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1.FC Lok: Abenteuer Regionalliga mit Bundestrainer, aber ohne Schulze

Marko Hofmann
Neu-Trainer Marco Rose bat seine Kicker zum Aufgalopp in Probstheida.
Neu-Trainer Marco Rose bat seine Kicker zum Aufgalopp in Probstheida.
Foto: Bernd Scharfe
Nach 38 Tagen Pause ist der Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Lok am Dienstag in ein neues Abenteuer gestartet. Vor 120 Kiebitzen trainierte die Mannschaft samt drei Neuzugängen das erste Mal vor den Augen von Neu-Trainer Marco Rose und U18-Bundestrainer Roland Vrabec. Tino Schulze fehlte, der Linksverteidiger verließ kurzfristig den Verein.

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„Freuen Sie sich schon auf Ihr erstes Spiel“, die Moderatorin eines Leipziger Studentenradios atmete kurz durch und fügte an „gegen RB?“ Was für eine Frage zum Saisonstart. Da lockerte der neue Lok-Kader erstmals nach der 38 Tage langen Fußballpause seine Waden, schon war das Duell gegen den Ortsnachbarn Thema. „Ich freue mich auf jedes Spiel mit dem 1. FC Lok“, entgegnete Loks neuer Trainer Marco Rose, geübter Diplomat im Trainingsanzug. Bis zu diesem Spiel, was am zweiten September-Wochenende steigen soll, sind es jedoch noch genügend Tage und vor allem ausreichend Trainingseinheiten.

Die erste hatten Rose und sein Team gerade hinter sich gebracht. Mit dabei die Neuzugänge Alexander Bury (SG Leipzig-Leutzsch) und Steve Rolleder (Fortuna Chemnitz) sowie Probespieler Benjamin Knaack (Hallescher FC) und Jens Werner sowie Benedikt Seipel, deren Vertragsverlängerung unmittelbar bevorsteht. Die Neuzugänge hinterließen allesamt einen guten Eindruck, Rolleder köpfelte gleich mal eins ein, Knaack und Bury beteiligten sich ordentlich am Spiel. Trainer Rose war zufrieden, auch wenn ihm einen Tag vor dem Trainingsauftakt noch ein Spieler abhanden gekommen war. Linksverteidiger Tino Schulze gab dem Werben von Ex-Trainer Willi Kronhardt nach und wechselt zu Germania Halberstadt.Zuvor lehnte er ein verbessertes Angebot des 1. FC Lok ab.

Augen zu und durch: Die Neuzugänge Rolleder (li.) und Bury.
Augen zu und durch: Die Neuzugänge Rolleder (li.) und Bury.
Foto: Bernd Scharfe
Knaack könnte ihn ersetzen. Team-Manager Steffen Kubald zeigte sich zuversichtlich, dass es mit dem ehemaligen Regionalliga-Spieler klappt: „Wir werden ihm in den kommenden zwei Tagen einen entsprechenden Vertrag vorlegen.“ Innenverteidiger Markus Krug hatte Knaack wie zuvor schon Benedikt Seipel und Christoph Schulz „angeschleppt“. Zusammen mit Letzterem verkürzte sich Krug die Sommerpause mit der Teilnahme am Raguhner Bürgermeister-Cup. Ein Meilenstein in der Sachsen-Anhaltischen Sportgeschichte. Die beiden gewannen mit ihrem Team und fuhren damit schon ihren ersten Saisonerfolg ein. Am Dienstagabend hatte es Krug dann wieder mit echten Gegnern zu tun – zum Glück. „Die ersten zwei Wochen Pausen waren in Ordnung, aber dann brennt man schon wieder drauf. Fußball gehört einfach dazu.“ Einer seiner ersten Gegenspieler in der neuen Saison: Neuzugang Steve Rolleder, den er schon beim letzten Spiel vor der Sommerpause bearbeitet hatte. „Es ist auf jeden Fall gut, dass er nun mit mir spielt. Er könnte uns in der kommenden Saison so manches Spiel entscheiden.“ Rolleder gefiel das erste Training bei seinem neuen Verein. „Man muss sich natürlich erst einmal einfitzen, Namen und Laufwege lernen, aber das wird passen“, so der 29-Jährige.

Die kommenden Wochen wird Rolleder genug Zeit haben, Spieler und Laufwege kennenzulernen. Außer sonntags wird die Mannschaft täglich mindestens einmal unter den Augen von Rose, Eiselt und dem neuen Co-Trainer Roland Vrabec trainieren. Vrabec ist derzeit Co-Trainer der U18-Nationalmannschaft (Cheftrainer: Christian Ziege) und trainierte vorher die B-Junioren des FSV Mainz, die A-Junioren des FSV Frankfurt und arbeitete zwischenzeitlich als Chefscout und –analyst für Thomas Tuchel in der 1. Bundesliga. Rose kannte ihn aus Mainz und sprach ihn an. Auch neu: Torwarttrainer Michael Sievers, den der Verein von der deutschen Torwartschule akquirierte. Sievers trainierte bisher die Torhüterinnen von Hertha BSC und dem 1. FC Lübars, soll erstmal in Probstheida reinschnuppern.

