Mit Traktoren zur Landesdirektion: Demonstration gegen vierspurige B87 und für besseren ÖPNV
Ralf Julke
15.01.2012
Augustusplatz mit Opernhaus.
Foto: Ralf Julke
Am Donnerstag, 19. Januar, gibt es die nächste Demonstration auf dem Leipziger Augustusplatz. Diesmal geht es gegen die "Verstraßung" des Leipziger Umlands und sinnlose Bauvorhaben. Hauptanlass: eine völlig überdimensioniertes Straßenprojekt im Leipziger Nordwesten.
Anzeige
Östlich von Leipzig soll die Bundesstraße B87 vierspurig neu gebaut werden. Als B87n verläuft sie dann von Polen über Brandenburg, Sachsen, Thüringen bis nach Hessen hinein, mitten durch noch nicht zerschnittene Landschaften, Naturschutzgebiete und Äcker.
Im Landkreis Nordsachsen regt sich Widerstand, so auch um Leipzig, wo die bisherige Planung einen Streckenverlauf südlich von Taucha vorsieht - quer durch das Naturschutzgebiet der Parthenaue und das Landschaftsschutzgebiet der Endmoränenlandschaft Taucha-Eilenburg. Was droht, ist die großflächige Zerstörung von Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die Beeinträchtigung von Lebensraum für Menschen. Und das alles aufgrund veralteter und vor allem falscher Verkehrsprognosen und sehr einseitiger wirtschaftlicher Interessen einiger recht lautstarker Lobby-Gruppen.
Am 19. Januar wird hier gegen den Ausbau der B87 demonstriert.
Foto: Ralf Julke
Dagegen wehren sich Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen seit mehreren Jahren, doch selbst ein zwischenzeitlicher Teilerfolg, der Ausschluss der Querung der Parthenaue, wurde durch einen klarstellenden Hinweis vom sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit wieder zunichte gemacht. Das intransparente Vorgehen der Behörden veranlasst die betroffenen Gemeinden und Bürgerinitiativen nun dazu, Klagemöglichkeiten zu prüfen.
"Der Planungsprozess ist bisher gekennzeichnet von erkämpften Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten einerseits, andererseits aber von obrigkeitsstaatlichem und intransparentem Agieren des sächsischen Staatsministeriums und seiner Behörden, was an einer Ergebnisoffenheit der Planung zweifeln lässt", erklärt der Autobahnstammtisch Sehlis in seinem Aufruf zur Demonstration. "Ähnliches lässt sich beim Konflikt um die Baumfällungen für den Hochwasserschutz im Leipziger Auenwald beobachten: Auch hier ist – neben der Stadt Leipzig und der Landestalsperrenverwaltung – die Landesdirektion Leipzig beteiligt."
Verkehrspolitisch ist die B87 unsinnig, auch wenn eine eine Studie der PTV AG für die IHK Cottbus aus dem Januar 2011 rasant wachsende Verkehrszahlen für die Straßenverbindung ergeben - erst recht, wenn die Bundesstraße auch noch vierspurig ausgebaut würde. Was die Studie nicht zeigt, ist, welche neu induzierten Verkehrsströme da für die Regionen anfallen, die direkt an der Strecke liegen. Denn wenn durch die Verbreiterung der Straße nur Verkehrsströme umgelenkt werden, erkauft sich die Region nur die Belastung - ohne tatsächlich wirtschaftlich zu partizipieren.
"Die B87n nützt nur wenigen großen Bau- und Transportunternehmen, nicht aber den Betrieben vor Ort", stellt der Autobahnstammtisch Sehlis fest. Dazu kommen zwei wesentliche Fakten. Der eine ist die schlichte Tatsache, dass die B87 auf Jahre hinaus keine Finanzierung durch den Bund bekommen wird. Der andere ist die zunehmende Schuldenlast des Landes, mit der solche großdimensionierten Projekte immer unwahrscheinlicher werden.
"Die B 87 n führt nach Wolkenkuckucksheim", sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn. "Dieses Straßenprojekt wird keine Bundesregierung finanzieren können, es bleibt eine Fata Morgana der Regionalpolitiker." Selbst der Bund sehe keinen verkehrlichen Bedarf für eine vierspurige B 87 n und deshalb sei der Neubau im Bundesverkehrswegeplan (BVP) bis 2015 nicht als vordringlicher Bedarf definiert, sondern stehe lediglich im sogenannten weiteren Bedarf. Und selbst der vordringliche Bedarf sei ein "Wunschzettel", der aktuell 45 Milliarden Investitionen beinhaltet, aber nur knapp 10 Milliarden Mittel, die bis 2015 zur Verfügung stehen. "Das heißt, es liegen genehmigte, baureife Projekte auf Eis, weil das Geld dafür fehlt. Projekte aus dem weiteren Bedarf haben gar keine Chance, realisiert zu werden. Ich kann mich nicht erinnern, dass in Sachsen jemals ein Projekt aus dem weiteren Bedarf gebaut wurde", so Kühn.
Am Donnerstag, 19. Januar, wollen die Initiativen, die nun schon seit Jahren gegen die Überdimensionierung der Pläne für den Straßenneubau und gegen die Zerstörung der Parthenaue kämpfen, mit Musik und Traktoren vom Augustusplatz durch die Fußgängerzone der Leipziger Innenstadt zur Landesdirektion Leipzig laufen und dort einen Offenen Brief an die Planenden überreichen. Anstatt hunderter Millionen für fragwürdige Straßenbauprojekte fordern sie den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, des Nahverkehrs und den Ausbau bestehender Trassen, denen unter der aktuellen Regierung in Sachsen gerade die Millionen gekürzt wurden.
Beginn der Demonstration ist am 19. Januar um 15:15 Uhr auf dem Augustusplatz.
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…