Planungsstopp für vierspurige B87n: BUND sieht Vernunft in das Projekt einziehen
Ralf Julke
01.03.2011
Parthenaue im Leipziger Nordosten.
Foto: Baumgärtel
"Es gibt Momente, da wird anscheinend bei der Bundesregierung in Berlin der Verstand wieder eingeschaltet", freut sich Hans-Udo Weiland, Vorsitzende des BUND Sachsen e.V. - Es geht um den geplanten Neubau der B 87 im Leipziger Nordosten, der vierspurig die Stadt Leipzig mit der Grenze zu Brandenburg verbinden sollte.
Anzeige
Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände protestieren seit Jahren gegen das Prestigeprojekt, dem augenscheinlich völlig überhöhte Planungsansätze zu Grunde liegen. 43.000 Fahrzeuge pro Tag stehen in den Planungsansätzen, ganz so, als würde da ein neuer Ballungsraum an die Metropolregion Leipzig/Halle angeschlossen. Es sind diese - bis heute nicht untersetzten Zahlen - die bislang einen vierspurigen Ausbau der 54 Kilometer langen Strecke als zwangsläufig erscheinen ließen. 360 Millionen Euro hätte ein solches Projekt gekostet.
Eine Zahl, über die Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bei der Überprüfung der Straßenbauprojekte im November stolperte - und die ihm für diese Straße als völlig überzogen erschien. Er verwies das Projekt zur Neuplanung an den Freistaat Sachsen zurück - mit der Maßgabe, das Ganze nicht vier-, sondern nur noch zweispurig durchzuplanen.
Zwei wesentliche Streiter für den vierspurigen Ausbau fielen aus allen Wolken, als sie davon in der Oschatzer Allgemeinen Zeitung lasen: Der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe (CDU).
„Das ist für die gesamte Region ein schwerer Schlag", erklärte Kolbe am Wochenende gegenüber der LVZ. "Der Neubau der B 87 n zwischen Leipzig und Torgau ist das noch verbliebene zentrale Straßenbauvorhaben im Leipziger Raum und hat besonders für den Landkreis Nordsachsen eine absolut zentrale Bedeutung. Aus diesem Grund hatten alle politischen Kräfte vor Ort jahrelang daran gearbeitet, dieses Vorhaben 2004 als vordringlichen Bedarf und mit einer neuen vierspurigen Trassierung zu verankern.“
Sieht die Bürgerinitiative durch die B87n besonders bedroht: die Parthenaue.
Foto: Baumgärtel
Doch nicht nur der Landkreis Nordsachsen hat das Problem, dass die Einwohnerzahlen - und damit auch die zu erwartende Verkehrsbelastung zurückgehen. In Südbrandenburg, das ja mit dieser autobahnähnlichen Bundesstraße angebunden werden sollte, prognostiziert das Bundesverkehrsministerium einen Rückgang des Individualverkehrs um über 10 Prozent. Der vierspurige Ausbau wäre völlig überdimensioniert.
"Offensichtlich ist es gelungen, Bundesverkehrsminister Ramsauer davon zu überzeugen, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Sachsen Recht hat, wenn er im Kampf gegen die B87n seit Jahren kritisiert, dass die Datenbasis für dieses Projekt völlig veraltet und damit der Nutzen der neuen Straße höchst fragwürdig ist", erklärt Hans-Udo Weiland. "Statt in einem längst fälligen überregionalen Verkehrskonzept unter Einbeziehung aller Verkehrsträger Sinn und Notwendigkeit einer neuen Verkehrsverbindung zu untersuchen und nachprüfbar zu belegen, arbeiten Landkreise und regionaler Planungsverband trotz aller warnenden Hinweise unbeirrt weiter und verschleudern damit die ohnehin viel zu knappen Steuergelder."
Mit der Entscheidung des Bundesverkehrsministers habe nun endlich auch das sinnlose Hin- und Hergeschiebe der Trasse seitens der Bürgerinitiative ein Ende, die sich zwar vehement und zu Recht gegen die Querung der Parthenaue wehre, aber offensichtlich nichts dagegen habe, dass Lärm und Feinstaub in die Eilenburger Region verlagert würden.
"Das Landratsamt Nordsachsen ist heute schon nicht mehr in der Lage, die ihm unterstehenden Straßen ordnungsgemäß zu unterhalten und den Winterdienst auch nur annähernd verkehrsgerecht durchzuführen", stellt Weiland fest. "Dennoch will Landrat Michael Czupalla (CDU) mit aller Gewalt immer mehr neue Straßen. Wer die eines Tages bezahlen soll, scheint ihm völlig gleichgültig zu sein. Jeder Umweltminister in Sachsen hat immer wieder Wählerstimmen heischend beklagt, dass der Straßenbau in Sachsen zu viele wertvolle Naturräume zerstört, aber keiner hat wirklich etwas dagegen getan, weder Flath, Tillich, Wöller noch Kupfer. Unisono tönt aus ihren Kehlen das absurde Credo, autobahnähnliche Schnellstraßen quer durch Sachsen würden Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Aufschwung schaffen. Genau das Gegenteil ist der Fall, die Folgekosten kann keiner mehr bezahlen und ruinieren die ohnehin maroden Finanzen der Kommunen und des Landes endgültig."
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…