Eine Weihnachtsgeschichte: Nach Machtwechsel - DFB fordert mehr Demokratie bei RB Leipzig
Jan Kaefer
26.12.2011
Bei RBL ist die Stimme der Fans nur im Stadion gefragt - nicht im Verein.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Gerade erst hatte sich bei den Fußballern von RB Leipzig wegen der bevorstehenden Gründung einer Frauen-Mannschaft ein erregtes Glücksgefühl in der Lendengegend ausgebreitet, da wurden die Konzern-Kicker schon wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Der alsbald neue DFB-Chef Wolfgang Niersbach fordert von dem Club deutlich demokratischere Vereinsstrukturen.
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Schon unter der Ägide des scheidenden DFB-Chefs Theo Zwanziger drängte der Fußballbund zunehmend auf eine konsequente Auslegung der sogenannten "50+1 Regelung". Diese soll verhindern helfen, dass ein Wirtschaftskonzern in einem Fußballverein die ganze Macht an sich reißen kann. Argwöhnisch beäugten die Herren aus der Otto-Fleck-Schneise deshalb seit eh und je das Treiben beim von Red Bull gesteuerten Leipziger Rasenball-Verein. Doch an der österreichischen Konzernspitze biss sich der weichherzige Zwanziger seit Monaten die Zähne aus. Eine persönliche Niederlage, die der DFB-Vorsitzende nicht verwinden konnte. Entnervt schmeißt der 66-Jährige deshalb bereits im kommenden März hin. Er sah sich nicht in der Lage - wie eigentlich vorgesehen - die Geschäfte bis zur Neuwahl 2013 ordnungsgemäß zu Ende zu führen.
Ab März bläst dann ein schärferer Wind aus Frankfurt herüber. Der neue Boss Niersbach - ein Fußballtraditionalist vom Scheitel bis zu den Stollen - hat in seinem, der L-IZ bereits vorliegenden, Fünfjahrplan eine kompromisslose Gangart gegen die verkappte Allmacht des Salzburger Getränkekombinats angekündigt. Per Einschreiben soll bereits ein Forderungskatalog an die Roten Leipziger Bullen zugestellt worden sein. Oberste Forderung: Demokratischere Strukturen im Verein! Nach einer mehrminütigen Schockstarre soll, Augenzeugen zufolge, in der Bullen-Geschäftsstelle gleich mehrfach der Begriff "demokratisch" gegoogelt worden sein.
Ohne Freikarten wird es bei den Bullen-Spielen bald noch übersichtlicher zugehen.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Der energische Niersbach fordert in seiner Depesche auch, dass der Jahresbeitrag für eine RB-Mitgliedschaft - aktuell 800 Euro - dramatisch gesenkt werden müsse. In einer sechsstündigen Krisensitzung diskutierte der Bullen-Vorstand noch am Heiligen Abend über die Umsetzung dieser Auflage. Nach teilweise emotionalen Redegefechten und mit einem flauen Gefühl im Magen beschlossen die RB-Oberen in den frühen Morgenstunden eine neue Beitragshöhe. Bei allen Diskutanten bleibt jedoch die Angst zurück, dass nun der gemeine Pöbel den Verein überschwemmen und die Macht übernehmen könnte. Völlig verständnislos wurde deshalb die prompte Nachricht aus der DFB-Zentrale aufgenommen, dass auch die neu beschlossenen 750 Euro Jahresbeitrag noch vollkommen überzogen seien.
Doch damit war Niersbachs Liste noch nicht komplett. Den Bullen trieb es die Zornesröte in die Hörner, als der Neue nun auch noch einen transparenteren Ticketverkauf verlangte. Höchstens 5 Prozent der Eintrittskarten dürfen nach den DFB-Regularien als Freikarten in Umlauf gebracht werden. Bei RB sollen es zuletzt - unbestätigten Schätzungen zufolge - etwa 50 Prozent gewesen sein. Die in Leipzig stationierten Getränke-Bullen befürchten nun einen dramatischen Einbruch bei den Zuschauerzahlen. Für das kommende Spieljahr ist deshalb ein Umzug aus dem Zentralstadion in eine kleinere Spielstätte nicht gänzlich ausgeschlossen. Dem Sport- und Bäderamt soll bereits eine Anfrage vorliegen, in der sich die Bullen nach den Konditionen für die Mitnutzung des Sportplatzes der Juri-Gagarin-Oberschule erkundigten.
Keine leichte Zeit also für die Rasenballer, die sich eigentlich vom Weihnachtsmann für 2015 den Gewinn der UEFA-Champions-League gewünscht hatten. "Der DFB macht unseren Sport kaputt", klagte deshalb ein in Tränen aufgelöster RB-Geschäftsführer.
Diese Geschichte entspricht nicht der Wahrheit
Anmerkung der L-IZ-Redaktion: Die unwahren Weihnachtsgeschichten der Leipziger Internet Zeitung finden nun das dritte Jahr statt. Immer vom 24. bis zum 27. Dezember ist also nicht alles richtig, was auf der L-IZ.de geschrieben steht (und hiermit als unwahr deutlich gekennzeichnet). Dieses ist also so eine Geschichte irgendwo zwischen dem Millimeter neben der Möglichkeit, vielleicht auch nur schrullig und skuril. Hoffentlich jedoch immer zum Schmunzeln oder Nachdenken.
In jedem Fall lohnt es sich also wie sonst auch, Artikel in diesen Tagen wirklich bis zum Ende zu lesen. Ganz entgegen der gern gepflegten Eile im Netz.
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