TV Langen vs. Uni-Riesen 67:65 - Aufgewacht, aufgeholt, abgeschenkt
Marko Hofmann
29.01.2012
Mit 15 Punkten Topscorer: Lamar Morinia.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Drama, Baby, Drama - was die Uni-Riesen in Langen erlebt haben. Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit beim Tabellen-Siebten TV Langen, lagen die Grün-Weißen schon mit 24 Punkten zurück, holten alle auf und verloren durch einen Korb 1.500 Millisekunden vor dem Ende.
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Basketball kann wie jeder Sport grausam sein, doch oftmals hat die Grausamkeit nicht nur mit Un-Glück, sondern auch mit Un-Vermögen zu tun. Beim Auswärtsspiel der Uni-Riesen beim TV Langen am Samstagabend entstand die Grausamkeit nur durch die eigene Abwesenheit. Die komplette erste Halbzeit schliefen alle Uni-Riesen - selbst der zuletzt so stark aufspielende Lamar Morinia. Auf dem schönen hessischen Parkett verloren die Leipziger allein das zweite Viertel mit 8:27 und mussten mit der Hypothek von 24 Punkten Rückstand eine geharnischte Halbzeitansprache ihres Trainers Dimitris Polychroniadis über sich ergehen lassen. „Das war eine Halbzeit, in der wir keine Moral gezeigt haben und jeden Beweis, warum wir eine Spitzenmannschaft sind, schuldig geblieben sind“, so der Grieche nach dem Spiel. In der Halbzeitpause hatte er seine Ansprache in noch klarere Worte verpackt. „Ich habe meine Spieler angemacht, ihnen gesagt, dass wir ein großes Problem haben werden, wenn sie jetzt nicht kämpfen.“
USC-Coach Dimitris Polychroniadis rüttelte seine Jungs zur Pause wach.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Die Ansprache zeigte Wirkung, die Uni-Riesen kämpften. Plötzlich passte es in der Defense, hatte sich eine gute Rotation herauskristallisiert. Kampf und Konzentration statt Lethargie und Lässigkeit. So holten die Uni-Riesen Punkt um Punkt, gewannen das dritte Viertel mit 25:14. Langen hatte sichtlich Probleme mit dem aggressiven Uni-Riesen-Spiel, verlor die Konzentration und das Selbstbewusstsein, während beides bei den Gästen weiter stieg. Die Uni-Riesen pirschten sich weiter ran, hatten 40 Sekunden vor dem Ende ausgeglichen, später als es vielleicht möglich war. Denn zwischen der 35. und der 38. Minute verwarfen die Grünweißen beim Spielstand von 56:61 gleich drei Angriffe in Folge, die sie sich durch die konsequente Defensivarbeit erspielt hatten. „Da gleichen wir möglicherweise einen Angriff eher aus und vielleicht läuft es dann anders“, spekulierte Polychroniadis.
40 Sekunden vor dem Ende entspann sich dann der letzte und spannendste Akt des Dramas. Beim Stand von 61:62 konnte Mo Pratt nur einen von zwei Freiwürfen verwerten, im folgenden Angriff konnte Langens Drury direkt wieder einen Dreier zum 62:65 landen. Doch die Uni-Riesen glichen mit einem Freiwurf von Schirmer und einem Nahdistanzwurf von Lamar Morinia zehn Sekunden vor dem Ende tatsächlich noch einmal aus, ehe die letzten Sekunden anbrachen. Wieder warf Drury, sein Nahdistanzwurf sprang über den Ring zu Greene, der ihn als schnellster eintippen konnte. 1.5000 Millisekunden vor dem Ende blieb den Uni-Riesen noch ein Angriff. Morinias Wurf von der eigenen Freiwurflinie landete nur am vorderen Teil des Ringes.
„Die Leistung der Mannschaft in der zweiten Halbzeit ist sehr selten, aber sie war erst durch die schlechte erste Halbzeit notwendig geworden“, so Dimitris Polychroniadis irgendwo zwischen Bewunderung und Ärger. Langsam wird es auch an der Spitze eng. Gotha hatte bei den White Wings Hanau zuvor verloren, mit einem Sieg wären die Uni-Riesen über Nacht Tabellenführer der ProB Süd gewesen. So müssen sie die nachrückenden Teams aus Sandersdorf, Rhöndorf, Hanau und Langen fürchten, die bis auf Langen (zwei) nur einen Sieg vom dritten Platz der Leipziger Basketballer entfernt sind. „Derzeit verlieren die oben und die unten gewinnen. Ich habe den Jungs gesagt: Hoffentlich werden wir nicht irgendwann sagen: Damals in Langen haben wir...“
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