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Ex-Nationalspieler Stephen Arigbabu: „Im Derby wird es eng zugehen“

Marko Hofmann
Stephen Arigbabu auf Stipvisite bei den Leipziger Uni-Riesen.
Stephen Arigbabu auf Stipvisite bei den Leipziger Uni-Riesen.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Samstagabend ist Derby- und Spitzenspielzeit in der großen Arena in Leipzig. Die Uni-Riesen empfangen als aktueller Tabellenführer um 18 Uhr den aktuellen Tabellenzweiten, die BSW Sixers aus Sandersdorf. Coach der Sixers ist kein Geringerer als Ex-Nationalspieler Stephen Arigbabu. L-IZ.de erklärte er, wie es im deutschen Basketball weitergehen soll und wie er die Uni-Riesen stoppen will.

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166 Spiele und 834 Punkte hat Stephen Arigbabu einst für die deutsche Basketballnationalmannschaft gemacht, trug sein Scherflein zum dritten Platz bei der WM in den USA 2002 und zu EM-Silber in Serbien 2005 bei, landete nach Stationen wie Alba Berlin oder dem MBC Weißenfels letztes Jahr als Trainer bei Regionalligist Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen Sixers, kurz BSW Sixer, mit denen er auf Anhieb den Aufstieg in die ProB schaffte. Samstag kommt der Altinternationale mit seinem Team als Tabellenzweiter in die Große Arena, um den Tabellenführer zu stürzen. Vor dem Match sprach Arigbabu allerdings erstmal mit uns.

Herr Arigbabu, Ihr Saisonziel mit den BSW Sixers war der Klassenerhalt, nun turnen Sie auf Platz 2 herum. Haben Sie geflunkert?
Das ist nur eine Momentaufnahme. Unser Saisonziel hat sich für uns trotzdem nicht geändert. Die Liga ist sehr stark, die Liga ist für uns neu. Jeder Sieg, den wir holen, hilft uns daher nicht abzusteigen. Bisher sind vier Spiele gespielt, das erste hatten wir auswärts verloren, da fehlten aber auch zwei Spieler, die anderen drei haben wir knapp gewonnen. Trotzdem sollten wir deshalb nicht den Fokus verlieren.

Wie kommt es, dass es so gut läuft, was zeichnet Ihre Mannschaft aus?
Erstmal haben wir den Großteil der letzten Mannschaft zusammengehalten, wir haben somit gute Charaktere und Qualität. Das heißt, es gibt individuelle gute Spieler, die sich aber auch in den Dienst der Mannschaft stellen. Bei uns ist vom ersten bis zum letzten Spieler jeder gleichwichtig.

Vor Ihnen in der Tabelle steht noch Ihr kommender Gegner, die Uni-Riesen. Eine Überraschung für Sie?
Wie gesagt, es sind erst vier Spiele gespielt. Die Uni-Riesen haben vier Siege, aber gegen Teams, die insgesamt bisher zwei Siege haben. Wir müssen sehen, wie sich das am Ende einordnet. Jedenfalls ist es nicht so, dass wir nach Leipzig fahren und besonders beeindruckt sind.

"Jedenfalls ist es nicht so, dass wir nach Leipzig fahren und besonders beeindruckt sind."
"Jedenfalls ist es nicht so, dass wir nach Leipzig fahren und besonders beeindruckt sind."
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Bei einem Sieg wären Sie Tabellenführer. Welche Auswirkungen hätte das auf das Umfeld in Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen?
Wir in der Mannschaft sehen das relativ nüchtern. 60% der Leute, die kommen sind keine Experten, die muss man in ihrer Euphorie auch bremsen. Es ist Sport und da kann es schnell in die andere Richtung gehen.

Sie waren in Italien, in Griechenland, bei Alba. Nun seit einem Jahr Sandersdorf. Wie haben Sie sich dort eingelebt, wie gefällt es Ihnen?
Ich wohne in Berlin und pendele immer hin und her. Meine Familie ist gern in Berlin. Wenn wir morgens trainieren, kann ich nach dem Abendtraining in Sandersdorf schlafen, ansonsten fahre ich nach Hause. Das Umfeld macht Spaß, ich fühle mich sehr wohl.

Erst letztes Jahr haben Sie Ihre Karriere mit 38 Jahren beendet, haben die bisher beste Phase der deutschen Basketballnationalmannschaft in diesem Jahrtausend miterlebt. Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung im deutschen Basketball?
Bei der Eurobasket haben die Jungs ein bisschen Pech mit der Auslosung gehabt. Spanien, Frankreich, Serbien in einer Gruppe zu haben war im Vergleich zu den anderen Gruppen, in denen auch ein Gegner wie Finnland oder Großbritannien dabei war, sehr hart. Insgesamt gesehen muss man immer auf dem Boden bleiben. Die Erfolge 2001 bis 2005 sind Erfolge, die nicht jedes Jahr zu wiederholen sind. Derzeit sind wir auf einem guten Weg, gemessen daran, dass Basketball in Deutschland nicht den gleichen Stellenwert hat wie in Spanien oder Serbien. Wenn das Viertelfinale mal nicht erreicht wurde, sollte man ruhig bleiben und weiterarbeiten. Wir haben 80 Millionen Einwohner und in der ProA und ProB gibt es derzeit gute Spieler.

Während Ihrer Zeit beim MBC sollten Sie schon einmal als Spieler in Leipzig spielen. Das hat leider nicht dauerhaft geklappt. Wie haben Sie diese Zeit damals erlebt?
Es war eine super Zeit mit dem MBC, denn es war eine super Mannschaft. Das Umfeld ist bundesligamäßig gewesen. Schade, dass es damals nicht geklappt hat. Die Halle zu füllen war relativ schwer. Ich hoffe, dass es am Wochenende eine volle Arena gibt.

Uni-Riesen-Coach Dimitris Polychroniadis und Sie sollen gut befreundet sein. Wie hat sich das entwickelt?
Ich kenne ihn vom letzten Jahr, da haben unsere Teams ein paar Trainingsspiele gegeneinander gemacht. Wir sprechen nicht jede Woche miteinander, man kennt sich einfach. Wenn es Fragen gibt, dann telefonieren wir. Jetzt wo wir in derselben Liga sind, habe ich natürlich nicht so viele Fragen. Er ist ein guter Trainer, er weiß was er da macht.

Unterhalten Sie sich auf Griechisch miteinander?
(lacht) Ich kann griechisch lesen und griechisch verstehen, aber auf Deutsch ist es für Dimi sicher angenehmer.

Was für ein Derby erwarten Sie am Wochenende?
Ich erwarte genauso wie die letzten Spiele von uns, dass das Spiel in den letzten Minuten entschieden wird. Dass es eng zugeht, ist normal wenn zwei starke Teams aufeinander treffen. Die Leipziger sind sehr eingespielt. Die Mannschaft hat Qualität und starke Individualisten wie Pratt oder Morinia. Da müssen wir an den richtigen Ecken ansetzen, um diese Spieler zu stören. Sie kann man nie ganz aus dem Spiel nehmen, aber ihr Kreise wollen wir eingrenzen.


Info:
Tickets gibt es wie immer am Arena-Ticketschalter. Erwachsene zahlen auch fürs Derby 8,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro.



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