Eine Voodoo-Puppe von der INSM: Was sagen Leipzigs Bundestagsabgeordnete dazu?
Ralf Julke
13.01.2013
Das Voodoopuppen-Neujahrsgeschenk der INSM.
Screenshot der INSM-Site: L-IZ
Am 8. Januar verschickte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) einen Neujahrsgruß der besonderen Art: Alle Abgeordneten des Bundestages bekamen ein Paket mit einer Voodoo-Puppe darin, gespickt mit "Verfluchten Wahlversprechen". Wie diese Art Wirtschaftsvoodoo bei Leipzigs Bundestagsabgeordneten ankam, wollte die L-IZ schon gern wissen.
Anzeige
Für die INSM zählen zu den "Verfluchten Wahlversprechen": Erbschaftssteuern, Vermögenssteuer, Zuschussrente, Mindestlöhne, Frauenquoten und Subventionen. - Subventionen? - Natürlich nicht wirklich. Die INSM hat eigentlich nur die "Subventionen für Erneuerbare Energien" auf dem Kieker.
Mit den seltsamen Bildern, die die INSM von Wirtschaftspolitik hat, hat sich die L-IZ schon mehrfach beschäftigt. Aber den 620 Abgeordneten des Bundestages zum Jahresauftakt 2013 eine Voodoopuppe ins Büro zu schicken, das hat schon etwas sehr Esoterisches. Und wirkt natürlich befremdlich in einem Land, in dem ein gut Teil der europäischen Aufklärung stattfand. Aber wenn es um Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit geht, vergessen auch Verbände und Parteien gern das rationale Moment von Politik. Insofern ist es schon spannend, was Leipzigs Bundestagsabgeordnete dazu sagen.
Noch liegen nicht alle Wortmeldungen vor. Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen) will sich die Neujahrsbescherung am Montag, wenn sie wieder in ihrem Berliner Büro ist, näher beschauen. Ähnlich geht es wohl auch Wolfgang Tiefensee (SPD) und Thomas Feist (CDU). Die Wortmeldungen werden wir natürlich nachreichen, wenn sie da sind.
Bettina Kudla (CDU):
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat immer originelle Einfälle. Die Voodoo-Puppe sollte Aufmerksamkeit erregen. Wichtig ist aber die Botschaft, die sie übermitteln soll.
Die einzelnen Fähnchen enthalten die Themen Erbschafts-, Vermögenssteuer, Mindestlohn, Frauenquote etc. Diese Themen schränken die Handlungsfähigkeit von Unternehmen unter Umständen stark ein.
Die Erbschaftssteuer sehe ich kritisch. Viele mittelständische Unternehmer, gerade auch die in Sachsen, die vor 20 Jahren, kurz nach der Wiedervereinigung oft mit Mitte 40 nochmal "durchgestartet" sind, suchen heute bei Eintritt ins Rentenalter händeringend nach einem Nachfolger. Die Belastung aus der Erbschaftssteuer ist ein zusätzliches Hindernis bei der Unternehmensnachfolge.
Die Vermögenssteuer hatte das Bundesverfassungsgericht vor einigen Jahren gekippt. Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum Vermögen, das sich aus versteuerten Einkünften zusammensetzt, regelmäßig nochmal besteuert wird. Der Gesetzgeber sollte nicht alles festlegen. Das gilt für den Mindestlohn, wie für die Frauenquote. Ich bin sehr für hohe Löhne, aber der Kunde muss diese auch bezahlen und der Unternehmer sollte je nach Situation entscheiden können, was er seinen Mitarbeitern zahlt bzw. die Tarifvertragsparteien sollten Löhne aushandeln, die den Interessen der Arbeitnehmer und den Belangen der Unternehmer gleichermaßen gerecht werden. Die CDU setzt sich daher für eine verbindliche Lohnuntergrenze ein.
Das ist schon ein merkwürdiger Neujahrsgruß, den sich die PR-Verantwortlichen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ausgedacht haben. Die schwarz-gelbe Politik ist kein Vodoo-Zauber, sondern sie ist eine knallharte Umverteilungspolitik von unten nach oben – zugunsten Weniger und zu Lasten der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger.
