Handicap mit Kraftwerksblick: Der NaBu, der Ökolöwe und die Sache mit dem Golfhotel
Bernd Reiher
04.02.2009
Hafen am Cospudener See.
Foto: Bernd Reiher
Es war ein ziemlich vage formulierter Artikel in dieser LVZ vom 29. Januar 2009. Gespickt mit Vermutungen und gewürzt mit der Note des mysteriösen Unternehmens, dessen Name nicht genannt werden soll. Es ging um ein Golfhotel am Cospudener See.
Anzeige
Ein Investor “aus der Tourismusbranche“ würde den Standort untersuchen. Die Stadt aber, Markkleeberg in diesem Fall, hülle sich “in Schweigen“.
Viel Greifbares zu lesen gab es nicht. Das Projekt stehe auf tönernen Füßen. Es würden eine Reihe von Standorten überprüft. Selbst vom möglichen Bauherren wurde nur soviel bekannt, dass er bislang wohl “vorwiegend als Reisevermittler“ aufgetreten sein muss. Auch die mögliche Investitionssumme von 50 Millionen Euro wurde nur unter Hinweis auf ein Stadtgerücht genannt. Trotzdem wurde schon einmal die Zahl von 150 neuen Arbeitsplätzen in den Ring geworfen, auf die die Stadt jetzt angeblich hofft.
Kein Grund zur Panik sollte man also ob dieser Meldung meinen. Den Leipziger Umweltschutzverbänden schwoll aber scheinbar trotzdem derart der Kamm, dass sie sich sogar zu einem gemeinsamen Schritt an die Öffentlichkeit entschlossen. Das war am 2. Februar 2009.
Cospudener See mit Kraftwerk am Horizont: Soll ein Golfplatz das Ufer verschönern?
Foto: Bernd Reiher
„Nachdem bereits in den letzten Jahren am Cospudener See die Flächen für die Natur immer weiter beschnitten wurden, sollen nun weitere Flächen umgewidmet und intensiv genutzt werden“ hieß es dazu in der gemeinsamen Pressemitteilung vom NaBu und dem Ökolöwen. „Diese fortgeführte Salamitaktik der immer weitergehenden Aushöhlung der Festlegungen der Braunkohleplanung und der fortschreitenden Übernutzung können und werden die Umweltverbände nicht hinnehmen!“
Philipp Steuer vom Ökolöwen wurde konkreter: „Wenn es so weitergeht, bleibt für wirkliche Natur kein Platz mehr.“ Zwar würden die ursprünglichen Braunkohlefolgepläne für Landschaft und Natur von den Umweltverbänden voll mitgetragen. Die dafür vorgesehenen Flächen seien aber “stetig weiter verkleinert“ worden. Viele Menschen würden in ihrer Freizeit Natur genießen wollen. Was sie dabei aber suchten, seien “keine verlärmten und übernutzten Erholungsgebiete“. Steuer weiter: „Außerdem werden wiederholt erfolgreiche Aufforstungsflächen wieder überplant und überbaut. Erst kam Belantis auf die südwestlich gelegene, bereits aufgeforstete Kippenfläche, nun soll die nächste erfolgreiche Aufforstungsmaßnahme am Südostrand wieder zerstört werden. Dabei liegt der nächste Golfplatz keine 1.000 Meter vom avisierten Planungsgebiet entfernt!“
Was dabei wieder einmal zum Thema wird, ist die Frage, wie mit dem Reichtum der neuen Seen eigentlich umgegangen werden soll. Die eine Seite sieht darin einen Wirtschaftsfaktor für eine strukturell nicht unbedingt reich gesegnete Region. Die andere fühlt sich nicht zu Unrecht untergebuttert, weil zu viele Versprechen in Sachen Natur und Ufer gebrochen wurden, und die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes derzeit tatsächlich in Richtung kommerzieller Ausbeutung abzudriften droht.
Seglerkulisse am Cospudener See - hier wird schon lange über einen zweiten Golfplatz orakelt.
Foto: Bernd Reiher
NaBu und Ökolöwe mahnen nun, bei allem Geschäftsinteresse die Bedürfnisse in der Region nicht zu vergessen. Laut der gemeinsamen Pressemitteilung eigne sich das Gebiet am Cospudener See gut, “um artenreiche Natur zu erleben“. Es sei “leicht von Markkleeberg und auch von Leipzig aus mit dem Rad, zu Fuß und per ÖPNV zu erreichen.“ Wenn dort aber Natur zerstört werde, würden “den Anwohnern attraktive Naherholungsgebiete genommen.“ Sie würden “dann ins Auto gezwungen, um sich in attraktiver Natur zu erholen. Lebensqualität soll dem Gewinnstreben geopfert werden.“
„Ein konventioneller Golfplatz ist keine Naturfläche“ bringt es Steuer stellvertretend für die Naturschutzverbände auf den Punkt. Erst recht nicht, wenn dafür Natur zerstört werden müsste und keine 1.000 Meter nördlich ein anderer Parcours schon seit Jahren vor sich hin ödet.
Ob das in Markkleeberg ankommt bleibt abzuwarten. Auch hier dient die heilige Kuh der neuen Arbeitsplätze als gern genommenes Argument. Noch dazu haben die Ratsherren schon mehr als bewiesen, dass sie es gut verstehen, beste Uferlagen auch mit sinnlosen Dingen zu bepflastern. Eines davon steht schon am Cospudener See. Ebenfalls auf der Ostseite des Gewässers. Auch hier hätte schon längst ein schönes Restaurant mit vielen schönen Arbeitsplätzen eröffnet werden können. Allein der Herr Investor scheint das irgendwie anders zu sehen.
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…