Zoo Leipzig: Freistaat Sachsen bleibt Gondwana-Land treu und gibt zusätzliche 5 Millionen Euro
Ralf Julke
01.08.2008
Erleichterung war Dr. Jörg Junhold nicht wirklich anzusehen gestern Mittag im Regierungspräsidium. Es muss an der drückenden Hitze gelegen haben. Denn das RP bescheinigte dem Zoo ein korrektes Verfahren bei der Ausschreibung für Gondwana-Land. Den Zoo Leipzig trifft keine Schuld an der Explosion der Bausumme von 49,9 auf 60 Millionen Euro.
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Gondwana, so scheint's, hatte einfach Pech: kam ein wenig zu spät ins Laufen und damit mitten hinein in eine Weltmarktsituation, in der die Preise für Stahl und Monteurleistungen explodierten. Alle Welt scheint derzeit Kraftwerke zu bauen, was dann - nach Fertigstellung - wieder helle Freude für die Energiekäufer bedeuten wird. Und wenn die Auftragsbücher selbst der heimischen Firmen voll sind, dann schaut auch ein Zoodirektor in die Röhre und muss in einer europaweiten Ausschreibung erleben, dass gerade das so wichtige Stahlskelett für die riesige Tropenhalle zehn Millionen Euro teurer wird als geplant und abgesegnet.
"Solche Gänge möchte ich wirklich nur einmal machen", sagt Junhold, dessen Konzept vom "Zoo der Zukunft" bislang aufging und dem Leipziger Zoo jährlich steigende Besucherzahlen bescherte. Mit Gondwana-Land will man ganz und gar ins deutsche Spitzentrio der Tiergärten vorstoßen. Gebaut wird seit dem Frühjahr. Wenn der Auftrag für die Stahlkonstruktion, die künftig Urwald und Wasserlabyrinth überspannen soll, raus ist, sind 80 Prozent der Bauleistungen vergeben. Und die Zeichen stehen gut, dass der Leipziger Zoo auch bei den fehlenden 10,5 Millionen Euro Unterstützung bekommt.
Der Freistaat Sachsen, für den das SIB und die Oberfinanzdirektion bestätigten, dass bei den Ausschreibungen alles mit rechten Dingen zuging, stockte gestern seinen Förderbeitrag auf. Im November 2006 hatte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk den ersten Bescheid überreicht: 25,2 Millionen Euro steuerte der Freistaat dem Hallenprojekt bei und machte damit seine Verwirklichung erst einmal möglich. Auch diesmal gibt das Land anteilig 50 Prozent der fehlenden Summe zu, etwas über 5 Millionen Euro.
"Für den Rest sind wir in intensiven Gesprächen mit der Stadt", sagt Jörg Junhold. "Es zeichnet sich auch eine Lösung ab, mit der wir alle leben können." Aber es würde wohl noch ein paar Tage dauern, bis er verkünden könne, wie man sich in die restlichen 5 Millionen Euro teilt. Einen Baustopp jedenfalls werde es nicht geben an der Pfaffendorfer Straße.
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