Dass Deutschland noch immer keinen Mindestlohn, kein gemeinwohlorientiertes Erbschaftssteuerrecht und keine Vermögenssteuer hat, piesackt Millionen von Menschen in Deutschland. Sie haben zu recht nur Spott und Häme für eine solche Anmaßung der Lobbyisten übrig, die mit dieser Aktion nur allzu deutlich signalisieren, dass sie nichts davon wissen, wie die Mehrheit der Bevölkerung unter der konzern- und vermögensfreundlichen Politik der Regierung leidet. Als Bundestagsabgeordnete aber auch als OBM-Kandidatin werde ich unbeirrt für Mindestlohn, Erbschafts- und Vermögenssteuer streiten, weil nur sie sozialen Ausgleich in unser Gemeinwesen bringen. Von faulem Zauber lasse ich mich noch lange nicht beeindrucken!
Ich finde die Voodoo-Puppe des Institutes Neue Soziale Marktwirtschaft einfach geschmacklos. Das ist keine Art, mit politischen Positionen anderer umzugehen, auch wenn man sie selbst nicht teilt.
Dass das Institut mittlerweile auf schwarze Magie setzt, ist schon bezeichnend, offenbar finden sie sonst keine anderen Wege mehr, ihr neoliberales Gedankengut unters Volk zu bringen. Und wen der Mindestlohn "pieksen" soll, angeblich auch ein verfluchtes Wahlversprechen, verstehe ich schon gar nicht. Die übergroße Mehrheit der Menschen wünscht sich, dass wir endlich einen gesetzlichen Mindestlohn einführen und Hungerlöhnen ein Ende bereiten. Das ärgert wohl nur noch ein paar Verirrte im Institut Neue Soziale Marktwirtschaft und in der marginalisierten FDP.
Am Tage nach seiner Rückkehr auf einen Leipziger Denkmalssockel geht man in Sachen Richard Wagner wieder ins Detail. Getanzte und Gelesene Wagner-Liebe gibt es am Abend des 23. Mai im Opernhaus am Augustusplatz mit „Ein Liebestraum“. Letztmalig in dieser Spielzeit ist die Choreografien der Geschwister Silvana und Mario Schröder zu erleben. Und in der Aula der Alten Nikolaischule wird am gleichen Abend dem Dresdner Revoluzzer nachgegangen: „Wegen wesentlicher Theilnahme“. mehr…
Bereits in der Nacht zum 16. Mai verübten Unbekannte einen Anschlag auf eine Leipziger Niederlassung der "Trenkwalder Personaldienste GmbH" in der Karl-Liebknecht-Straße. Die Täter warfen Pflastersteine in die Fensterscheiben der Büroräume. Am Eingang des Gebäudes prangte der fehlerhafte Schriftzug "Leiharbeit kaput". Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. mehr…
Leipzigs Bevölkerung wächst. Das sorgt auch dafür, dass der Wohnungsleerstand schmilzt. Aber was bedeutet das für die Bezahlbarkeit der Mieten? - Die Fraktion Die Linke brachte zur Ratsversammlung am 15. Mai zwei Anträge ins Verfahren, die eine strategische und sozial orientierte Wohnungspolitik in der Stadt Leipzig langfristig befördern sollen. mehr…
Es ist schon erstaunlich, welche Erwartung Unternehmenschefs immer wieder haben an Politik - und wie verstört sie hinterher sind, wenn sie die Regierung bekamen, die sie wollten. Was auch daran liegt, dass Betriebswirtschaft ein ganz anderes Feld ist als Makroökonomie. Und dass in der Makroökonomie manchmal Dinge getan werden müssten, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn machen. Und trotzdem richtig wären. Solche Dinge wie Marktregulierung und Bankenkontrolle. Den Salat habe wir derzeit. mehr…
Und siehe da, es kommt wie erwartet: "Minister aus den 54 Mitgliedsstaaten des International Transport Forum fordern mehr Investitionen in strategische Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsdienstleistungen", heißt die aktuelle Meldung vom International Transport Forum, das vom 22. bis 24. Mai in Leipzig tagt. mehr…
Die SPD feiert am 23. Mai in Leipzig Geburtstag. Am 23. Mai 1863 wurde eine der Vorläuferparteien der SPD in Leipzig gegründet: der ADAV. 150 Jahre später gibt es die SPD zwar immer noch. Doch in Meinungsumfragen dümpelt sie deutlich unter der 30-Prozent-Marke. Kein guter Wert für eine Partei, die sich eigentlich die Kernelemente unserer Gesellschaft in den Namen geschrieben hat: das Soziale und das Demokratische. Zeit für ein Geschenk zum Nachdenken. mehr…
