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1. FC Lok Leipzig vs. VfB Auerbach 1:4 - Kronhardts Baustellen

Marko Hofmann
Lok-Trainer Willi Kronhardt.
Lok-Trainer Willi Kronhardt.
Foto: Jan Kaefer
Das erste Testspiel der Wintervorbereitung hat der 1. FC Lok am Samstag zu Hause deutlich mit 1:4 (0:2) gegen den VfB Auerbach verloren. Neu-Trainer Willi Kronhardt gab allen verfügbaren Spielern eine Chance und bekam einige Baustellen aufgezeigt, die ihn weitere Neuverpflichtungen nicht ausschließen ließen. Selbst Kapitän Thorsten Görke scheint zu wackeln.

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Die größte Baustelle von Neu-Trainer Willi Kronhardt wird schon im Ergebnis deutlich: Lok hatte mit vier Großchancen nur zwei weniger als der Gast aus Auerbach, machte aber nichts draus und leistete sich zudem zu viele Schlafeinlagen in der Verteidigung. „Die Tore sind alle durch individuelle Fehler gefallen. Das müssen wir unbedingt aufarbeiten“, kommentierte der 42-Jährige die Gegentreffer durch Dressel (8.), Hampf (35.), Schuch (47.) und Düring (81.), „Die beiden Innenverteidiger in der ersten Halbzeit haben mir gar nicht gefallen, die zweite Halbzeit mit Saalbach ging dann“, so Kronhardt weiter. Saalbach machte auch nach 52 Minuten das einzige Tor für Lok.

In den ersten 45 Minuten verteidigten Kapitän Thorsten Görke und Markus Krug innen. Görke leitete mit einem Fehlpass das 0:1 des Gegners ein, Krug leistete sich Abspielfehler am eigenen Strafraum. An seinen Kapitän richtete der Neu-Trainer noch gesonderte Worte: „Görke ist meine rechte Hand auf dem Platz, aber muss auch das umsetzen, was ich fordere.“ Gut möglich, dass die rechte Hand demnächst nicht mehr in der Innenverteidigung zu finden sein wird, denn Kronhardt will „grundsätzlich schnelle Innenverteidiger“. Das kann Görke nicht bieten und Markus Krug nur ansatzweise. Außerdem ist Görke mittlerweile 35 Jahre - Kronhardt gibt selbst zu, dass Alter für ihn ein Kriterium ist. „Prinzipiell zählt bei mir immer die Leistung, aber ich würde einem Jüngeren immer den Vorzug gegenüber einem Spieler geben, der in die Jahre gekommen ist. Ich arbeite gern mit jungen Spielern.“ Mit Tino Schulze hatte der Neu-Trainer auch gleich einen auf der Linksverteidiger-Position, den sein Vorgänger Mike Sadlo als Perspektivspieler geholt hatte, der aber bisher ohne Oberliga-Einsatz blieb. Schulze spielte ordentlich.

Wackelt Kapitän Thorsten Görke?
Wackelt Kapitän Thorsten Görke?
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Zugute hielt Kronhardt seiner Mannschaft, die er im 4:4:2 auflaufen ließ, dass sie „offensichtlich müde war und wenn der Körper müde ist, ist auch der Geist müde.“ Dass sie nach der ersten Woche Training so müde war, hatte der Ex-Cottbuser allerdings nicht erwartetet. „Die Spieler waren überhaupt nicht fit. Wären sie fit, wären sie nicht so müde.“ Indirekt eine Breitseite gegen Vorgänger Mike Sadlo, der ihm diese Baustelle offensichtlich überließ. Schon nach den ersten 45 Minuten merkte man, dass die Meisten eine Auswechslung herbeisehnten. Die, die durchspielten, wie Felix Bachmann, Benedikt Seipel, Andreas Streubel oder Christoph Schulz bauten alle Stück für Stück ab. „Aber Hut ab vor Felix Bachmann, der sich hier genauso wie Christoph Schulz bis zum Schluss den Hintern aufgerissen hat.“ Überhaupt war Christoph Schulz nicht nur der Fitteste, sondern auch der Auffälligste vor 500 Zuschauern im Plache-Stadion. Allerdings leistete sich Schulz ein paar technische Fehler zuviel und brachte sich so zweimal um eine gute Torchance, weil er sich den Ball zu weit vorspielte. Sein Trainer scheint schon nach wenigen Tagen großen Gefallen an dem Ex-U18-Nationalspieler gefunden zu haben. „Ein guter Mann, für den wir noch den passenden Partner suchen müssen.“ Kann sein, dass der, der diese Baustelle beseitigen wird, auch von außerhalb kommt. Weder Engler, noch Fraunholz konnten Bemerkenswertes beisteuern, Djibril N’Diaye fehlte mit Rückenproblemen, und kürzlich sprach ein neuer Stürmer bei Kronhardt vor. „Ein junger Mann, der mal mittrainieren wollte und hier studiert.“ Den Namen wollte Kronhardt nicht nennen. Felix Schimmel, früher Chemnitzer FC II, studiert in Leipzig, ist vereinslos und hat als Stürmer letzte Saison in 30 Spielen sechs Tore erzielt. Kronhardt abwehrend: „Der Name Schimmel sagt mir nichts.“

Den Namen Christopher Gäng kennt der Neu-Trainer dagegen sehr gut. Dass der Ex-Berliner, der bei Türkiyemspor in der Oberliga lange Zeit kein Geld gesehen hatte, verpflichtet wird, ist derzeit allerdings offen. Kronhardt bescheinigte ihm bei beiden Toren in der ersten Halbzeit Chancenlosigkeit. „Die Fehler passierten woanders, dafür hat aber auch einen gut rausgeholt. Er ist präsent. Das gefällt mir.“ Doch eine Zusage wollte Kronhardt ihm nicht geben. „Er wird weiter dabei bleiben, wir werden ihn weiter testen. Er soll nicht genügsam werden.“ Klingt trotzdem nach einer Verpflichtung und der Behebung wenigstens einer Baustelle.


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