Henning Frenzel: Ein Probstheidaer Idol ist 70 – und gesund
Marko Hofmann
03.05.2012
Foto: Marko Hofmann
Er konnte rennen, dribbeln, schießen, passen: Henning Frenzel begeisterte in den 60er und 70er Jahren Generationen von Fußballfans im Leipziger Südosten mit seiner Technik und Grazilität. Am Donnerstag wurde der einstige Stürmer 70 Jahre. Die Schar der Gratulanten war groß: Von Lok-Trainer Willi Kronhardt über Ex-Mitspieler Wolfram Löwe bis hin zu DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.
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Als Lok-Trainer Willi Kronhardt in Leipzig-Engelsdorf vorgefahren kam, saß Peter Ducke schon beim Jubilar auf dem Sofa. Beide waren gekommen, um dem Probstheidaer Fußballidol Henning Frenzel zum 70. Geburtstag ein weiterhin frisches und gutes Leben zu wünschen. „Peter Ducke und ich verstehen uns seit Jahren gut, dass er da war hat mich sehr gefreut“, so Frenzel über seinen einstigen Rivalen, der in Jena quasi der Frenzel war, oder eben Frenzel in Probstheida der Ducke.
Der „schwarze Peter“, hat den Siebzigsten schon im vergangenen Herbst hinter sich gebracht, fährt mittlerweile graumeliert durch die Gegend, so wie Frenzel. Doch dem viertbesten Torschützen der DDR-Oberliga macht das nicht viel aus. „Hauptsache ich bleibe gesund, das ist das Wichtigste“, so der passionierte Fahrradfahrer, der auch noch mit 70 die Lok verfolgt. „Durch das 2:1 in Jena am Vorabend meines Geburtstags hat sich Lok eine gute Ausgangsposition verschafft. Die darf gegen Dynamo II nicht verspielt werden.“
Der Jubilar und sein Gast Willi Kronhardt.
Quelle: 1. FC Lok Leipzig
Das wird er auch Willi Kronhardt eingeimpft haben. Kronhardt, in der BRD aufgewachsen, kannte bisher nur den Namen Henning Frenzel, seine Bedeutung für den DDR-Fußball und ein paar Mythen und Episoden, die man sich eben über den einstigen Probstheidaer Blitz erzählte. Donnerstag ergriff er die Gelegenheit, um ihn kennenzulernen. „Das war für mich eine absolute Ehre, dort auf dem Sofa zu sitzen und anderthalb Stunde mit Peter Ducke und Henning Frenzel zu reden. Das sind immerhin Legenden des DDR-Fußballs“, schwärmte Kronhardt, dem es viel Spaß machte, sich mit den beiden auszutauschen und ihnen zuzuhören. „Es war toll von den beiden alte Geschichten zu hören und zu erfahren, wie die Verhältnisse zu ihrer Zeit im DDR-Fußball waren.“ Für seine Jungs wäre so eine „Geschichtsstunde“ sicher auch etwas, so Kronhardt. „Da könnten sie hören, wie viel die Spieler früher aus den wenigen Möglichkeiten gemacht haben.“
In Duckes und vor allem Frenzels Episoden wird sicher auch Wolfram Löwe eine Rolle gespielt haben. Löwe war so etwas wie der kongeniale Partner von Frenzel, oder wie es Löwe formuliert: „Wir waren wie ein linkes und ein rechtes Bein.“ Von 1963 bis zu Frenzels Karriereende 1978 wirbelten die beiden im Namen des 1. FC Lok, stiegen mit dem Club in die DDR-Liga ab, aber auch direkt wieder auf, holten 1976 den FDGB-Pokal und zogen 1973/1974 ins UEFA-Pokal-Halbfinale ein. „Wir haben uns schon immer auf dem Platz, aber auch außerhalb sehr gut verstanden“, so Löwe, der vor allem Frenzels „Strategie und Technik“ schätzte und dem Jubilar nur ein was wünschte: „Dass er weiter so guter Gesundheit bleibt.“ Ein explizites Geschenk für seinen engen Freund hat Löwe nicht: „Sonnabend werden Karl Drößler, Peter Nauert, Andreas Bornschein, Manfred Geißler, Jürgen Naumann und ich bei Henning vorbeischauen und gemeinsam etwas überreichen.“
Henning Frenzel und Wolfram Löwe - ein spaßiges Duo.
Foto: Marko Hofmann
Frenzel, der bis Ende des Jahres 2011 noch als Nachwuchstrainer in Probstheida gearbeitet hat, hat sich mittlerweile endgültig aufs fußballerische Altenteil zurückgezogen. Einzig seinen Ehrenvorsitz beim Netzwerk „blau-gelb“, das den Leipziger Nachwuchsfußball fördert, hat er noch inne. Präsident Gunter Weißgerber wollte den Gratulanten in nichts nachstehen. „Henning Frenzel war in meiner Jugend ein großes Idol, ich habe 1974 sehr mit ihm gelitten, als er nicht für die WM nominiert wurde. Heute bin ich stolz, dass er den Ehrenvorsitz übernommen hat. Wir wünschen ihm, dass ihm noch lange gesundheitlich so gut geht.“
Die Wünsche nach Gesundheit hat Frenzel auch vom neuen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach persönlich erhalten. Der schrieb Frenzel eine Geburtstagskarte – handschriftlich. Frenzel war ganz begeistert. „Der DFB kümmert sich intensiv um uns alte Spieler, ich finde das prima.“ Teil der „Altenpflege“ ist die Einladung zu DFB-Länderspielen. Spieler, die wie Frenzel zwischen 50 und 90 Länderspiele gemacht haben, dürfen auf Einladung des DFB zwei Heim-Länderspiele pro Jahr besuchen. Im August wird Frenzel deshalb nach Frankfurt zum Länderspiel gegen Argentinien reisen. Denn egal wie alt Frenzel wird: ein Fußballer wird er immer bleiben – und wenn es nur einer im Ruhestand ist.
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