Am 7. April mit geschmiedeter Sichel und Flughafen-Besuch: Ostermarsch in Leipzig 2012
Redaktion
06.04.2012
Ostern - das ist nicht nur in den Kirchen eine Zeit, wieder über das Thema Frieden nachzudenken. Seit einigen Jahrzehnten gehören auch Ostermärsche dazu, auf denen Menschen gegen Rüstung und Krieg demonstrieren. In Leipzig ist seit einer Weile regelmäßig der Flughafen Leipzig/Halle Ziel des Marsches, Transitstation für Soldaten, die in die Kriegsgebiete von Afghanistan und Irak fliegen. So auch wieder am 7. April.
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Und Torsten Schleip vom Friedenszentrum Leipzig e.V. befürchtet, dass die nächsten Kriegsschauplätze schon wieder feststehen. "Der imperiale Herrschaftsanspruch der westlichen Welt und der angestrebte 'ungehinderte Zugang zu Rohstoffen und Märkten' machen die Welt immer unsicherer. Bedrohungsszenarien werden politisch initiiert, medial vermittelt und militärisch umgesetzt. Nachdem der zuvor von USA und EU hofierte Staatschef Gaddafi exekutiert und das erdölreiche Libyen rekolonialisiert wurden, wendet sich die Kriegspropaganda nun Ahmadinedschad und dem Iran zu", meint er.
"Nachdem selbst die letzten Sandkastenstrategen eingesehen haben, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen ist und selbst die Liquidierung von Osama bin Laden oder die Massakrierung von Zivilisten die NATO dem erhofften Endsieg im 'Krieg gegen den Terror' nicht näher gebracht haben, geht es nur noch um geordneten Rückzug und die Verlegung der Truppen in lohnendere Kriegsgebiete wie den Nahen Osten."
Leipzig spielt da eine nicht unwichtige Rolle. Die Zahl der "Transitpassagiere" auf dem Leipziger Flughafen ist trotz Rückgang auf 400.000 im Jahr 2011 immer noch gewaltig.
"Wie die 2012 abfliegenden Bundeswehrsoldaten gezählt werden, bleibt noch offen, wahrscheinlich ist jedoch eine Verbuchung als Urlaubsflieger", vermutet Schleip. "Die mit dem militärischen Missbrauch verbundene Gefährdung ziviler Passagiere und der Bevölkerung insgesamt wird trotz offizieller Gutachten negiert, vertuscht und verharmlost. Stattdessen werden legal und demokratisch handelnde Initiativen und Bürger kriminalisiert und überwacht. An Leipziger Schulen rekrutieren völlig unparteiische Jugendoffiziere munter die Zufallenden der nächsten grundgesetzwidrigen Auslandseinsätze. Und Michel und Micheline schauen zu bzw. weg."
Damit sich das ändert, gibt es im Rahmen der bundesweiten Ostermarschaktivitäten auch in Leipzig am Samstag, 7. April, ein Bündel von Aktionen.
Ab 10 Uhr präsentieren sich auf dem Nikolaikirchhof Leipziger und überregionale Vereine, Initiativen und Gruppen mit friedenspolitischen Arbeitsinhalten. Während der Veranstaltung wird neben Redebeiträgen zu den Kampagnen "Aufschrei-Waffenhandel stoppen" mit Pfarrer i.R. Christian Führer und "Schulfrei für die Bundeswehr" mit der Gewerkschaft GEW sowie lokaler antimilitaristischer Arbeit symbolisch - wie in den Vorjahren - ein Schwert zu einer Sichel geschmiedet. Diese wird am Weltfriedenstag a, 1. September als 5. Leipziger Friedenspreis vergeben.
Im Anschluss an die Veranstaltung auf dem Nikolaikirchhof steht ab 12:30 Uhr ein Besuch bei der sich auf den Afghanistan-Einsatz vorbereitenden 13. Panzergrenadierdivision an der Olbricht-Kaserne und ab 14 Uhr das Rollen des Militär-Kuckucks-Ei am Kriegsflughafen Leipzig/Halle auf dem Programm.
Frieden wollen heiße handeln, meint Schleip. Und zitiert Mahatma Gandhi: "Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."
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