Wovon Leipziger träumen: Sarah Köhler - Das neue Fanprojekt legt los
Sarah Köhler | Jan Kaefer
01.01.2012
Alles neu macht der Januar: Sarah Köhler wird das neue Fußball-Fanprojekt leiten.
Quelle: Fanprojekt Leipzig / Collage: L-IZ
Für das Leipziger Fußball-Fanprojekt war 2011 alles andere als ein gutes Jahr. Politische Machtkämpfe um einen Trägerwechsel brachten die Projektarbeit zuletzt sogar völlig zum Erliegen. Jetzt wagen Sarah Köhler und ihr Team von der Outlaw gGmbH einen Neustart. Fußballverrückt und von Visionen "besessen" begibt sich die neue Projektleiterin in eine "Langzeittherapie im Leipziger Fußball".
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„Wovon Leipziger träumen“ - Die Anfrage der Leipziger Internet Zeitung erreichte mich kurz vor Weihnachten. Meine Wünsche und Visionen für die Arbeit des Fanprojekts Leipzig in 2012 möge ich formulieren. Frei, ohne Begrenzung der Themen und des Inhalts. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, wie ich in den folgenden Tagen feststellte. Zum Thema „Visionen“ fiel mir jedoch spontan ein Ausspruch des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt ein, mit dem ich meinen Text beginnen möchte: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“
Mein Name ist Sarah Köhler, ich bin Projektleiterin des Fanprojekts Leipzig unter Trägerschaft der Outlaw Gesellschaft für Kinder und Jugendhilfe gGmbH. Ich begebe mich in Behandlung und werde im Jahr 2012 zusammen mit meinem Team eine Langzeittherapie im Leipziger Fußball fortsetzen.
Symptome: Akutes Interesse an Fußball- und Fankultur, Lebensweltorientierung, eine differenzierte Sichtweise auf (jugendliche) Fußballfans und Ultras, Prinzipienorientierung an der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und Entwicklungsbestrebungen.
Anamnese: 1980 geboren, führte mich Jahrzehnte langes Interesse an Fußball, als Fan und in meiner beruflichen Tätigkeit, über Bremen und Lübeck nach Leipzig. Zusammen mit meinem Team möchte ich hier Akzente in der Fanarbeit setzen.
Diagnose: Wir arbeiten mit Fans im Vereinsbezug und legen daneben einen Schwerpunkt auf Projektorientierung im Bereich Sport- und Erlebnispädagogik, sowie im Bereich Bildung.
Rezepte: Aufsuchende Arbeit und Streetwork, Offene Angebote in Treffpunkten, Stadtteilarbeit, Rechtsberatung für Fans durch AnwältInnen, Gremienarbeit, Projektangebote, Netzwerkarbeit.
Verordnungen: Im Schwerpunkt orientiert sich die Fanprojektarbeit in Leipzig wie anderswo in Deutschland am „Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ (NKSS) und dem Sozialgesetzbuch (SGB) VIII. Das Projekt wird zu je einem Drittel durch die Stadt Leipzig, den Freistaat Sachsen und den Deutschen Fußball-Bund finanziert.
Sarah Köhler - ihr Weg führte von Bremen über Lübeck nach Leipzig.
Foto: Outlaw gGmbH/ C. Latussek
Nach dem Sozialgesetzbuch VIII haben alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Recht auf Förderung der individuellen Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Die Kinder- und Jugendhilfe soll dazu beitragen, positive Lebensbedingungen zu schaffen und individuellen Beeinträchtigungen entgegen zu wirken. Das Fanprojekt Leipzig ist daher auch als ein ebensolches Projekt zu verstehen. Es richtet sich mit seinen Angeboten an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, speziell an die Fans der verschiedenen Leipziger Fußball-Vereine.
Diese Einordnung zu Grunde gelegt, unterstützen wir (jugendliche) Fans bei der Ausübung ihrer Leidenschaft als Fans und Ultras. Wir möchten dazu beitragen, Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu verbessern, in denen Jugendliche Gestaltungsmöglichkeiten haben und an den sie betreffenden Dingen mitwirken. Fankultur und die jugendliche Fanszene sind für uns vor diesem Hintergrund unbedingt erhaltens- und unterstützenswerte Räume für die soziale Entwicklung eines jeden einzelnen Fans.
Daneben möchten wir im Rahmen unserer Arbeit gern interessante Projekte umsetzen, möchten den Blick über das Stadiontor hinaus öffnen und auch lokale Themen von gesellschaftlichem Interesse mit Institutionen oder Einrichtungen in der Stadt zugänglich machen. Ich wünsche mir das Interesse vieler Fans, sich zu beteiligen und die Veranstaltungen zu besuchen oder an Projekten mitzuwirken!
Chaoten? Unbelehrbare? Gewalttäter? Pyromanen?
Ich wünsche mir, dass Fans an den Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden und dass das große Potenzial, welches in den Fankurven der Vereine liegt, gesehen und genutzt wird! Die „sogenannten Fans“ sind Menschen mit großer Leidenschaft für ihren Verein, die nicht selten ihre ganze Zeit (und oftmals auch ihr Geld) investieren, um ihn zu unterstützen. Ich wünsche mir die Möglichkeit, dass Fans in Vereinsstrukturen demokratische Handlungsweisen lernen und sich einbringen können. Nehmt die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ernst, sie sind die Zukunft eures Vereins, wie auch immer er heißen mag!
Neues Projekt - neues Logo.
Quelle: Fanprojekt Leipzig
Ich wünsche mir Freiräume, in denen Fans ihre Leidenschaft ausleben können. Ich wünsche mir, dass sie dabei unterstützt und ihnen Perspektiven eröffnet werden, ohne erhobenen Zeigefinger oder den Anspruch darauf, den „richtigen Weg“ zu kennen. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich wollen Anregungen geben und beraten, gehen sollen und müssen die Fans den Weg für sich allein. Ich wünsche mir mündige Fans, die für ihre Interessen einstehen und sich für sie einsetzen können: Die, die ihr in den Vereinen Verantwortung tragt, Beamtinnen und Beamte der Polizei, gebt ihnen hierfür die Möglichkeiten!
Ich wünsche mir, meinem Team und dem Projekt die Chance, neue Wege zu gehen und die nötige Zeit, um nachhaltig arbeiten zu können. Allen Kritikerinnen und Kritikern wünsche ich den Mut, uns und unsere Arbeit kennen zu lernen: Ab Mitte Januar unter www.fanprojekt-leipzig.de, persönlich bei den Spielen in der Rückrunde oder bei den Veranstaltungen und Projekten, die wir in der Zukunft anbieten werden!
Nicht zuletzt wünsche ich den Vereinen viel Erfolg für die Rückserie, den Fans und Ultras den Spaß und die Leidenschaft, die Kreativität und den Enthusiasmus, Dinge, für die die Leipziger Fans über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind!
Die sächsische Staatsregierung ist ja höchst besorgt um das Bild von Sachsen - nach innen und nach außen. Also hat sie mal wieder eine Image-Befragung durchführen lassen, 4.000 Leute befragen lassen durch die GMS Dr. Jung GmbH, 1.000 in Sachsen selbst, 1.000 im Rest von Ostdeutschland, 2.000 im Westen. Eigentlich eine Befragung, die die schöne Erkenntnis bestärkt: Nehmt euch nicht so wichtig. mehr…
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
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Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…