Sven Morlok rüffelt Roland Koch: Drehtüreffekt schadet erstem Arbeitsmarkt
Redaktion
18.01.2010

Sven Morlok.
"Mit seiner Forderung hat Roland Koch mal wieder seine Treffsicherheit für Aufreger bewiesen, aber auch, dass er Nachhilfe in Sachen Arbeitsmarkt braucht", sagt Sven Morlok (FDP) zur Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, Langzeitarbeitslose zur Arbeit zu verpflichten.
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"Jede Arbeit, die ohne ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis verrichtet wird, schadet dem ersten Arbeitsmarkt", erklärt der sächsische Wirtschafts- und Arbeitsminister dem hessischem Ministerpräsidenten seinen Denkfehler. "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen verdrängen schon heute viele Vollzeitjobs. Jetzt auch noch alle Hartz-IV-Empfänger zur Arbeit zu verpflichten, würde vielen Arbeitern und Angestellten die Existenzgrundlage entziehen. Ein solcher Drehtüreffekt schadet dem ersten Arbeitsmarkt."
Sven Morlok weiter: "Es gibt keine Arbeit, die nicht auch durch einen sozialversicherungspflichtigen Job erledigt werden kann. Nur weil die öffentliche Hand nicht bereit ist, diese Arbeitsleistung entsprechend zu bezahlen, können wir nicht Menschen zur Arbeit zwingen, die auf unsere Solidarität angewiesen sind. Das ist eine Frage des Anstands."
Stattdessen müsse die Politik sich auf kluge Wirtschaftspolitik besinnen: "Wir müssen die Wirtschaft stärken. Nur hier entstehen Arbeitsplätze auf dem ersten Markt. Arbeitspflicht für Langzeitarbeitslose – das wäre ein wirtschaftspolitischer Offenbarungseid.“
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