Für Mittwoch haben die Rose, Eiselt und Vrabec direkt einen Leistungstest angesetzt. Ihre Abenteurer sollen fit genug für ihr Abenteuer sein. Zumindest ein Torhüter machte zumindest nicht den Eindruck als wenn er fitter als Indiana Jones ist.

Drei Fragen an Marco Rose

Herr Rose, Ihr erstes Training als Cheftrainer des 1. FC Lok. Zufrieden?
Absolut. Wir haben gute Bedingungen, die Sonne schien, viele Zuschauer waren da, das Team war willig und bereit, wie ich es erwartet hatte. Im ersten Training hatten wir schon ein ordentliches Niveau, aber es gibt natürlich einige Sachen an denen wir arbeiten müssen.

Coach Rose: "Das Team war willig und bereit."
Coach Rose: "Das Team war willig und bereit."
Foto: Bernd Scharfe
Mit Michael Sievers und Roland Vrabec haben Sie zwei neue Trainer um sich. Wie wichtig sind die beiden für Ihre Arbeit?
Natürlich sehr wichtig. Sie gehören zu meinem engsten Vertrauenskreis, genauso wie Eric Eiselt auch. Roland Vrabec ist schon Fußballlehrer, wir haben uns beim FSV Mainz kennengelernt, ticken, was Fußball angeht gleich, haben aber nicht immer die gleiche Meinung. Genau das ist mir wichtig. Eric Eiselt wird dabei bleiben, er ist für das Team wichtig, kennt den Verein und hat wichtige Aufgaben. Michael Sievers habe ich heute erst kennengelernt. Wir werden uns die kommenden Tage beschnuppern.

Mit Linksverteidiger Tino Schulze hat Sie kurzfristig ein wichtiger Mann verlassen. Werden Sie sich auf seiner Position und anderweitig noch verstärken?
Mit Benjamin Knaack haben wir einen Ersatz, aber wir werden natürlich weiter die Augen offen halten. Klar ist, dass wir uns auf dem Markt die Spieler nicht aussuchen können, wir unterliegen wirtschaftlichen Zwängen. Zwei Neue sollten es dennoch sein, aber ich bin offen, was die Position angeht. Wenn einer kommt, der uns überzeugt, weil er uns weiterbringt, dann holen wir ihn, wenn wir können, denn höhere Qualität im Kader bedeutet höhere Qualität im Training und größeren Konkurrenzkampf. Das wollen wir.

Info: Der Verein hat den Vertrag mit Martin Schuster am Dienstag aufgelöst und Djibril N’Diaye tauchte nach Wochen in der Versenkung wieder auf und wünschte dem Team viel Erfolg und den Aufstieg in die 3. Liga. Der Verein hatte ihm vor Wochen wegen seiner Abwesenheit gekündigt. Jiri Masek, Ronny Mende und Ivan Ristovski haben den Verein ebenso verlassen.

Voraussichtlicher Regionalliga-Kader des 1.FC Lok

Torhüter:
Alexander Czempik (13.03.1991), Christopher Gäng (10.05.1988), Lukas Wurster (24.03.1991)

Feldspieler:
Felix Bachmann (12.03.1986), Gino Böhne (13.02.1993), Marcus Brodkorb (02.01.1990), Albrecht Brumme (18.05.1990), Alexander Bury (22.11.1991), Rico Engler (28.04.1987), Benjamin Fraunholz (28.08.1985), Erik Heynke (06.07.1993), Raik Hildebrandt (09.03.1986), Kevin Kittler (24.12.1981), Benjamin Knaack (05.10.1990), Markus Krug (17.09.1988), Filip Racko (22.07.1985), Steve Rolleder (21.02.1983), Markus Saalbach (10.11.1983), Christoph Schulz (07.03.1989), Sebastian Seifert (10.09.1985), Benedikt Seipel (12.06.1986), André Stratmann (29.07.1991), Andreas Streubel (19.10.1984), Jens Werner (01.03.1983)

Trainerteam:
Cheftrainer Marco Rose (11.09.1976), Co-Trainer Eric Eiselt (07.08.1978), Co-Trainer Roland Vrabec (06.03.1974), Torwart-Trainer Michael Sievers (22.12.1963)

Zugänge:
Alexander Bury (SG Leipzig-Leutzsch), Steve Rolleder (Fortuna Chemnitz), Benjamin Knaack (Hallescher FC II), Erik Heynke, Gino Böhne (eigene A-Junioren), Alexander Czempik (eigene II. Mannschaft)

Abgänge:
Ronny Mende (Grün-Weiß Piesteritz), Tino Schulze (Germania Halberstadt), Djibril N´Diaye, Jiri Masek, Martin Schuster, Ivan Ristovski (alle Ziel unbekannt)


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