Keine unbegrenzte Belastung: Leonhard Kasek und der Bebauungsplan am Kulkwitzer See
Bernd Reiher
21.08.2010
Westufer des Kulkwitzer Sees.
Foto: Bernd Reiher
Es soll viel gebaut werden, am Kulkwitzer See. Für die Leipziger Seite ist ein entsprechender B-Plan im Gespräch. In Markranstädt hat solch ein Papier schon ausgelegen. Viel Gegenliebe von den Bürgern gab es nicht. Der NaBu Leipzig fordert jetzt, diesen Bebauungsplan komplett zurückzuziehen.
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„Er verstößt gegen den übergeordneten Regionalplan“, sagte dazu NaBu-Vorstand Leonhard Kasek am 16. August. Dieser gebe vor, dass am Westufer des Kulkwitzer See zur Sicherung eines Biotopverbundes die Flächen von Wohn- und Gewerbenutzung oder Ferienhausbebauung freizuhalten sind. Kaseks Sorge: „Da der B-Plan-Entwurf teilweise auf laut Regionalplan ausgewiesenem Gebiet des Grünzuges ein Wohngebiet vorsieht, verletzt der B-Plan übergeordnete Planfestsetzungen und ist daher nach unserer Auffassung rechtswidrig.“
Der Regionalplan fordere, so der Umweltschützer weiter, das Gebiet regional abgestimmt zu entwickeln, um weiterem Verbrauch ökologisch notwendiger Freiräume zu begegnen. Von einer abgestimmten Regionalentwicklung aber könne keine Rede sein. Was stattdessen stattfinde, sei ein „erbarmungsloser Wettbewerb“ der Kommunen um „gut betuchte neue Einwohner und umsatzbringende Touristen zu Lasten von Landschaft und Natur und letztlich auch der Bürger“.
Kasek fragt: „Wozu haben wir einen Zweckverband Kulkwitzer See, wenn der es nicht einmal schafft, Planungen zwischen Leipzig und Markranstädt zu koordinieren? Was interessieren die Bürgermeisterin die Natur und die Lebensqualität der Markranstädter, wenn ein scheinbar lukratives Geschäft winkt?“
Leonhard Kasek kritisiert die Bebauungspläne für das Westufer.
Foto: Bernd Reiher
Einiges zu regeln gebe es seiner Meinung nach, am Westufer des Sees. Als Beispiele nannte er die Wegeführung, die Offenhaltung von Freizeit- und Erholungsflächen und das Verbot der Einleitung von verschmutztem Regenwasser von Straßen und anderen versiegelten Flächen in den See.
Auch der Kulki vertrage keine unbegrenzte Belastung. Nur Anlagen, die der Naherholung und den Anwohnern dienen, dürften künftig dort errichtet werden. Neue Wohngebiete in Ufernähe gehörten für den NaBu nicht dazu. Bei Starkregen würden Teile des Oberflächenwassers von der Uferbebauung zum See abfließen. Besonders streng geschützte Arten würden rechtswidrig aus dem Gebiet verdrängt. Außerdem sei zu erwarten, dass durch die geplante Naturzerstörung der Kulkwitzer See an Attraktivität verliert – auch im Vergleich zu den anderen Seen im Leipziger Südraum.
Eine Neubausiedlung schiebt sich schon ans Westufer des Kulkwitzer Sees.
Foto: Bernd Reiher
„Der NaBu lehnt aus diesen Gründen den B-Plan ab“, so das Fazit aus der städtischen Chefetage des Umweltverbandes. Die Begründung auf den Punkt gebracht: „Die Bebauung des Offenlandes am Westufer bis nahe ans Ufer würde streng geschützten Offenlandarten den Lebensraum entziehen und zu einer noch stärkeren Belastung des Wassers im See führen. Den Anwohnern würden Erholungsflächen genommen. Der Entwurf wird grundlegenden Forderungen nach einer abgestimmten Regionalentwicklung nicht gerecht und verletzt den übergeordneten Regionalplan.“
Gänzlich unnachgiebig scheinen die Naturschützer in dieser Sache aber nicht. Kasek schließlich zum Bebauungsplan: „Wir fordern, ihn zurückzuziehen und einen neuen Entwurf vorzulegen, der den Interessen der Anwohner ebenso entspricht wie der Notwendigkeit, geschützte Arten zu erhalten.“
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