Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Polizeiaktion geht weiter: Sächsische Polizei durchsucht Wohnung des Jenaer Jugendpfarrers

Ralf Julke
Verfassungsschutz war am 19. Februar auch aktiv.
Verfassungsschutz war am 19. Februar auch aktiv.
Foto: Ralf Julke
Es wird immer obskurer, was die sächsische Polizei auf ihrer Jagd nach einer gemutmaßten Gruppe gewalttägiger Demonstrationsteilnehmer am 19. Februar in Dresden unternimmt. Am Mittwochmorgen, 10. August, durchsuchte sie in aller Frühe Dienstzimmer und Wohnung des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König.

Anzeige

In der Mitteilung der sächsischen Polizei klingt es lakonisch: "Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am 19. Februar 2011 in Dresden wird durch die Staatsanwaltschaft Dresden ein Verfahren wegen aufwieglerischen Landfriedensbruchs geführt. Auf Grundlage eines Beschlusses des Amtsgerichtes Dresden führen Beamte der Dresdner Polizei derzeit eine Durchsuchung im Raum Jena durch.

Das Ziel des Einsatzes ist insbesondere die Sicherstellung von Kommunikations- und Tatmitteln, die bei den Ausschreitungen am 19. Februar 2011 in Dresden genutzt wurden."

Beginn des Einsatzes: ab 06:00 Uhr. Nach Information des MDR Thüringen sei das Thüringer Innenministerium "erst unmittelbar vor Beginn der Polizeiaktion von der Durchsuchung informiert worden." Eine echte Nacht- und Nebelaktion also. Wen erreicht man im Thüringer Innenministerium früh um 6 Uhr?

Verfolgten die Verfassungsschützer am 19. Februar eigene Ermittlungen?
Verfolgten die Verfassungsschützer am 19. Februar eigene Ermittlungen?
Foto: Ralf Julke

Für Kerstin Köditz, Obfrau der Fraktion Die Linke im Innenausschuss des Sächsischen Landtags, nimmt das Verhalten der Polizei in Zusammenhang mit der Verfolgung von Straftaten bei den Demonstrationen am 19. Februar in Dresden inzwischen "immer abstrusere und geradezu wahnwitzige Züge" an. "Dafür spricht, dass die Polizeidirektion Dresden unter dem Vorwurf des aufwieglerischen Landfriedensbruchs eine Razzia in kirchlichen Räumen vornehmen lässt, ohne ihre thüringischen Kollegen auch nur im Vorfeld darüber zu informieren. Als Begründung werden ermittlungstaktische Gründe vorgeschoben", sagt Köditz.

Für den entsprechenden §125 StGB ist es notwendig, dass die Beschuldigten die Ausschreitungen absichtlich aktiv gefördert haben. Köditz: "Wer Jugendpfarrer König kennt, weiß, wie unsinnig eine solche Annahme in Bezug auf seine Person ist. Als fragwürdig und befremdlich muss es angesehen werden, dass anwesenden Bundes- und Landtagsabgeordneten der Linken und der Grünen vor Ort der Zugang verweigert wird."

"Entweder hat diese Aktion mit Wissen und Billigung des sächsischen Innenministers stattgefunden. Dann wird er sich in der nächsten Sitzung des Innenausschusses einer Reihe unbequemer Frage stellen müssen, da seine bisherigen Erklärungen zum Vorgehen der sächsischen Behörden gegen Demonstrierende und Unbeteiligte am 19. Februar (Handygate, angebliche kriminelle Vereinigung) immer fragwürdiger und fadenscheiniger werden", sagt Köditz. "Oder aber die Polizeidirektion Dresden hat eigenmächtig gehandelt. Dann hat mit dem Austausch des Polizeipräsidenten ein Wechsel von Teufel zu Beelzebub stattgefunden, und Innenminister Ulbig muss sich vorwerfen lassen, dass er sein Haus in keiner Weise mehr im Griff hat. Beides wäre gleichermaßen fatal und stellt einen Schaden für die Demokratie dar. Von den Antworten des Innenministers machen wir es abhängig, auf welche Weise wir parlamentarisch reagieren werden. Bliebe ich in der Logik des Innenministeriums, dann müsste ich Ermittlungen gegen die Polizeidirektion Dresden wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung fordern."

Die Dresdner Polizei und die Staatsanwaltschaft Dresden berufen sich wieder auf einen richterlichen Beschluss: "Auf Grundlage eines Beschlusses des Amtsgerichtes Dresden führen Beamte der Dresdner Polizei derzeit eine Durchsuchung im Raum Jena durch."

Am 5. August hatte die "Sächsische Zeitung" darüber berichtet, welche Kosten die schlecht koordinierten Einsätze der Polizei am 13. und 19. Februar in Dresden verursacht haben, die am 19. Februar, wie Staatsregierung und Polizei immer wieder behaupten (und der MDR eifrig nachplappert) zu "schweren Krawallen" geführt haben. 6.000 Polizisten waren in Dresden im Einsatz, bei einem durchdachten Einsatzkonzept durchaus genug, solche Demonstrationen abzusichern. Doch entweder war das Konzept auf Eskalation angelegt (was man durchaus vermuten darf) oder die Verantwortlichen waren so blauäugig, wie Demonstrationsverantwortliche in Sachsen seit 20 Jahren nicht mehr - dass über 100 Polizisten in den unübersichtlich gewordenen Ereignissen verletzt wurden, hat genau damit zu tun.

