2012 - was kommt: Auch Markkleeberg bewirbt sich als "Fairtrade-Town“
Redaktion
31.12.2011
Einzelhandel in Markkleeberg-Mitte.
Foto: Matthias Weidemann
Das große Vorbild hat die Große Kreisstadt Markkleeberg mit ihren 24.000 Einwohnern ja immer gleich nebenan: Leipzig, das eben nicht nur Wirtschaftsmotor für die Region ist. Seit September 2011 ist Leipzig offiziell "Fairtrade-Town", hat alle Kriterien für den Titel erfüllt.
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Das müsste, so fanden die Markkleeberger Grünen, in einer kleinen Stadt doch genauso machbar sein, wenn Café, Supermärkte und andere Anbieter mitmachen. Am 21. Dezember tagte dazu der Markkleeberger Stadtrat - und diskutierte drauflos. Es reicht eben nicht, dass man in der Nachbarstadt alle Diskussionen schon einmal geführt hat. Das Thema ist zwar nicht wirklich schwer zu verstehen - aber auch mancher Stadtrat tut sich schwer, aus dem alten Trott, der die Erde so teuer zu stehen kommt, herauszufinden.
Umso größer die Freude bei den Bündnisgrünen, als nach der diskussionsreichen Stadtratssitzung feststand: Markkleeberg bewirbt sich um den Titel „Fair Trade Town“.
In etwa 30 deutschen Städten gibt es bereits Ratsbeschlüsse, um den Titel anzustreben, ebenso viele haben diesen schon inne. Dazu gehört eben seit September auch Leipzig, das damit als erste Stadt in Sachsen den Titel "Fairtrade Town" tragen darf. Neben Markkleeberg haben mittlerweile auch Chemnitz und Freiberg ihre Bewerbungen um den Titel beschlossen.
Einzelhandel in Markkleeberg-Mitte.
Foto: Matthias Weidemann
Das Interesse der Kommunen deutschlandweit zeigt, dass das Thema faire Beschaffungen mittlerweile eine hohe Relevanz hat.
„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das Vertrauen in nachhaltig fair hergestellte Produkte von besonderer Bedeutung. Die Kampagne bietet eine tolle Chance, den Fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern und mehr Bewusstsein für verantwortungsvollen Konsum zu schaffen“, erklärt der Grünen-Sprecher Tommy Penk.
Um den Titel zu erreichen, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden, unter anderem die Gründung einer lokalen Steuerungsgruppe. Das erste Treffen dazu soll im Februar stattfinden, bei dem alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Händler, Vereinsmitglieder und Kirchenvertreter herzlich eingeladen sind.
"Im Fokus des Fairen Handels stehen die Produzenten aus Afrika, Asien, Osteuropa und Südamerika. Kinderarbeit kann dabei gestoppt, soziale Mindeststandards eingeführt und Armut abgebaut werden", erklärt Penk. "Aber es gibt auch wirtschaftliche Vorteile. Mit Fairtrade zertifizierte Produkte wachsen mittlerweile im hohen zweistelligen Prozentbereich, vor allem Kaffee und Bananen, für die hiesigen Händler eine interessante Alternative. Somit alles in allem ein tolles Projekt."
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