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Jena II vs. Lok Leipzig 1:2 - Lok siegt und sorgt für helle Momente

Marko Hofmann
Große Freude bei Lok über das so wichtige Siegtor zum 1:2.
Große Freude bei Lok über das so wichtige Siegtor zum 1:2.
Foto: Bernd Scharfe
Kurioser 2:1-Auswärtssieg des 1. FC Lok bei Carl Zeiss Jena II: Weil die Gastgeber sich weigerten, das Flutlicht anzuknipsen und gleichzeitig Petrus die Arsenale öffnete, unterbrach der Schiedsrichter das Spiel für 17 Minuten. Erst als der Wolkenbruch vorbei und das Licht angeschaltet war, ging das Spiel weiter. Für den letzten hellen Moment sorgte vor 377 Zuschauern der 1. FC Lok.

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Als sich Schiedsrichter Philipp Kutscher aus Berlin um 19:02 im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld das Spielgerät schnappte, war das Auswärtsspiel des FCL bei Carl Zeiss Jena II noch lange nicht vorbei. Kutscher hatte vorerst genug gesehen – oder eben nicht: Ein Wolkenbruch hatte auch für einen Einbruch der Dunkelheit auf dem großen Jenaer Sportgelände gesorgt und weil das Tribünenlicht nur kärglich war, wollte Kutscher nicht mehr. Kurz zuvor hatte sich auf der Tribüne der DFB-Schiedsrichterbeobachter seinen Platz mit den Worten „Jetzt sorge ich dafür, dass das Spiel abgebrochen wird“ verlassen und war nach unten geeilt. Die Bedingungen im Ernst-Abbe-Sportfeld, das seit den Siebzigern über vier kräftige Flutlichtmasten verfügt, waren undurchsichtig. Trotzdem weigerten sich die Gastgeber 17 Minuten lang das Flutlicht anzuknipsen. Offenbar muss der sportlich abgestiegene Drittliga-Verein an allen Ecken Geld sparen.

Dem Spiel des 1. FC Lok half diese Unterbrechung. Denn zwar war das Team nach feiner Einzelleistung und Flanke von Rico Engler und anschließendem Kopfball von Albrecht Brumme nach 13 Minuten in Führung gegangen – der FCL hatte danach allerdings kräftig zu tun. Die im 4-1-4-1-System aufgestellten Lok-Kicker, mit Engler als Stürmer statt als Manndecker, konnten sich in der Folgezeit dem Druck der Gastgeber nicht erwehren. Freistoß um Freistoß verursachten sie am eigenen Sechzehner, der gefühlte 38. brachte das Jenaer Tor. Gäng blieb nach 40 Minuten bei einem langen Ball auf der Linie, Gary Häußler schob ein. Doch schon zuvor hatte Gäng schon zweimal in überdurchschnittlicher Manier pariert, Lok die Führung bewahrt.

Als Leipzig den ersten Treffer der Partie feierte, war es noch schön hell im Abbe-Sportfeld.
Als Leipzig den ersten Treffer der Partie feierte, war es noch schön hell im Abbe-Sportfeld.
Foto: Bernd Scharfe
Von Leipzig war offensiv bis nach der Unterbrechung nichts zu sehen. Erst als Kutscher das Spiel wieder freigegeben habe, schickte Bachmann Engler, der flankte wieder, der eingelaufene Christoph Schulz, heute linkes Mittelfeld, köpfte ein. Die erneute Führung nach 51 Minuten und diese verteidigte der FCL, der sich in Einsatz und Willen noch einmal stark verbessert gegenüber der letzten Woche zeigte, mit allem was er hatte. Christopher Gäng musste nur noch einmal einen Kopfball des agilen Sebastian Huke über den Querbalken fingern, sonst brannte in der Lok-Defensive unter den Augen von Ex-Trainer Mike Sadlo nichts mehr an. Fünf Minuten vor Schluss knipste Carl Zeiss Jena das Flutlicht sogar wieder aus.

Willi Kronhardt hatte nach dem Spiel viel Lob für seine Mannschaft parat. „Rico Engler hat sicher zwei Tore vorbereitet, aber alle haben sich ein Lob verdient. Meine Mannschaft ist heute an ihre Grenzen gegangen.“ Das sei gegen diesen Gegner auch nötig gewesen. „Jena war bisher mit eine der stärksten Mannschaft gegen die wir gespielt haben. Die Nachwuchsarbeit ist exzellent. Die stehen zu recht da oben.“ Über die Spielunterbrechung konnte der Coach, der vor 15 Jahren einst mit Energie Cottbus während eines Relegationsspiels gegen Hannover im Dunklen stand, nach dem Spiel lachen. „Im Training arbeiten die Spieler hart, um auf alles vorbereitet zu sein, aber das konnte keiner ahnen. Aber das ist der Fußball und deswegen macht er auch Spaß.“

Markus Krug, der für den vorgerückten Engler hinten verteidigte, sah in der Spielunterbrechung eine ungeliebte Behinderung. „Du willst raus, das Spiel gewinnen, alles geben und dann sowas. Aber ich bin froh, dass am Ende das Licht an war, die Lichtverhältnisse wären sonst sehr kompliziert gewesen.“ Der Schlüssel zum Erfolg aus seiner Sicht: „Die Grundtugenden, die wir schon beim Jahresauftakt in Zwickau hatten: Kämpfen, kratzen, beißen, spucken.“

Info: Steffen Kubald wurde vom Präsidium des 1. FC Lok zur „rechten Hand“ von Präsident Michael Notzon berufen. Kubald soll sich um die Vorbereitung der kommenden Saison für die Nachwuchsmannschaften und die zweite Mannschaft kümmern, Verträge aushandeln etc. Mit dem neu zu besetzenden Sportvorstandsposten hat seine Arbeit allerdings nichts zu tun.

Die Statistik zum Spiel

1. FC Lok Leipzig: Gäng - Werner, Krug, Kittler, Schulze - Bachmann (87. Stratmann), Brumme (63. Racko), Seifert, Schulz (56. Hildebrandt) - Brodkorb, Engler. Trainer: Willi Kronhardt.
FC Carl Zeiss Jena II: Siefkes - Häußler (46. Doro), Maul, A. Schmidt, Röppnack - Krause, Grabinski (56. Gennermann) - Kolitsch, Brinkmann - Huke (61. Pabst), Ronneburg. Trainer: Lothar Kurbjuweit.

Torfolge: 0:1 Brumme (14.), 1:1 Häußler (39.), 1:2 Schulz (52.), Gelbe Karten: Kittler, Seifert, Engler, Brodkorb, Stratmann (alle Lok), Schiedsrichter: Philipp Kutscher (Berlin), Zuschauer: 377 im Ernst-Abbe-Sportfeld Jena.

Die Tabelle der Oberliga Süd

1. FSV Zwickau 24 Spiele/ 54 Punkte/ +49 Tore
2. VfB Auerbach 23/ 46/ +14
3. Carl Zeiss Jena II 25/ 44/ +8
4. Rot-Weiß Erfurt II 24/ 43/ +7
5. Dynamo Dresden II 23/ 38/ +13
6. 1.FC Lok Leipzig 24/ 36/ +10
7. Chemnitzer FC II 24/ 35/ +8
8. FSV Budissa Bautzen 24/ 32/ +1
9. Fortuna Chemnitz 23/ 31/ -5
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