Demolierte Fernwärmeleitung der SWL: Zwei Rohre sind beschädigt - Ersatzleitung geht am Dienstag in Betrieb
Ralf Julke
22.01.2012
Baustelle.
Da haben die Bauleute im Vorfeld des Bahnhofs Leipzig drauflosgerammt ohne Rücksicht auf Verluste. Dass sie in sechs Meter Erde gleich zwei Fernwärmeleitungen demolierten, haben sie dann wohl erst gemerkt, als das heiße Wasser ausströmte. Und die Fernwärmeversorgung am Freitag, 20. Januar, in Teilen des Leipziger Nordens zusammenbrach.
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In den Morgenstunden des Sonntags, 22. Januar, hat nun ein Experte des TÜV die Schadensstelle im Gleisbereich der Deutschen Bahn in Augenschein genommen. Dabei stellte er fest, dass beide Fernwärmerohre, also sowohl Vorlauf als auch Rücklauf, bei den Bauarbeiten einer von der Deutschen Bahn beauftragten Firma beschädigt wurden, wenn auch unterschiedlich schwer. Das Rücklaufrohr wurde von einem Stahlträger beim Einrammen in das Erdreich in sechs Meter tiefe so massiv geschädigt, dass das Wasser in großen Mengen austrat.
In der Nacht zum Sonntag sind auch die Arbeiten für die Errichtung einer provisorischen Fernwärmeleitung im Bereich Berliner Straße und Roscherstraße planmäßig fortgesetzt worden, teilen die Stadtwerke Leipzig mit. Denn bevor sie an die Reparatur der beschädigten Leitungen gehen können, muss eine Ersatzleitung die betroffenen Haushalte in Mockau, Möckern und Gohlis-Nord wieder mit Wärme versorgen.
Die Arbeiten im Rund-um-die-Uhr-Betrieb gehen gut und komplikationslos voran, teilen die SWL mit. Deshalb sind die Stadtwerke Leipzig optimistisch, mit Hilfe dieser Umleitung ab Dienstag, 24. Januar, die bisher unterversorgten Gebiete Möckern, Gohlis-Nord und Mockau wieder in vollem Umfang mit Wärme und Warmwasser beliefern zu können.
Begünstigt wird der Baufortschritt durch das für die Jahreszeit recht milde Wetter. Die Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes (aktuell 6 Grad Celsius) erleichtern auch die Wärme- und Warmwasserversorgung in den betroffenen Stadtteilen. Durch das Heraufsetzen der Arbeitstemperatur im Heizwerk Nordost von 115° auf 130° Celsius steht in vielen Haushalten nach den Erkenntnissen der Stadtwerke doch die meisten Stunden des Tages über Wärme zur Verfügung. Auch das warme Wasser fließt dann.
Kritisch bleiben allerdings die Morgenstunden zwischen 7:00 Uhr und 9:30 Uhr sowie die frühen Abendstunden zwischen 17:00 Uhr und 19:00 Uhr. Dann ist im gesamten Stadtgebiet die Nachfrage besonders groß. In den Wohngebieten, die am Ende des Rohrsystems liegen, kommt in diesem Zeitraum am wenigsten Wärme an.
Weitere Informationen zum Störfall bekommt man weiterhin unter der kostenfreien Störrufnummer (0800) 121-3000.
Vom Baufortschritt überzeugen kann man sich auch unter:
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