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1.FC Lok Leipzig vs. Auerbach 0:0 - Remis macht Mut, hilft aber nicht

Marko Hofmann
Lok-Kicker Ivan Ristovski am Ball gegen den Auerbacher Marcel Dressel.
Lok-Kicker Ivan Ristovski am Ball gegen den Auerbacher Marcel Dressel.
Foto: Jan Kaefer
Nur die unbelehrbarsten Optimisten unter den Fans des 1. FC Lok hätten wohl vor dem Heimspiel gegen den VfB Auerbach mehr als eine Niederlage erwartet. Zu turbulent ging es in der vergangenen Woche in Probstheida zu und zu schlecht spielte die Mannschaft zuletzt, zu oft kehrte Auerbach unbeeindruckt durchs Bruno-Plache-Stadion. Diesmal hätten die Gäste aus dem Vogtland aber verlieren können.

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Die letzten beiden Male war es doch so: Der VfB Auerbach kam ins Bruno-Plache-Stadion, schenkte Lok locker drei ein und fuhr wieder nach Hause. Dass es auch am Freitag so hätte kommen können, lag nach den turbulenten Tagen in Probstheida und den letzten Leistungen des 1. FC Lok im Bereich des Möglichen. Dass es nicht dazu kam, lag daran, dass der Leipzig in Punkto Einsatz, Willen, Körpersprache und auch Qualität an diesem Tag deutlich besser war als die letzten Spiele und zu Beginn auch ein wenig Glück hatte.

Markus Saalbach energisch im Kopfballduell.
Markus Saalbach energisch im Kopfballduell.
Foto: Jan Kaefer
Da war Auerbach zwar nicht besser, aber gefährlicher als die Probstheidaer, bei denen Eric Eiselt das erste - und wohl auch einzige - Mal auf der Bank saß. Die dickste Chance der Gäste vereitelte Rico Engler, der einen Schuss von Carsten Pfoh von der Linie kratzte (11.). Danach musste noch einmal der umsichtige Kapitän Thorsten Görke vor dem einschussbereiten Bocek klären, und ein Schuch-Drehschuss aus zehn Metern ging neben das Tor. Mehr war von der gefürchteten Auerbacher Offensive nicht zu sehen. Sturm-„Monster“ Martin Bocek, bisher acht Tore, köpfte den Ball gefühlte 100 Mal ins Seitenaus, das Zusammenspiel zwischen Pfoh, vier, und Schuch, sechs Tore, passte nicht. Schon in der ersten Halbzeit leistete sich Auerbach ungewöhnlich viele Fehler im Spielaufbau, die der 1. FC Lok allesamt nicht nutzen konnte. Besonders offensichtlich: Im letzten Drittel fehlte die Abstimmung. Eiselt hatte überraschend den gelernten Verteidiger Marcus Brodkorb auf die offensive Mittelfeldposition geschickt. Ein interessanter Schachzug, dessen Potenzial erst in der zweiten Halbzeit richtig angedeutet wurde.

Marcus Brodkorb - diesmal in der Offensive.
Marcus Brodkorb - diesmal in der Offensive.
Foto: Jan Kaefer
Da kombinierte Lok immer wieder gefällig bis an den Strafraum und hatte in seiner gefährlichsten Phase durch Fraunholz und Engler beste Tormöglichkeiten. Doch Berger im Tor der Auerbacher war sowohl beim Drehschuss von Fraunholz nach Flanke von Ristovski, als auch beim scharfen Linksschuss von Rico Engler bestens aufgelegt. Von den Auerbacher Gästen kam in der zweiten Halbzeit gar nichts mehr. Lok hatte die Sturmreihe vollkommen im Griff, stellte häufig mindestens einen Stürmer ins Abseits, erkämpfte oft in sauberen Zweikämpfen die Bälle. In dieser Disziplin einmal mehr besonders auffällig: Mittelfeldmann Sebastian Seifert. Richtung Schlusspfiff probierte der FCL noch einmal alles. Eiselt brachte mit N’Diaye noch einmal frischen Wind, aber Auerbach blieb standhaft bis in der Schlussminute doch noch ein Tor fiel. Der solide Schiedsrichter Marco Schibull aus Templin wollte allerdings ein Foul an Torwart René Berger gesehen haben.

Interimscoach Eric Eiselt gelang ein Achtungserfolg.
Interimscoach Eric Eiselt gelang ein Achtungserfolg.
Foto: Jan Kaefer
Am Ende ein Unentschieden, was den 1.779 Zuschauern und der Lok-Mannschaft Mut für die Rückrunde machen dürfte. Lok hatte wieder mehr vom Spiel, musste keinen einzigen Ausfall auf dem Spielfeld verkraften und legte eine Kampfkraft und einen Willen an die Tagesordnung, der in einigen Spielen der Hinrunde so nicht zu erkennen war. Dies wurde auch von den bestens aufgelegten Zuschauern honoriert, das Unentschieden half trotzdem mehr den Gästen, die den Abstand für Lok auf den zweiten Tabellenplatz bei 10 Punkten hielten. Eric Eiselt war trotzdem zufrieden; „Die Mannschaft hat heute alles versucht umzusetzen. Die Truppe hat gekämpft und alles gegeben. Dafür muss ich 'Hut ab' sagen, besonders auf Grund der letzten Woche im Verein. In der Winterpause stellen wir uns nun neu auf.“

Abschied einer Lok-Legende: Henning Frenzel wurde mit einem Gedenkstein geehrt.
Abschied einer Lok-Legende: Henning Frenzel wurde mit einem Gedenkstein geehrt.
Foto: Jan Kaefer
Wer die Lok in der Winterpause auf die wichtige Rückrunde vorbereiten wird, ist derzeit noch vollkommen offen. Ex-FCM Trainer Wolfgang Sandhowe und auch Olaf Marschall, der eine Fußball-Lehrer-Lizenz besitzt und bisher die Zweite des 1. FC Kaiserslautern trainiert hat, kamen spähen. Unwahrscheinlich, dass einer von den beiden das Rennen machen wird. Sandhowe steht weder für Aufbruch, noch für Erfolg, Marschall würde zumindest alte Gefühle wieder wecken, hat aber genauso viel Erfahrung wie der geschasste Mike Sadlo.

Auch wer Nachfolger von Dirk Majetschak im Präsidum wird, ist ungeklärt. Mögliche Kandidaten sollen bereits diskutiert worden sein. Gut möglich, dass der neue Mann die seligen Zeiten des 1. FC Lok miterlebt hat. Der derzeitige Sportdirektor Marcel Rozgonyi, der sich um die Trainernachfolge kümmern soll, war jedenfalls nicht im Stadion. Vor dem Abschlusstraining am Donnerstag hatten Fans seinen Abschied gefordert. Der Forderung wird er möglicherweise demnächst nachkommen.



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