Fußball-Fanprojekt Leipzig: Neustart mit Outlaw - Skepsis in Probstheida
Jan Kaefer
21.01.2012
Fanprojekt-Leiterin Sarah Köhler eingerahmt von Siegfried Haller (li.) und Steffen Kröner.
Foto: Jan Kaefer
Aufbruchstimmung beim neuen Leipziger Fußball-Fanprojekt. Schutthaufen, Arbeitsgerät und Baumaterial bildeten die Kulisse zum offiziellen Startschuss, den das Projekt Mitte der Woche mit einem Pressetermin an seinem zukünftigen Standort Brandvorwerkstraße 37 gab.
Anzeige
Sarah Köhler: "Wir sind alle Fußballfans".
Foto: Jan Kaefer
Die Unterschrift unter dem Mietvertrag für die Räumlichkeiten im Leipziger Süden - die vorher den Architekturladen "Blaupause" beherbergten - war noch nicht einmal richtig trocken, da drängten sich bereits über 30 Menschen auf der Baustelle. Aus erster Hand wollten sie erfahren, wie es denn nun weitergehen wird mit der Fanarbeit in der Stadt der vielen Fußballreligionen. Neben Siegfried Haller (Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung), Rüdiger Ulrich (Leiter des Jugendhilfeausschusses), Sven Forkert (Landespräventionsrat im Freistaat Sachsen) oder Michael Gabriel (Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend), ließen sich auch Jamal Engel (Vorstand SG Leipzig Leutzsch) und Carsten Muschalle (Pressesprecher des 1.FC Lok) diesen Termin nicht entgehen.
"Es tut sich was, es verändert sich was, es entsteht etwas Neues", übertrug Amtsleiter Haller die Symbolkraft des Baustellen-Ambientes auf den Neustart des Fanprojektes. Diesem waren monatelange Diskussionen und politische Machtspiele um Für und Wider eines Trägerwechseln hin zur Outlaw gGmbH vorausgegangen. Nun kann der Träger, der bundesweit 850 Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigt endlich loslegen. Das Fanprojekt-Team besteht aktuell aus vier Mitarbeitern. "Wir sind alle Fußballfans", stellte Leiterin Sarah Köhler den wichtigsten gemeinsamen Nenner des neuen Kollegiums heraus. Die 31-jährige gelernte Pädagogin leitete bereits anderthalb Jahre lang das Fanprojekt in Lübeck und hatte davor im Bremer Projekt praktische Erfahrungen sammeln können. Köhler wird in Leipzig für das Fanumfeld von Rasenballsport zuständig sein.
Um die Belange der BSG Chemie-Fans kümmert sich künftig der Sozialpädagoge Benjamin Görges, während Mario Opitz Ansprechpartner in Sachen SG Leipzig Leutzsch sein wird. Die Vierte im Bunde heißt Ulrike Fabich und ist diplomierte Politologin. Sie widmet sich den Anhängern des Roten Sterns und der Bildungsarbeit. Die fünfte Stelle, zuständig für die Fans des 1.FC Lok, konnte bisher noch nicht besetzt werden. Bis Mitte Februar soll aber auch das erledigt sein.
Outlaw-Bereichsleiter Steffen Kröner.
Foto: Jan Kaefer
Das neue Leipziger Fanprojekt wird eine präventiv ausgerichtete sozialpädagogische Arbeit leisten, erklärte Steffen Kröner - Bereichsleiter der Outlaw gGmbH. Es geht darum, das Selbstwertgefühl der Fans und Gruppierungen zu stärken und selbstbestimmte Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln. Es werde auf die individuelle Lebenssituation und Problemlagen der Jugendlichen eingegangen, alternative Freizeitmöglichkeiten aufgezeigt und außerschulische Bildungsangebote geschaffen. Ziel sei es, so Kröner weiter, die Gewaltbereitschaft der Fans zu reduzieren und durch die Einbeziehung der Öffentlichkeit ein positives Klima für die Fanarbeit zu schaffen. "Die ersten Wochen waren sehr vielversprechend, ein guter erster Schritt ist gegangen", zeigte sich Kröner mit dem Neustart zufrieden.