Seit Mittwoch, 22. Mai, reden sie wieder: Verkehrsminister aus aller Welt diskutieren in Leipzig über Geld. Die für Verkehr zuständigen Minister aus den 54 Mitgliedsstaaten des Weltverkehrsforums (International Transport Forum) der OECD treffen sich vom 22. bis 24. Mai in Leipzig. Im Mittelpunkt des dreitägigen Gipfeltreffens steht die Zukunft der Finanzierung von Mobilität. Oder das, was Minister dafür halten. Sachsen ist eigentlich ein gutes Fleckchen für so eine Debatte. mehr…
Die Einstellung des 1. FC Lok für den Mittwochabend hat sich ausgezahlt. Nach langer Anreise gen Torgelow gewannen die Blaugelben beim ortsansässigen Torgelower SV Greif mit 5:2 (3:1). Rolleder und Spahiu, je zweimal, und Benedikt Seipel trafen in einem lockeren Kick für den sich Lok was vorgenommen hatte: „Wenn wir schon Mittwochabend nach Torgelow müssen, dann wollen wir auch gewinnen!“. mehr…
Am Freitag, 24. Mai, lädt die Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst um 19 Uhr zu einem Artist Talk ein. Künstlerinnen aus Leipzig, Straßburg und Venedig geben in englischer und deutscher Sprache Einblicke in ihre Arbeiten. Im Anschluss wird der temporäre Frühlingsgarten des gemeinnützigen Kunstzentrums auf der Leipziger Baumwollspinnerei eingeweiht. Der Eintritt ist frei. mehr…
Mit Ausklingen der Wagner Festtage in Leipzig feiert das Stadtgeschichtliche Museum am Sonntag, dem 26. Mai, ab 16 Uhr, die Finissage der Jubiläumsausstellung Wagnerlust & Wagnerlast. In einer letzten Führung berichtet die Kuratorin vom Leben, Wirken und Nachwirken des berühmten, aber auch umstrittenen Sohnes der Stadt. Als besondere Aufmerksamkeit des Museums ist der Eintritt in die Ausstellung ab 15 Uhr frei. Außerdem werden unter allen Besuchern der Finissage fünf Ausstellungskataloge verlost. mehr…
„Bisher konnte keine Einigung erzielt werden“, räumt die Stadtverwaltung auf Anfrage der Grünen zur Auseinandersetzung mit der Stadtbau AG über das Jahrtausendfeld ein. Damit liegen die Pläne für einen Bildungscampus Jahrtausendfeld mit Gymnasium und Grundschule weiter auf Eis. Kurzfristigen Einigungsbedarf sieht die Stadt ohnehin nicht. mehr…
Mit einer Technikschau und Feuerwehr zum Anfassen bietet die Freiwillige Feuerwehr Leipzig-Wiederitzsch am Samstag, dem 25. Mai, interessante Einblicke. Die Tore des Gerätehauses in der Bahnhofstraße 11a stehen den Besuchern zwischen 14 und 18 Uhr offen. mehr…
Was haben Hans Sachs und Hieronymus Lotter miteinander zu tun? Beide waren Franken, gebürtige Nürnberger, vielleicht Buddelkastengefährten. Sie lebten in der Zeit Martin Luthers zwischen Spätmittelalter, Renaissance und Neuzeit. Hans Sachs wollte die Welt mit Schuhen und mit Meistergesang verbessern. Hieronymus Lotter schmeichelte sächsischen Landesherren, handelte mit Metall und Tuchen, und war acht Mal Leipziger Bürgermeister im Ehrenamt. mehr…
Unter www.sachsens-baustellen.de kann jetzt jeder darüber abstimmen, auf welchen politischen Baustellen, die Schwarz-Gelb seit Jahren hinterlässt, Bündnis 90 / Die Grünen in Sachsen zuerst anpacken sollen. Für Claudia Maicher, Landesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen in Sachsen, ist klar, dass bei CDU und FDP die Luft raus ist, sie verwechselten Auf- und Abbau. mehr…
Am Dienstag, 28. Mai, um 18 Uhr laden die Stadt und Region Leipzig, das Institut Français sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) zum dritten deutsch-französischen Wirtschaftsdialog in die Leipziger Stadtbibliothek (Wilhelm-Leuschner Platz 10-11) ein. Das Thema lautet „Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit: Beitrag der Unternehmen in Deutschland und Frankreich“. mehr…