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Wärmeverbrauch in Deutschland: Neue Bundesländer haben die Nase vorn - und trotzdem Nachholebedarf

Redaktion
"Sächsische Gebäude haben den drittgeringsten Wärmeverbrauch in Deutschland", darauf weist die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH hin. Laut einer aktuellen Studie des Messdienstleisters ista liegt der Wärmeverbrauch in sächsischen Gebäuden bei durchschnittlich 119 kWh pro Quadratmeter.

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"Sachsen ist gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Spitzenreiter beim Thema Gebäudeenergieeffizienz", sagt Christian Micksch, Geschäftsführer der SAENA. Das gute Abschneiden des Freistaates führt er auf die zahlreichen Sanierungs- und Neubauprogramme seit 1990 zurück.

"Dennoch wird der Bedarf an energetischen Gebäudesanierungen in Sachsen in den nächsten Jahren weiter steigen, denn in Sachsen gibt es, im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, mit den größten Altbaubestand", betont Micksch. Immer mehr Eigentümer und Wohnungsunternehmen fragen bei der SAENA nach energetischen Sanierungs- und Förderprogrammen nach. "Dabei geben wir nicht nur verstärkt Auskunft zu Förderprogrammen, sondern informieren zu energetischen Sanierungsmöglichkeiten und führen immer mehr Initialberatungen durch."

Dass die Nachfrage nach Förderungen in den letzten Monaten besonders stark gestiegen ist, zeigt auch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundes. Die Bundesregierung hatte am 8. August eine Aufstockung der Mittel um 500 Millionen Euro bekannt gegeben. Die für das Programm 2008 ursprünglich vorgesehenen Haushaltsmittel in Höhe von 900 Millionen Euro waren bereits Ende Juli 2008 ausgeschöpft.

Bereits im Juli hat der Freistaat Sachsen das "Sächsische Energiespardarlehen" neu aufgelegt. Der Freistaat fördert energetische Sanierungsmaßnahmen mit einem zinsgünstigen Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit und einer Laufzeit von 20 Jahren.

Die Heiz- und Warmwasserkosten sind die größten Posten beim Energieverbrauch. Durch modernisierte Heizungsanlagen, erneuerte Fenster sowie gedämmte Außenwände, Kellerdecken und Dächer können erhebliche Mengen an Energie gespart werden. "In vielen Fällen macht sich schon eine gute Wärmedämmung beim Energieverbrauch bemerkbar", betont Micksch. "Eine fachmännisch ausgeführte Dämmung der Hüllfläche kann den Energiebedarf um ein Drittel bis zur Hälfte senken."

Die SAENA empfiehlt Bauherren und Hauseigentümern, sich schon vor einer Sanierung oder einem Neubau beraten zu lassen. Bereits während der Planungs- und Bauphase sollte deshalb ein unabhängiger Energieberater hinzugezogen werden. Die SAENA dient hierbei als Wegweiser und bietet Interessierten eine unabhängige Initialberatung an.

In Deutschland gibt es ungefähr 17,3 Millionen Wohngebäude, dazu kommen etwa 1,5 Millionen so genannte Nichtwohngebäude, also Bürogebäude, Schulen, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude usw. Nach Schätzungen des Bundes wurden 73 Prozent der Wohngebäude vor 1979 errichtet.

Die meisten Gebäude in den neuen Bundesländern weisen einen höheren Grad an Energieeffizienz auf als in den alten, ergab die obengenannte Studie.

Aus der Ende Juni 2008 veröffentlichten Studie geht hervor, dass im Ländervergleich Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wert von 102 Kilowattstunden (kWh) Wärmeverbrauch pro Quadratmeter vor Brandenburg (118 kWh), Sachsen (119 kWh), Thüringen (120 kWh), Sachsen-Anhalt (130 kWh) und Bayern (134 kWh) liegt. Bundesweiter Durchschnitt sind übrigens 138 kWh.

Die Schlusslichter sind Hamburg und Niedersachsen mit jeweils 151 kWh je Quadratmeter. Bremen (150 kWh), Hessen (145 kWh) und Baden-Württemberg (145 kWh) rangieren knapp davor.

Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) sieht übrigens maximal 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr als Grenzwert vor. Moderne Techniken und Wärmedämmungen erlauben im Grunde eine Absenkung des Energieverbrauchs auf unter 60 kWh pro Quadratmeter. Allein diese Zahlen zeigen schon, welches Potenzial in der Energieeinsparung steckt. Und dass auch Sachsen noch längst nicht im viel beschworenen "grünen Bereich" ist.



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