Grünen-Fraktionschefin fordert: Sachsen muss bei der Nutzung der erneuerbaren Energien deutlich zulegen
Redaktion
05.12.2010
Antje Hermenau.
Foto: Grüne Fraktion Sachsen
Manche Partei entdeckt in Zeiten der zunehmend spürbar werdenden Folgen des Klimawandels das Klima als Thema für eigene Kongresse. Bei den Grünen gehört das schon zum Standardrepertoire. In Dresden veranstaltete die Landtagsfraktion am Samstag, 4. Dezember, ihren 4. Sächsischen Klimakongresses.
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Mehr als 200 Gäste nahmen daran teil. Und eines schälte sich schnell heraus: Nicht die diversen Kongresse der Staaten und Regierungen sind der Ort, wo die Weichen umgestellt werden müssen. Das ist bei der politischen Arroganz selbst der wichtigsten Industrienationen nicht mehr zu erwarten. Die Veränderungen müssen auf unterster Ebene beginnen.
"Die Kommunen müssen zum Kondensationskern für den ökologischen Wandel werden", erklärt Antje Hermenau, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Sächsischen Landtag. "Denn die Bewohner der Städte erzeugen den größten Anteil der klimaschädlichen Emissionen. Darum haben wir in diesem Jahr das Motto 'KlimaSTADTWandel' gewählt."
Die kommunalen Stadtwerke können bei dem nötigen Strukturwandel eine wichtige Rolle als Partner und Experten übernehmen, stellt sie fest, weg vom Energiehändler hin zum Effizienzdienstleister.
Antje Hermenau, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Sächsischen Landtag.
Foto: Grüne Fraktion Sachsen
"Der öffentliche Nahverkehr muss die Mobilität der Mehrheit der Menschen in der Großstadt komfortabel, schnell und umweltfreundlich sichern. Wer dort heute kürzt, wie die Staatsregierung bei den Zuschüssen dafür, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt", kritisiert Hermenau die aktuelle Umverteilungs-Orgie im sächsischen Haushalt. "Das Modell der autogerechten Stadt ist von vorgestern. Aktuell ist die Vernetzung von öffentlichem und individuellem Verkehr - da müssen wir hin. Wir brauchen mehr Grün in der Stadt - Bäume auf Plätzen, Wiesen auf Dächern, Wald statt Brachflächen."
Hermenau forderte zudem, bei den erneuerbaren Energien in Sachsen deutlich zuzulegen. "Die gute Nachricht einer aktuellen Studie: Sachsen ist tatsächlich auf einem Feld der erneuerbaren Energien Spitze – aber leider nur bei der Technologie. Die schlechte Nachricht: Bei der Nutzung der Erneuerbaren Energien bildet Sachsen eindeutig das Schlusslicht. Sachsen ist in diesem Ranking insgesamt vom 6. Platz 2008 auf den 11. Platz 2010 zurückgefallen."
"Aber der Wandel der Energieerzeugung ist nur ein Teil der Lösung", stellt sie ebenfalls fest. "Eine echte Herausforderung ist die energetische Sanierung im Altbaubestand. Wir haben in sächsischen Städten über 80 Prozent Mietwohnungen. Hier müssen wir ran. Das kostet Geld, was die Bundesregierung gerade gekürzt hat. Wir haben deshalb bei den Beratungen für den neuen sächsischen Landeshaushalt ein Förderprogramm mit jährlich 40 Millionen Euro für die Altbauten vorgelegt. Weil jeder Förder-Euro noch einmal sechs bis sieben Euro private Investitionen nach sich zieht, würde damit zudem das sächsische Handwerk Aufträge für mehr als 300 Millionen Euro bekommen."
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