Interview mit Lok-Idol René Heusel: Harsche Kritik an Marcel Rozgonyi und ein Angebot
Marko Hofmann
13.12.2011
René Heusel - mit dem Herzen immer noch in Probstheida.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Er hat sieben Jahre alles für den 1. FC Lok gegeben, dann war René Heusel plötzlich weg. Seit Sommer kickt der mittlerweile 32-Jährige in der Stadtklasse bei Lok Nordost. Das Geschehen bei seinem Ex-Verein beobachtet Heusel trotzdem weiter sehr genau. Für L-IZ.de erklärt der Torjäger, wie er abserviert wurde, wieso er mit Marcel Rozgonyi über Kreuz liegt und was er derzeit so treibt.
Anzeige
Als Sie Lok Leipzig im letzten Sommer verlassen haben, war der Klassenerhalt geschafft. Diese Saison sollte der Aufstieg her. Derzeit ist Lok aber nur Achter. Was sagen Sie zur aktuellen Situation?
Das Spiel gegen Auerbach war das erste Spiel in dieser Saison, das ich live gesehen habe. Zunächst einmal Glückwunsch an Eric Eiselt für den Punkterfolg. Ein Sieg wäre verdient gewesen. Defensiv stand Lok gut, da haben alle einen richtig guten Job gemacht. Felix Bachmann und Markus Krug haben in meinen Augen klasse gespielt. Die acht Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz klingen viel, sie sind es aber nicht. Wenn in der Winterpause ordentlich gearbeitet wird, sollte schon noch was möglich sein. Dann denke ich, kann man auch den zweiten oder dritten Platz anvisieren. Aber um ordentlich arbeiten zu können, muss man natürlich so schnell es geht, Ruhe ins Umfeld bekommen: Also einen neuen Trainer holen, der sich auch gleichzeitig um die Position Sportdirektor kümmert.
Die Position ist momentan geteilt...
In der Oberliga brauchst du keinen Sportdirektor. Was soll der machen? Der kümmert sich zweimal im Jahr um ein paar Verträge und das war’s. Ein Trainer weiß, welche Spieler er haben will und da kann er die Gespräche selbst führen.
Am vergangenen Mittwoch haben Trainer Mike Sadlo und Sportvorstand Dirk Majetschak den Verein verlassen. Sportdirektor Marcel Rozgonyi ist noch da. Sie haben sich am Freitag mit ihm auf der Tribüne ein Wortgefecht geliefert. Was war da los?
Ein Wortgefecht war es nicht. Er hat dem, was ich gesagt habe, nichts entgegensetzt. Was soll er auch sagen? Er hat nichts vorzuweisen - außer, dass er uns alle, auf gut Deutsch, verarscht hat.
Inwiefern?
Zum einen bei Vertragsverhandlungen, die er geführt hat. Ich weiß nicht, ob man geführte Vertragsverhandlungen anschließend mit anderen Spielern in der Kabine auswerten muss. Zum anderen, dass er versprochen hat, sich um Dinge zu kümmern. Das hat er auch nicht gemacht. Außerdem ist er nicht ehrlich. Er trägt eine gewisse Mitschuld an der sportlichen Situation und die ist nicht gerade klein. Die Neuverpflichtungen hat er mit zu verantworten, aber er stellt sich dem nicht und zieht seinen Kopf aus der Schlinge, als wenn es ihn nichts angeht. Es kann nicht sein, dass Mike Sadlo die Verantwortung übernimmt und er sich fein rausmacht. Da müsste man ihm mal auf die Finger hauen.
Marcel Rozgonyi ist derzeit als Geschäftsstellenleiter im Gespräch…
Das geht nicht. In den sechs Monaten, die er mitarbeitet, hat er mehr Schaden angerichtet als andere in einem deutlich längeren Zeitraum anrichten könnten. Es kann auch niemand so blauäugig sein, das nicht zu sehen, und wer das nicht sieht, muss sich selbst hinterfragen. Ich kann Herrn Notzon nur anraten, Marcel Rozgonyi nicht zu befördern, denn dann kann er sein Geld auch durch den Ofen jagen. Bis jetzt hat er (Rozgonyi/Anm. d. Red.) das Geld mit einer Hand ausgegeben, in einer höhere Position wird er das mit einer Schubkarre machen.
Seit Sommer spielt René Heusel bei Lok Nordost.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Wie meinen Sie das?
