Rasenballsport als Gast bei der Aufstiegsfeier in Halle
Sebastian Beyer
20.05.2012
Lindenhahn (li.) gegen Rost.
Foto: GEPA Pictures
Schon im Vorjahr gaben die Rasenballer nur das Gastspiel bei der Aufstiegsfeier in Chemnitz, wo ihre Niederlage die Himmelblauen jubeln ließ. Beim Auftritt in Halle hätte wegen der deutlichen Kieler Niederlage, auch ein Sieg der Leipziger den HFC nicht gestoppt. Es blieb beim torlosen, recht durchschnittlichen Spiel.
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Die Platzherren, verfolgt von den Kielern, hatten sichtlich großen Respekt vor eventuellen RB-Gegenstößen und spielten sehr verhalten. Eine wirkliche Torchance bot sich in der gesamten ersten Hälfte keiner der beiden Mannschaften, zu zaghaft waren die offensiven Bemühungen und zu sicher standen die Abwehrreihen. Dennoch war erkennbar, dass die Gäste nicht nur als Statisten angereist waren, Zweikämpfe wurden energisch geführt, so dass die Partie nicht vollends Freundschaftsspielcharakter bekam. Dies ließ nämlich das mäßige Tempo teilweise vermuten.
Halle obenauf. Hartmann segelt über Frahn.
Foto: GEPA Pictures/ Kerstin Kummer
Ansehnlich wurde die Partie erst in der zweiten Halbzeit. Die Spieler aus der Salzstadt hatten inzwischen den Zwischenstand aus Wolfsburg gehört, wo die Zweitvertretung des VfL 3:0 führte. Nun also spielte auch die Mannschaft von Sven Köhler befreiter auf, die Fehlpassquote reduzierte sich drastisch und Rasenballsport lag dieses weniger verkrampfte Spiel des Gegners offenbar besser. In der 57. Minute hatte Daniel Frahn eine absolut hundertprozentige Torchance, setzte eine Flanke von Maximilian Watzka aber aus 2 Meter Entfernung neben den Pfosten. Torwart Darko Horvat hätte den Ball nicht mehr erreichen können, er hatte die Flanke unterlaufen. Kurz darauf zappelte das Runde zwar im Eckigen, das Gespann um FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer entschied korrekterweise auf Abseits. Somit blieb es für Torschützenkönig Daniel Frahn bei 26 Treffern.
Auch die Aufsteiger trafen zweimal aus Abseitspositionen, Diskussionen gab es keine, wozu auch, bei einem mittlerweile völlig sicheren 4:1 der Wolfsburger gegen den einzigen Verfolger Holstein Kiel. Peter Pacult hatte ab der 61. Minute noch zur offensivsten Aufstellung der Saison gewechselt, nun versuchten in Frahn, Stefan Kutschke und Roman Wallner drei Stürmer ihr Glück, während die Platzherren in Ballbesitz das Tempo gering hielten.
Nach Abpfiff boten sich angenehm friedliche Bilder, die HFC-Kurve hatte schon vor dem Spiel angekündigt, dass es für den Fall des gelingenden Aufstiegs keinen Platzsturm geben sollte. Zehn Minuten nach Abpfiff schienen dies ein paar Dutzend Anhänger vergessen zu haben, vor dem Block stehende Polizisten ließen sie gewähren. HFC Mittelfeldspieler Marco Hartmann sagte dem MDR: „Es ist eine wahnsinnige Erleichterung von einem gewaltigen Druck.“ Zu der „fantastischen Saison“ die Trainer Sven Köhler seinen Männern attestierte, hatte auch Peter Pacult fair gratuliert.
Rasenballsport setzt nun anders als in den Vorjahren auf Kontinuität, vielleicht erweist sich das als das richtige Rezept, um in einem Jahr nicht wieder nur in der Zuschauerrolle bei einer fremden Aufstiegsfeier zu sein.
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