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Uni-Riesen-Coach Vojtko: „Wir üben zum achten Mal die gleichen Systeme ein“

Sebastian Beyer
Trainer Ivan Vojtko (re.) muss wieder einmal seine Spielsysteme neu einstudieren lassen.
Trainer Ivan Vojtko (re.) muss wieder einmal seine Spielsysteme neu einstudieren lassen.
Foto: Sebastian Beyer
Heute um 20:30 Uhr starten die Uni-Riesen in der Arena gegen Gotha als Tabellen-Letzter in die Rückrunde der 2. Basketball Bundesliga ProA. Mit Adam Michael Sollazo kam wieder einmal ein neuer Aufbauspieler, Vorgänger Harry Eugene Marshall zieht es in die Heimat zurück. Im Interview erläutert Trainer Dr. Ivan Vojtko die Hintergründe von Transfers, spricht aber auch über die Schwierigkeit des ständigen Neubeginns.


Herr Vojtko, schon vor Weihnachten gab es mit Jaroslac Tyrna einen Neuzugang, nun stößt noch Adam Michael Sollazo auf der Aufbauposition dazu. Was können die Neuen ihrer Meinung nach bewirken?
Es war erst einmal klar, dass wir etwas tun mussten. Wir haben im September und Oktober gut gearbeitet, waren aber leider ständig Letzter. Man merkte im Dezember dann auch, dass die Spieler dadurch mental angeschlagen waren. Durch Chris Gadleys Verletzung fehlte uns ein großer Spieler, wie wir überhaupt dünn besetzt sind, also soll Jaroslav die Position mit verstärken. Er ist nicht so kräftig wie Chris, trifft aber recht sicher aus der Distanz. Adam ist ein sehr athletischer Point Guard, für diese Position recht groß und passt gut in meine Vorstellung von einer Rotation. Ein guter Flügelspieler fehlt uns allerdings noch, damit wir wenigstens drei sehr starke Ausländer haben.

Ein neuer Aufbauspieler muss allerdings auch erst einmal die Spielsysteme lernen, bedeutet dass wieder einen Anfang bei Null?
In gewisser Weise ja, wir fangen wahrscheinlich zum achten Mal von vorne an, die Spielsysteme einzuüben. Zu Saisonbeginn war die Mannschaft nicht komplett. Es kamen immer mal wieder Neue, die erst integriert werden mussten und teilweise nicht die Leistung brachten, die wir erhofft hatten. Das ist natürlich nicht optimal, jetzt will ich einfach dem Publikum noch etwas zeigen. Ich will gewinnen, unabhängig von der Frage Abstieg oder Klassenerhalt. Sollten wir noch einen guten Flügelspieler finden, wird uns das sicher gelingen.

Auf der Aufbau-Position ist Adam Michael Sollazzo neu dabei.
Auf der Aufbau-Position ist Adam Michael Sollazzo neu dabei.
Foto: Sebastian Beyer
Aber auch der muss erst einmal in die Mannschaft finden...
Das ist richtig, deswegen hätte ich auch schon gerne einen Spieler. Wir sind aber oft zu langsam und haben dann die Leute erst zu spät hier. Als Neuling in der Liga müssten wir da entschlossener agieren. Dazu kommt das angesprochene Pech mit den ausländischen Spielern. Nick Freer brachte nicht die Leistung und auch Harry war zunächst nicht fit.

Heißt das, Sie sind nicht so ganz mit den Entscheidungen des Managements zufrieden?
Das würde ich nicht sagen. Jeder Trainer wünscht sich immer mehr als er kriegt, ich hätte nur gehofft, dass von unseren vier Ausländern zwei solide spielen und zwei richtige Kracher gewesen wären. Ich habe mir mehr erhofft, aber ich meckere nicht. Nur ein bisschen schneller hätten wir bei der ein oder anderen Entscheidung eben sein sollen. Normalerweise müssten Entscheidungen innerhalb weniger Tage fallen, wir brauchen oft einige Monate.

Wie sehen Sie denn die Chancen gegen Gotha?
Wir könnten als komplettes Team eine starke Rückrunde spielen, leider sind wir wiederum nicht ganz komplett. Chris ist noch verletzt und wie gesagt, ein Flügelspieler fehlt noch, denn neben Nikita Khartchenkov, der nach Nürnberg wechselte, wird Nick Freer gehen und Algirdas Macevicius wird uns wahrscheinlich auch verlassen. Trotzdem glaube ich, dass wir in dieser Besetzung in der Rückrunde noch etwas erreichen können. Wir werden alles geben und sehen, was es uns einbringt.

Wie wichtig dabei wäre denn die Unterstützung des Publikums?
Das kann einen riesigen Unterschied machen, wie wir vor Weihnachten in Crailsheim erfahren mussten. Das Spiel war bis zur 27. Minute ausgeglichen, aber mit 3.500 Zuschauern war die Halle ein Hexenkessel. In dieser Situation haben wir uns von den Fans sehr beeindrucken lassen und eine solche Atmosphäre haben wir zu Hause einfach nicht. Klar wir sind Letzter, also auch ein bisschen selbst schuld, aber die Stimmung fehlte von Anfang an.


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