RB Leipzig: Kammlott-Hattrick beschert Kantersieg gegen Teplice
Martin Schöler
15.07.2012
Neu dabei: Dominik Kaiser.
Foto: GEPA Pictures
Wer sich Konstanz wünscht, ist bei RB Leipzig an der falschen Stelle. Nach dem Aus für den Trainerstab um Peter Pacult hat es nun auch die medizinische Abteilung erwischt. Chef-Arzt Dr. Göran Wild (39) und Chef-Physiotherapeut Ingmar Gehr (34) wurden am Freitag entlassen. Am Sonnabend absolvierten die Rasenballer ihr viertes Testspiel. Gegen die U21 des FK Teplice gewannen die Leipziger souverän 6:0.
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Er kam, sah und siegte: Dominik Kaiser (23) absolvierte am Sonnabend seine ersten 45 Minuten im rot-weißen Gewand. Der Neuzugang überzeugte Coach Alexander Zorniger vor allem durch seine Unauffälligkeit. Kaum in Ballbesitz, übergab er das Leder an einen Mitspieler. Kompakt, kompakt, kompakt lautete die Vorgabe des Trainers. "Hat gut geklappt", kommentierte Kaiser, der sich von den Kollegen gut aufgenommen fühlt, den Kantersieg. "Er belebt unser Spiel durch seine Laufbereitschaft und ist immer anspielbar – wie auch Henrik Ernst, Bastian Schulz und Jeremy Karikari in der Mittelfeldzentrale", weiß Zorniger, der sein schnelles Umschaltvermögens von Defensive auf Offensive schätzt.
Neuzugang Dominik Kaiser: "Hat gut geklappt".
Foto: GEPA Pictures
Maßgeblichen Anteil am Endstand hatte Kaiser heute nicht. Denn in der ersten Halbzeit sahen 603 Zuschauer eine harmlose Bullen-Herde. Wenngleich sie den tschechischen Milchbubis haushoch überlegen waren, wollte das Runde partout nicht ins Eckige. Erst köpft Kutschke gegen den Pfosten (13.). Dann stürmt Wallner über rechts in den Strafraum, kann den Ball aus spitzem Winkel aber nicht am Teplicer Keeper vorbei zu Kutschke durchstecken (20.). Zwei Minuten später zieht Heidinger von der Strafraumkante ab. Der Gästetorwart klatscht das Leder unkontrolliert in die Strafraummitte, Kutschkes Schuss landet in der Landschaft. Ohne Frage: Heute war nicht sein bester Tag. In der 27. Minute hebt Kaiser vorm Strafraum den Ball über einen Verteidiger quer, doch der Stürmer wollte einfach nicht treffen. In der 38. Minute scheiterte er nach langem Zuspiel aus der eigenen Hälfte abermals am Torwart.
Zur Pause tauschte Zorniger alle Spieler aus. Und plötzlich sah das Publikum ein anderes Spiel. Schneller, präziser, torgefährlicher. Paul Schinke bedient Carsten Kammlott. Der umkurvt hochmotiviert seinen Bewacher und chipt unhaltbar zur Führung ein (49.). Leipzig in der Folge weiter am Drücker. Mit Erfolg. In der 60. Minute staubt Tom Nattermann ab, nachdem Marcus Hoffmanns Flugkopfball nach einer Ecke noch vom Keeper abgewehrt worden war. Zwei Minuten später flankt Daniel Frahn auf Thiago Rockenbach, der zum 3:0 einköpft. Und schließlich legt Frahn über links vor auf Christian Müller, der kurz vor der Grundlinie im Sechzehner per Lupfer einen Verteidiger vernascht. Flachpass auf Rockenbach. Tor.
Zorniger: "Wir müssen die Ballverluste minimieren."
Foto: GEPA Pictures
Die Tschechen nun vollends bedient. Nicht eine Torchance sollte ihnen gegönnt sein. In der 71. Minute setzt sich Kammlott im Laufduell gegen zwei Gegenspieler durch und erhöht auf 5:0. Alle guten Dinge sind drei: In der 88. Minute Freistoßflanke durch Rockenbach in den Strafraum. Kammlott macht aus dem Gewusel heraus den Hattrick perfekt. Gut möglich, dass der Stürmer unter Zorniger wieder auf Pflichtspieleinsätze hoffen darf. "Wenn nächste Woche ein Punktspiel wäre, wüsste ich nicht, wen ich aufstelle", gab der Trainer nach Abpfiff zu. Seine Spieler wissen das. "Der Druck macht sie besser." Trotz solider Leistung sah Zorniger noch Verbesserungsbedarf. "Wir müssen die Ballverluste minimieren." Na wenn's weiter nichts ist...
Trubel neben dem Platz: Chefarzt und Chef-Physiotherapeut wurden am Freitag im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen aussondiert. Ersatz ist bereits gefunden: Ralf Rangnicks Wunschkandidat Alexander Sekora (40, Physiotherapeut) kennt sich im Fußball bestens aus, betreut bereits DFB-Nachwuchsteams. Wild wird durch den Sportmediziner Dr. Frank Striegler (53, Thonbergkinik) ersetzt. Offenbar wurde ihm der langfristige Ausfall von Umut Kocin (23) zum Verhängnis. Der Verteidiger leidet seit sechs Monaten unter Achillessehnen-Problemen.
Ab Dienstag weilt der Regionalligist im Trainingslager in Bad Aussee (Österreich). Dort testen die Kicker am 18. Juli gegen eine Ausseerland-Auswahl und am 21. Juli gegen den ATV Irdning.
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