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Rathauskrieg in Markranstädt: Große Reserven im Bereich Demokratie – Rücktritt von Bürgermeisterin Radon gefordert

Matthias Weidemann
Jens Spiske.
Jens Spiske.
Foto: Jens Spiske, privat
Der politische Wind in Markranstädt wird immer rauer und pfeift Bürgermeisterin Carina Radon heftig um die Ohren. Immer offener äußern sich ihre Gegner, sprechen von Repressalien, davon, dass man sie von der Rathausseite aus „ausschalten“ oder „mobben“ wolle.

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Sowohl der Ortsvorsitzende der SPD Markranstädt, Winfried Busch, als auch die Landtagsabgeordnete und Ex-Landrätin Petra Köpping (SPD) nehmen inzwischen kein Blatt mehr vor den Mund, wenn es darum geht, das politische Verhalten von Carina Radon zu kritisieren. Gegenüber Leipzig Fernsehen sprach Busch von „Misstrauen, Missgunst und Vetternwirtschaft“.

Busch im Interview wörtlich: „Wer widerspricht, muss weg.“ Auch die Landtagsabgeordnete und Ex-Landrätin Petra Köpping (SPD) hält in einem Interview mit dem Stadt-TV-Sender nicht hinterm Berg: „Frau Radon hat noch große Reserven im Bereich Demokratie. Sie sollte versuchen, die Bürger miteinander in einen Konsens zu bringen, so dass man Kompromisse eingeht. Und damit hat sie wirklich Schwierigkeiten. Die Bereitschaft, sich zu versöhnen, hat bei Frau Radon noch Nachholbedarf. Ich erinnere mich an eine Neujahrsansprache in der Kirche. Eine Gelegenheit, um eigentlich versöhnliche Worte zu finden. Doch stattdessen hat sie genau die kritisiert, die auch sie kritisiert haben. Ein Bürgermeister ist nicht freischaffend, sondern er hat eine Kommunalaufsicht und ich kann den Bürgern von Markranstädt eigentlich nur empfehlen, wenn es da erhebliche Kritiken gibt, sich an den Landkreis zu wenden, der die Aufsicht über die Kommunen hat. In dem Falle wäre das der Landrat und der hat das ordentlich und rechtlich zu prüfen.“

FWM-Vorsitzender Jens Spiske.
FWM-Vorsitzender Jens Spiske.
Foto: Jens Spiske, privat

Klar, dass sich auch die zu Wort melden, die diesen Stein eigentlich erst so richtig ins Rollen brachten und der Bürgermeisterin seither sicher so manch schlaflose Nacht bereitet haben und noch bereiten werden: Die Freien Wähler Markranstädt. Deren Vorsitzender Jens Spiske zu den jüngsten Vorgängen: „Nach unseren Informationen befasst man sich bereits im Innenministerium des Freistaates Sachsen mit den Vorgängen in unserem Rathaus. Erstaunlicherweise findet sich in den Printmedien dazu bislang kein Wort. Insbesondere die sich immer mehr verdichtenden Hinweise hinsichtlich einer möglichen Einflussnahme Radons auf die Pressefreiheit und ihrer Verstrickung in die Einstellung der unabhängigen Zeitung 'Mein Markranstädt' sollten aufhorchen lassen. Der Verlag Wittich 'sitzt das Problem aus'. Ein Dementi kling anders. Wir Freien Wähler appellieren an die Presse, hier im ureigenen Sinne 'dran' zu bleiben.“

Hintergrund: „Mein Markranstädt“, ein Printmedium, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, auch schwierige Verwaltungsthemen zu bedienen, wurde eingestellt, nachdem Frau Radon dem Linus Wittich Verlag in einem Schreiben vom 11. Februar 2011 angedroht hatte, sie würde ihre Kontakte nutzen, um zu verhindern, dass andere Gemeinden ihre Amtsblätter weiterhin in diesem Verlag drucken lassen. Carina Radon spricht in diesem Fall von einer „eindeutigen Fälschung“ (Quelle: Leipzig Fernsehen).

Spiske weiter: „Bezüglich des sogenannten 'Hackerangriffs' wurde bereits ausführlich berichtet. Nur noch soviel, das Rathaus räumt Versäumnisse in der IT-Sicherheit ein.“ Inzwischen ist bekannt geworden, dass die Freien Wähler Markranstädt aufgrund der bisher bekannt gewordenen Vorwürfe den Rücktritt von Bürgermeisterin Carina Radon fordern. Jens Spiske auf Anfrage von L-IZ: „Sollten sich die bisherigen Vorwürfe gegenüber der Rathaus-Chefin bewahrheiten, dann bleibt nur der Weg eines Rücktrittes.“


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