7,1 Millionen Euro haben die Polizeieinsätze an beiden Tagen gekostet, berichtete die "Sächsische Zeitung". "Weil dem Ministerium laut Haushaltsgesetz für das gesamte Jahr 2011 aber nur 3,6 Millionen Euro für entsprechende Polizeieinsätze zur Verfügung stehen, wurde mittlerweile beim Landtag ein Antrag auf überplanmäßige Ausgaben von 4,8 Millionen Euro gestellt. Diese zusätzlichen Kosten will das Ministerium in Zukunft durch Kürzungen in anderen Bereichen des eigenen Haushalts decken. Eine Entscheidung, ob das Parlament einer solchen Finanzumschichtung zustimmt, ist noch nicht gefallen."

Im Nachgang erschreckte das Ausmaß der Datenerfassung, mit der Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz versuchten, mögliche (gewalttätige) Teilnehmer der Gegendemonstrationen zu ermitteln. Nicht nur Millionen Handydaten wurden abgefragt, die Staatsanwaltschaft war mit IMSI-Catchern vor Ort, der Verfassungsschutz machte Bilder von Hunderten Demonstranten - das Bild, das Polizei und Innenminister im Nachgang zeichneten, man wolle mit der Massen-Datenabfrage den Gewalttätern vom 19. Februar auf die Spur kommen, kann so nicht stimmen, denn mit ähnlichen Aktionen war die Polizei schon 2010 und dann im März auch wieder bei einer Demonstration in Chemnitz aktiv. Das Komplex-Aufgebot von Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz am 19. Februar deutet darauf hin, dass man sogar schon fest mit gewalttätigen Auseinandersetzungen rechnete.

Und die immer neuen Durchsuchungen im Nachgang deuten darauf hin, dass all die Datensammelei bis heute kein Ergebnis gebracht hat. Man ermittelt und ermittelt - kein einziges Verfahren wurde bis heute eröffnet.

Nachtrag: Mittlerweile herrscht im Nachbarland Sachsens wachsende Verärgerung über die Durchsuchung und die Begleitumstände. Ab 17 Uhr fand eine Spontandemonstration mit bis zu 500 Teilnehmern statt.

Zum Artikel vom 10. August auf L-IZ.de
Heftige Proteste nach Durchsuchung bei Jenaer Jugendpfarrer: „Amoklauf der Behörden“

Weitere Berichte auf Jenapolis.de
Polizei durchsucht Dienstwohnung des Stadtjugendpfarrers Lothar König
Metz fordert Aufklärung der Hausdurchsuchungen in Jena
Polizei durchsucht Dienstwohnung des Stadtjugendpfarrers Lothar König - eine erste Demo in Jena

VGWortLIZ


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Am 3. Juni: erleb-bar lädt zum Geocaching und Schatzsuchen im Auwald ein

Geocaching im Auwald
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…

Quartalsbericht Nr. 1 für 2012: Die Stadt wächst, die Zahlenbasis wird immer unsicherer

Neues Rathaus.
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…

Sachsen bekommt seine erste Kinderpolizeiwache: Eröffnung am 1. Juni

Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…

Zu Gast bei Kallenbach: ProGohlis präsentiert „Auf der Suche nach dem Froschkönig“

„Auf der Suche nach dem Froschkönig“
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…

Am 24. Mai: Jusos diskutieren über moderne Schulen für gute Bildung in Leipzig

"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…

LMBV braucht 1 Milliarde Euro für Rekultivierung: Leipziger Neuseenland hofft weiter auf „Paragraph-4-Mittel“

Am Hainer See.
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…

Ausstellung ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch: „Von Panitzsch bis Paris“

„Von Panitzsch bis Paris“
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…

Schnupperkurs am 7. Juni in der Villa: Swing für Einsteiger

Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…

Insel-Bücherei in schwarz: Ein besonderes Plakat der Leipziger Buchwissenschaft gibt's zum Wave Gotik Treffen

Schwarze Bücher.
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…

Steigende Milliardenkosten für Tagebausanierungen: Grüne fordern Ausstieg aus teurer Energiequelle Braunkohle

Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen.
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…

Das nächste Großprojekt geht auf wie Hefe: A 72-Abschnitt Rochlitz-Borna wird erst 2013 fertig

Enrico Stange, Landtagsabgeordneter der Linken.
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…

Ausstellung im Neuen Rathaus: Studentenarbeiten untersuchen Auswirkungen des City-Tunnels auf Infrastruktur

Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…

Leutzscher Fußball: Jamal Engel bezieht im Blockstreit Stellung/ Hammermüller wird neuer Trainer bei Chemie

Neues aus Leutzsch.
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…

Grimmige Märchen-Maloche: Rainald Grebes anderer Blick auf 200 Jahre "Kinder- und Hausmärchen"

"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…

Enrico Lübbe soll neuer Schauspielintendant in Leipzig werden: Stadtrat entscheidet am 20. Juni

Enrico Lübbe
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog