheidender Bedeutung, dass Kultur wieder aus einer möglichst weitblickenden und kompetenten Hand betreut wird. Die derzeitige Ansiedlung der Hochkultur beim OBM und der ihm wohl nicht so wichtigen "sonstigen" Kulturaufgaben bei einem schwachen Kulturbürgermeister ist aus mehreren Gründen fatal:

1. Sie zementiert geradezu die Abtrennung der sogenannten Hochkultur vom leider politisch vernachlässigten Rest. Gerade diese Trennung sollte aber überwunden werden: gleiches Maß und gleiches Ansehen für alle Kulturschaffenden dieser Stadt je nach ihren Bedürfnissen ist essentielles Anliegen einer bunten, lebendigen Kulturlandschaft für alle BürgerInnen.

2. Die Kompetenz von Burkhard Jung in Sachen Hochkultur ist sehr begrenzt. Personalentscheidungen aus dem Bauch und nicht nach Kompetenz, Verschieben wichtiger struktureller Entscheidungen aus politstrategischem Kalkül und das Überstrapazieren der Stadtkasse zugunsten einzelner Akteure sind dafür Beispiele gewesen.

3. Auch den "sonstigen" Kulturaufgaben ist damit alles andere als gedient. Synergien werden gebremst, Anstrengungen in anderen Bereichen werden Verfügungsmasse, weil sie ohne politisches Gewicht bleiben. Der Kasus Faber zeigt außerdem die Führungsschwäche Jungs und seine verfehlte Personalpolitik.

Werden Sie die Verwaltung dazu bringen, dass tatsächlich 5 % des Kulturetats für die freie Szene ausgegeben werden, wie es vom Stadtrat beschlossen wurde?

Diese Forderung ist ein zentrales Anliegen grüner Kulturpolitik in dieser Stadt und ich werde das auf jeden Fall ganz oben auf meine Agenda setzen. Und zwar nicht nur aus rein demokratischen Gründen – schliesslich handelt es sich um einen glasklaren Stadtratsbeschluss, den Burkhard Jung beständig und mit intransparenten Mitteln versucht zu torpedieren – sondern auch aus kulturpolitischen Erwägungen heraus.

Die Soziokultur erreicht mit ihren begrenzten Mitteln weit mehr BürgerInnen dieser Stadt, als es zum Beispiel die Oper je vermag, deren hohe Subventionen pro Sitzplatz außerdem sozial ungerecht sind und deshalb zugunsten höherer Ticketpreise bei gleichzeitig ausgebauten Ermäßigungen für wirklich Bedürftige überdacht werden sollten. Dabei arbeiten die Kulturschaffenden zu weit schlechteren Bedingungen als ihre Kollegen in den städtischen Eigenbetrieben. Diese Diskrepanz ist für Leipzig auf Dauer nicht gesund.

Wie werden Sie mit dem Actori-Gutachten umgehen?

Das Actori-Gutachten ist eigentlich ein Glücksfall für diese Stadt. Es zeigt ganz klar die Handlungsspielräume für die Kulturbetriebe Leipzigs. Daraus werde ich schnellstens ein konkretes Handlungsszenario zur Sicherung der Kulturlandschaft Leipzigs entwickeln. Dies immer wieder zu verschieben oder zu verspielen, bis noch ganz andere finanzielle Zwangslagen entstehen, wie dies OBM Jung derzeit tut, ist aus meiner Sicht fahrlässig.


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