Die neuen Leute sind nicht billig gewesen, aber die Leistung stimmt nicht. Da ist kein Pavel Devaty dabei (Der Tscheche Devaty kam im letzten Winter und rettete Lok mit guten Leistungen vor dem Abstieg/Anm. d. Red.), wie man es vielleicht gedacht hat. Zudem hätte sich Rozgoniy die Neuen auch mal vorher anschauen sollen. Es geht einfach um zuviel, als dass man fahrlässig sein könnte. Ich kann nicht auf Empfehlung von Spielern Verstärkungen holen. Ich kann doch auch nicht als Spieler jemand von der Fleischtheke für die Position des Sportvorstands empfehlen. Die Tschechen können sich mit der Sache Lok Leipzig auch gar nicht identifizieren. Für die ist das ein Job und das war es. Die Oberliga ist ab der neuen Saison eine tote Liga. Du musst sehen, dass du hochkommst.
Derzeit sucht Sportdirektor Rozgonyi den neuen Trainer. Aus Ihrer Sicht also keine gute Wahl?
Er war unfähig, gute Spieler zu suchen, wie soll er dann einen guten Trainer suchen? Nichts gegen Olaf Marschall, er war sicher ein guter Spieler, aber er hat noch nirgendwo trainiert. Das Experiment „Unerfahrene Trainer“ ist allerdings schon mit Mike Sadlo schiefgegangen. Man sollte jemanden holen, der Erfahrung hat und die Liga kennt und mit Leipzig nicht die Verbindung hat, somit frischen Wind reinbringt - und der muss natürlich bezahlbar sein. Das ist sicher eine schwierige Aufgabe. Ich kann nur die Daumen drücken, dass der Vorstand die richtige Wahl trifft.
Sie waren nach dem letzten Spiel der vergangenen Saison plötzlich weg, unterzeichneten keinen neuen Vertrag beim 1. FC Lok. Warum spielen Sie nicht mehr in Probstheida?
Ich war mir mit Mike Sadlo einig gewesen, nachdem er mir seine Planungen mitgeteilt hat. Die Herausforderungen hätte ich für ein Jahr angenommen. Was Dirk Majetschak und Marcel Rozgonyi daraus gemacht haben, ist eine andere Geschichte. Bei einem neuen Vertrag hätte ich plötzlich Geld eingebüßt. Da habe ich dann gesagt, das kann nicht sein, dass ich nach sieben Jahren, die ich hier bin, jedes Jahr auf Geld verzichten soll. Ich habe daraufhin meine Vorstellungen genannt, das war keine vierstellige Summe, darum wollte man sich kümmern. Mit den Worten „Wir melden uns bei dir“, wurde ich entlassen. Bis zum letzten Punktspiel sollte das geklärt sein. Ich hörte aber nie wieder was von den beiden.
Er hätte doch sagen können, dass man nicht mehr mit mir plant, dass ich in die Zweite kann oder zu einem neuen Verein. Da wäre man ehrlich gewesen. So wurde ich auf eine linke Art und Weise weggeschickt. Das schlimmste ist, dass man einen Steffen Kubald in die Spur geschickt hat, der mit mir dann noch mal reden sollte. An dem Tag, an dem ich bei Lok Nordost unterschrieben habe, rief mich Kubald an, ob wir uns nicht noch mal unterhalten können. Warum schickt man bitteschön Steffen Kubald, den Sicherheitsbeauftragten? Das kann ich nicht nachvollziehen. Kubald hat sicher auch Fehler gemacht, aber er war wenigstens ehrlich zu mir. Er hätte sicher auch die Leute nicht so verarscht.
Reden wir über die Gegenwart. Wie geht es Ihnen und wie läuft es bei Lok Nordost?
Mir geht es gut. Es ist sicherlich nicht so schön, wenn man sieht, was in Probstheida abgeht. Man hängt ja schon mit dem Herzen dran. Wir sind als Aufsteiger derzeit Tabellenführer in der Stadtklasse. Ich denke zusammen mit anderen Spielern führe ich die Mannschaft ganz gut. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie es weitergeht. Ich würde gerne wieder was bei Lok (mit-)machen, aber nur wenn Marcel Rozgonyi weg ist.
Die sächsische Staatsregierung ist ja höchst besorgt um das Bild von Sachsen - nach innen und nach außen. Also hat sie mal wieder eine Image-Befragung durchführen lassen, 4.000 Leute befragen lassen durch die GMS Dr. Jung GmbH, 1.000 in Sachsen selbst, 1.000 im Rest von Ostdeutschland, 2.000 im Westen. Eigentlich eine Befragung, die die schöne Erkenntnis bestärkt: Nehmt euch nicht so wichtig. mehr…
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…