Derweil bastelt die Projekt-Crew bereits an den ersten handfesten Projekten. So rollt am 11. Februar, im Anschluss an das Testspiel der BSG Chemie gegen den BSC Freiberg, das erste Mal bei einem Fanturnier der Ball. Darüber hinaus können sich Jugendliche jeden zweiten Donnerstag - nämlich immer in den ungeraden Kalenderwochen - von 17:00 bis 19:00 Uhr in den Projekträumen von Anwälten kostenlos in Rechtsfragen beraten lassen. Dabei kann es beispielsweise um Dinge wie Stadionverbote, Ordnungswidrigkeiten, Geldstrafen, Ämterstress oder sonstiges Unbill gehen, dass im Zusammenhang mit dem Leben als Fußballfans möglicherweise auftritt.
Michael Gabriel, Leiter der Koordinierungsstelle der Fanprojekte (KOS).
Foto: Jan Kaefer
Die Anlaufstelle des Fanprojekts wird in voraussichtlich vier Wochen bezugsfertig sein. Hier haben dann alle Mitarbeiter ihr Büro. Ein Veranstaltungsraum steht zudem für Projekte, Seminare und Netzwerktreffen zur Verfügung. Nach und nach soll zudem eine Fußballbibliothek aufgebaut werden. Die Räume in der Brandvorwerkstraße müssen aber nicht die einzige Adresse für die Fans bleiben. Nach und nach sollen im Umfeld der einzelnen Fan-Szenen auch individuelle Anlaufstellen etabliert werden.
In der Koordinierungsstelle der Fanprojekte (KOS), die ihren Sitz in Frankfurt am Main hat, sieht man die Wiederbelebung der Fanarbeit in Leipzig mit Freude. "Damit wird eine Lücke geschlossen", sagte KOS-Leiter Michael Gabriel. "Fans sollen Eigenverantwortung übernehmen", so Gabriel weiter, denn die Erfahrung habe gezeigt: "Wenn man Fußballfans Raum gibt, nehmen sie ihre Verantwortung meist auch wahr".
Skepsis in Probstheida - und ein Projekt in Reserve
Steffen Kubald, Sicherheitschef des 1.FC Lok, scheint hingegen noch nicht vollständig davon überzeugt zu sein, dass das Fanprojekt unter der Outlaw-Trägerschaft das Richtige für die Probstheidaer Anhänger sein könnte. Am 24. Oktober 2011 hatte er mit sechs weiteren Mitstreitern unter der Nummer "VR 5112" vorsorglich einen eigenen Verein ins Leipziger Vereinsregister eintragen lassen - der Name: Fußball-Fanprojekt Leipzig e.V..
"Wir hätten nach dem langen Hickhack die Fanarbeit aufgefangen, wenn es Outlaw nicht gemacht hätte", teilte Kubald auf Anfrage von L-IZ.de mit. "Dann hätten wir versucht, die Fanarbeit in den Verein zu integrieren und auf dem Gelände etwas zu machen". Dafür soll bereits ein Konzept existieren. "Derzeit ruht der Verein, aber wir müssen sehen, wie die Zusammenarbeit mit Outlaw funtioniert. Ich habe dazu meine eigene Meinung", ließ er Skepsis durchblicken. "Wenn es nicht klappt, stehen wir bereit. Es soll nicht alles den Bach runter gehen, was wir in der guten Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt in den letzten vier Jahren erreicht haben". Vom Outlaw-Projekt, so Steffen Kubald, habe sich bisher noch niemand beim 1.FC Lok vorgestellt.
Die sächsische Staatsregierung ist ja höchst besorgt um das Bild von Sachsen - nach innen und nach außen. Also hat sie mal wieder eine Image-Befragung durchführen lassen, 4.000 Leute befragen lassen durch die GMS Dr. Jung GmbH, 1.000 in Sachsen selbst, 1.000 im Rest von Ostdeutschland, 2.000 im Westen. Eigentlich eine Befragung, die die schöne Erkenntnis bestärkt: Nehmt euch nicht so wichtig. mehr…
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…